EU-Flaggen. Bild: Flickr / Thijs ter Har CC-BY 2.0

Während arme Länder wie Albanien oder die Ukraine in die EU wollen, ziehen reiche Staaten wie Island oder die Schweiz ihre Beitrittsgesuche offiziell zurück. Und Großbritannien? Die wollen nicht mehr dabei sein, genauso wie immer mehr Menschen in der EU auch.

Von Marco Maier

Galt die Europäische Union noch vor einigen Jahren als ein Erfolgsmodell, welches sowohl den wohlhabenderen als auch den ärmeren Mitgliedsstaaten wirtschaftliche Vorteile versprach, so hat sich das Blatt inzwischen gewendet. Vor allem die wohlhabenderen europäischen Staaten die nicht beitraten, wollen dies auch künftig nicht mehr tun. Ärmere Länder hingegen erhoffen sich durch einen EU-Beitritt nach wie vor einen warmen Geldregen.

So kam es dazu, dass Island erst kürzlich das Beitrittsgesuch wieder zurückzog, während gestern am Dienstag der Schweizer Nationalrat die Motion "EU-Beitrittsgesuch – Klarheit schaffen" vom SVP-Nationalratsabgeordneten Lukas Reimann annahm. Damit würde das (nach dem Nein von Volk und Ständen 1992 eigentlich ohnehin gegenstandslos gewordene) EU-Beitrittsgesuch nun auch faktisch offiziell und formell zurückgezogen, wie Reimann betonte. Allerdings muss nun der Ständerat darüber abstimmen.

Dennoch stellt diese Abstimmung eine deutliche Stellungnahme mit Symbolwirkung dar. Faktisch bedeutet dies, dass die Eidgenossen der Brüsseler Eurokratie erneut ein "Fuck you EU!" entgegenschleudern. Auch zeigt dies den EU-Verwaltern, dass die frühere Anziehungskraft der EU als großer Wirtschaftsraum mit Vorteilen für alle Mitgliedsländer erloschen ist.

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Denn wer will überhaupt noch zur EU? Während nämlich in immer mehr Ländern die EU-Skeptiker und EU-Gegner erstarken, weil das gesamte System auf der Kippe steht, klopfen nur noch jene Staaten an, die dann angesichts der eigenen wirtschaftlichen und finanziellen Schwäche zu den Nettoempfängern in Sachen Finanzhilfen und Subventionen würden – natürlich zulasten der Nettozahler und der bisherigen schwächeren EU-Mitglieder. Auch ein Grund, warum die Beitrittsverhandlungen mit diesen Ländern eher schleppend vorangehen.

Nach der Eurokrise und der Staatsschuldenkrise sorgt nun auch die Flüchtlingskrise für immer mehr Unmut innerhalb der EU-Staaten. Dass gerade London den Vorreiter in Sachen EU-Austritt spielen will, verwundert zwar nicht, doch sollte es so weit kommen, ist dies nur ein Dominostein der umfällt und weitere mit sich reißt. "Keinen Bock auf die EU" haben nämlich langsam immer mehr Menschen in Europa.

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14 KOMMENTARE

  1. worauf die menschen bock haben, interessiert aber niemanden. 

    GB wird nicht austreten – denn dann ist eine im interesse der sich über'm teich befindenden brudernation mitgestaltung der eu-politik nicht mehr möglich.  

  2. Tja die EU ist eben zu schnell zu groß gewachsen ohne wirklich eine Union zu werden. Wachstum um jeden Preis ohne das man sich darüber im klaren war das der Preis die Union als solche war/ist.

    Nu geht das ganze eben den Bach runter. Was soll's. Der normale Otto wird weder was gewinnen noch verlieren. Gibt auch noch ein Leben danach. In dem Fall eines ohne zusätzliche EU Gesetze, Richtlinien, Verordnungen und teure, überflüßige Europaparlamentarier.

    • Wenn Merkel nicht schleunigst vershwindet hat die EU null Chancen. Nicht nur weil Deutshland angesichts der Tsunamimassen an Infiltranten für EU-Wohltaten bald kein Geld mehr hat und die EU-Staaten anpumpen müßte, trauen die meisten Staaten Merkel und ihrem C-K-Plan nicht mehr über den Weg. Viele Staaten wollen schlicht und einfach keinen einzigen Muslim auf ihrem Staate haben, da bestehen historische Animositäten und auch Angst vor Parallelgesellschaften(Zigeuner in der Slowakischen Republik sind dort bald 900 Jashre, aber null integriert!!!). Ich habe sehr große Bedenken ob ohne den warmen Segen der deutschen Euros die EU noch lange Bestand haben wird. Irgendwie haben viele das Gefühl, dass Europa irgendwie doch zusammengehört, aber viel beklagt wird das Fehen einer gemeinsame Sprache , viele kleine Staaten haben wieder Angst allein da zu stehen, aber Merkel´s Flüchtlingserpressungsversuche hat man gründlich satt.

      • viele kleine Staaten haben wieder Angst allein da zu stehen

        Die sollten sich nicht fürchten sondern selbstbewusst nach vorn sehen. Je größer die Krise umso größer auch die Chancen die sich daraus ergeben. Die EU jedenfalls wird noch 20 Jahre in der Krise verharren, bestenfalls. Schlimmstenfalls gehts in den Bürgerkrieg. Wer aus diesem Teufelskries raus will muss aus der EU austreten. Das die unromantische ökonomische Wahrheit. Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien müssen ihre Währungen gegenüber DE, Frankreich etc. abwerten können. Können sie das nicht werden sie immer die Verlierer bleiben und ewig leiden. Sie können nicht mit Hocheffizienten Industrienationen ökonomisch in Einklang leben bei derselben Währung. Das ist unmöglich. Selbst wenn sie für 2€ Stundenlohn arbeiten würden.

