Grüne: Schmidt-Vorstoß zum Haltbarkeitsdatum „Augenwischerei“

Der Vorschlag von Minister Schmidt zur Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums stößt bei den Grünen auf Kritk. Das Problem liege woanders.

Von Redaktion/dts

Die Grünen haben den Vorstoß von Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) zur Abschaffung des Haltbarkeitsdatums für Lebensmittel scharf kritisiert. Der Vorschlag sei "Augenwischerei" und gehe am Kern des Problems vorbei, sagte die Sprecherin für Verbraucherschutz der grünen Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, den Zeitungen der "Funke-Mediengruppe". "Der Löwenanteil des Lebensmittelabfalls sind Produkte wie Brot, Obst und Gemüse, die kein Mindesthaltbarkeitsdatum haben."

Die meisten Produkte seien erheblich länger verwendbar als auf den Verpackungen stehe, hatte Schmidt zuvor den "Funke-Zeitungen" gesagt. "Wir werfen massenweise gute Lebensmittel weg, weil die Hersteller zu große Sicherheitspuffer eingebaut haben." Um der Verschwendung von Nahrungsmitteln zu begegnen, müsse das Mindesthaltbarkeitsdatum zu einer qualifizierten Verbraucherinformation weiterentwickelt werden.

"Auf die Verpackungen von Milch oder Schinken soll ein echtes Verfallsdatum gedruckt werden, nach dem diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar wären." Maisch forderte stattdessen, schädliche Subventionen abzuschaffen, die "auf Überproduktion und Masse statt Klasse setzen". Die Grünen-Politikerin: "Wir brauchen eine stärkere Förderung der regionalen Lebensmittelproduktion und -vermarktung." Kürzere Transportwege und Lagerzeiten sorgten auch für weniger Abfall.

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5 Kommentare

  1. Hat er große Angst dass seine Schützlinge zuwenig Hammelfleisch kriegen können! EInheimische dürfen das essen, was diese "Gäste" wegwerfen.

  2. Dieser Landwurschtelei-Minister soll aufpassen, dass sein Haltbarkeitsdatum nicht bald abgelaufen ist! Den nimmt man nicht mal zum halben Preis.

  3. Selten, wirklich nur sehr selten kann ich den Vorstellungen einer "Grünen" zustimmen. Mit der Forderung nach Förderung der regionalen Lebensmittelproduktion und -vermarktung sollte Maisch sich im Bundestag lautstark bemerkbar machen.

  4. Als gelernter sparsamer Schwabe gehe ich im Supermarkt immer zuerst an die "Wühlkiste", wo es die leckeren, "abgelaufenen" Angebote gibt – und suche: zuerst die Käse, die bei mir noch nachreifen müssen – je Käse, desto älter, umso würziger im Geschmack. Und dann Sauermilchprodukte (schrecklich: mit Milchsäuere-Bakterien!!! – Bakterien!!!): Joghurt, Kefir etc.. Als neugieriger Biologe habe ich das billigste Produkt von Joghurt nachreifen lassen, und es hat 4 Wochen nach der Ablaufzeit sehr gut geschmeckt! Basta!

    Die Absicht in den Angeboten ist nur die Absicht der Lebensmittel-Lobby (wir leben leider in einer Experto-Hygieniker-Lobbykratie), uns Verbraucherinnen und Verbraucher  zu verwirren! Seit Jahren warten wir darauf, dass eindeutige Angaben über den Fettgehalt, z.B. bei Käse, auf  Verpackungen stehen. Und was lesen wir: Einmal Doppelrahmstufe, dann 57% i.Tr., dann 30% i.Tr. oder 30 % absolut! Kopfrehner sind gefagt! 

    Im Grunde lohnt es sich nicht, unsere Regierung schuldig zu sprechen für den ganzen Schwachsinn der Lebensmittel-Kennzeichnung: Sie ist abhängig auch von der Lebensmittel-Lobby.

    Unsere Intelligenz ist gefordert – auch bei den nächsten Wahlen.

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