      •  das gesamte parlament einschließlich mutti und die misere scheint auf droge zu sein, man kriegt da schon einen schreck bei diesen zombie gestalten, mit rot geränderten augen, nur noch platitüden, realitätsverlust,

        frenetischer applaus der selbstbeklatscher sind sichtbare zeichen des baldigen niedergangs.

         

        dr. dr, prof. alah u akbar

  3. Galt die Europäische Union noch vor einigen Jahren als ein Erfolgsmodell,

    ——–

    Die EU galt noch nie als Erfolgsmodell.

    Die  nicht legitimierten 'Macher' der EUdSSR waren immer süchtig nach irgendwelchen sozialen Pflegfällen. Das war gut für die kriminelle Hochfinanz und Big Corporate Business, weil sie dann im Rahmen der anstehenden 'Reformen', was zumeist einherhging mit 'Privatisierung' entsprechend absahnen konnte. Die Zeche hat der nord- oder westeuropäische Bürger zu zahlen, auf dessen Rücken die notwendigen Transferleistungen ausgetragen werden und die wiederum zum größten Teil in den Taschen der Hochfinanzbankster und der Heuschrecken landen.

    Ich habe einen guten Freund, der in der Nähe von Krakau lebt. Als es seinerzeit um den Beitritt Polens ging, hat der mir glaubwürdig versichert, das die übergroße Mehrheit der Polen, nichts von der EU wissen wollte. Die Polen waren stolz auf ihre wiedergewonnene Freiheit und wollten nicht vom Regen in die Traufe kommen.

    Die Schweizer, zumindest der deutschprachige Teil der Schweiz, war immer anti-EU, trotz der Schalmeienklänge der Banker und der Groß-Industrie. Jenseits des Rösti-Grabens, in der Welsch-Schweiz, sah das anders aus. Ob das heute allerdings noch so ist, kann ich nicht beurteilen, ich denke aber, dass inzwischen auch die Welsch-Schweizer die Schnauze von der EUdSSR gestrichen voll haben. 

  4. Speziell Island ist und war für mich Beispielhaft!
    Hatte bei der Lehmann-Krise die eigenen korrupten Banken durch Verstaatlichung gerettet und die kriminellen Banker in Knast gesteckt!
    Haben sich aus den Drecksumpf selber herausgezogen und stehen heutzutage gut da.
    Wären blöd wenn sie auch nur ein Stück weit an die Drecks-EU denken würden.
    Die EU (will ja nett bleiben :o) ) wurde von verräterischen Politikern für Interessenvertreter (Globalisten) hinten herum für Diebstahl und Plünderung der Menschen aufgezwungen.

  5. Hätte man die Menschen gefragt…! Niemand wäre bereit gewesen! Was sagte Kohl einmal: "Ich möchte nicht als Kanzler der Einheit in die Geschichtsbücher, sondern als Kanzler, der gegen 70 % der Deutschen den Euro eingeführt hat!" – irgendwo als Video auf YT…

    • "Hätten wir die Deutschen gefragt, hätte es keinen Euro gegeben". Theo Waigel in der SZ

      Solche Aussagen sind bares Geld wert, die sollte man sammeln, sofern sie in  renommierten Zeitungen publiziert sind. Mit Kopp kann man keinen Prozess gewinnen, aber mit der SZ.

       

       

       

       

       

       

       

      • Mitterand soll doch das schlaue Wurt gesagt haben: Die DM ist stärker als die force de frappe. Wiedervereinigung ja, aber ohne DM.

  6. Ist mehr als nur verständlich.Denn diese EU tut Europa und damit dem europäischen Volk nicht gut. Immer mehr ärmere Länder wurden und werden aufgenommen und die dann eh nur noch mit Milliarden Hilfen unterstützt werden müssen. Und davon mal abgesehen, fließen die Milliarden sowieso nur in Rettungen für EU Banken und kein Cent, kam je beim Volk an. Die bekommen dann das dicke SPAR Paket und Reformen aufs Auge gedrückt, und die EU Eliten reiben sich nur noch die Hände und freuen sich das sie jährlich dank der EU um Milliarden reicher werden können.

  7. Wir haben doch ein schönes Beispiel: die Bundesrepublik!

    Ein Zusammenschluss von 16 Ländern. Davon zahlen 2 – 3 in den Länderfinanzausgleich und die anderen kassieren und machen darüber hinaus kräftig Schulden. Dafür müssen sich die Geberländer, allen voran Bayern, dann in den offentlich-rechtlichen Medien (ARD und ZDF) noch veräppeln lassen als rückständig, doof und hinterwälderlerisch.

    Was den Euro betrifft: Die EU-Länder haben sich alle verpflichtet diesem Währungsverbund beizutreten, sobald die wirtschaftlichen Kriterien erfüllt sind. Dies träfe z.B. auf Dänemark zu – und diese denken nicht im Traum daran diese Verpflichtung zu erfüllen. Hineindrängen sich z.B. die baltischen Staaten – und diese erhöhen sofort nach dem Beitritt ihre Staatsschulden.   

     

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