Wenn nun schon die OECD vor einer sozialen Krise in Griechenland warnt, dann dürfte schon einiges im Argen liegen. Doch die Vorschläge zur Besserung der Lage sind auch nicht wirklich hilfreich.

Von Marco Maier

All die Jahre der Sparprogramme und Steuererhöhungen gingen natürlich nicht spurlos an der griechischen Bevölkerung vorbei. All die Warnungen und Kritiken, dass die von der Troika oktroyierte Austeritätspolitik die Menschen in dem südosteuropäischen Land vollends in die Armut treiben wird, verhallten ungehört. Auch der Vorwurf aus wirtschaftlich schwächeren Ländern wie beispielsweise Bulgarien oder Lettland, dass die Griechen ja auf einem vergleichsweise hohen Niveau jammern würden, kam auf – selbst wenn diese Vergleiche angesichts anderer Preis- und Steuerniveaus eigentlich nicht sehr sinnvoll waren.

Doch nun fordert selbst die OECD dazu auf, dass in Griechenland mehr gegen die wachsende Ungleichheit und die dramatisch gestiegene Armut getan werden müsse. So sollten die sozialen Sicherungsnetze schnellstmöglich gestärkt werden. Denn in ihrem neuesten Bericht stellt die Organisation fest, dass die Sparpolitik und die (unter anderem auch daraus entstandene) Rezession zwischen 2007 und 2013 dazu geführt habe, dass sich die Armut in dem Land verdreifachte. Mit ein Grund dafür ist auch die sehr hohe Arbeitslosigkeit von offiziell rund 25 Prozent (inoffiziell, abseits der Statistiktricks, liegt sie bei weit über 40 Prozent).

Das Hauptproblem ist jedoch, dass man für die "griechische Krankheit" eine falsche "Medizin" verschreiben will. Das Herumschrauben an ein paar Stellen sorgt eben nicht für eine Verbesserung der Lage. Das was Griechenland braucht, ist faktisch ein Neuanfang mit Schuldenschnitt und Umschuldung samt einer kompletten Reform des Staatssystems – inklusive eines Austritts aus der Europäischen Währungsunion und der Wiedereinführung einer eigenen Währung. Auch wenn dadurch die Gläubiger um einen Teil ihrer Forderungen "umfallen". Doch man muss den Tatsachen in die Augen blicken: Spätestens 2018, wenn die "Hilfspakete" auslaufen, kommt der nächste Ruf für einen "Grexit", der dann jedoch nicht mehr einfach so verhallen wird.

Alles Andere ist jedoch nur eine Hinauszögerung des Unvermeidlichen – nämlich des totalen Zusammenbruchs Griechenlands nach einer langen Leidenszeit. Zudem verschafft man mit der bisherigen Politik nur jenen extremistischen Kräften im Land auftrieb, die Hellas in die nächste Diktatur führen wollen. Und den Griechen dürfte dies dann wohl auch ziemlich egal sein – immerhin haben sie auch (natürlich nicht nur) Brüssel & Co diesen Schlamassel zu verdanken.

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16 thoughts on “Griechenland: Dank Troika explodierte die Armut”

  1. Hellas wäre ohne EU ein armes Land, es ist nunmehr nur dazu zurückgeführt worden, wo es her kommt. Es hat Renten die sind 2 Mal so hoch wie in der Slowakischen Republik, sie bringen aber weniger Leistung. Auch im übrigen leben sie über ihre Verhältnisse. Da sie durch den EURO auch nicht mehr abwerten  können, können sie auch nicht mehr tricksen. Das wird  ohne Merkel´´sche Subsidien für ihren neuen Busenfreund den Untergang von Hellas herbeiführen, der im Grunde genommen schon lange vorliegt!

  2. Das ist früher oder später das Schicksal der gesamten EU Mitglieder. Ich tipp auf früher.

    Entweder einen gemeinsamen Haushalt, bspw. mit Frankreich, Österreich zuerst, sozusagen als Kerneuropa, oder DE verlässt den Euro. Andernfalls zerfällt Europa binnen der nächsten 20 Monate. Weil die Zeit so kurz ist eher letzteres.

  3. Armutsexplosion …

    gibt es nicht dank der Troika.

    Wer dauerhaft mehr ausgibt als er einnimmt, wird eben irgendwann arm sein.

    Wenn,  wie in GR z.B. ein Lokführer 9000 Euronen im Monat verdient und für's Händewaschen vor Dienstantritt noch extra bezahlt wird, kann das nicht gutgehen.

    Die gesamte EU-Mitgliedschaft der Griechen beruhte auf einem von der EU akzeptierten weitem und breiten Betrug Griechenlands zum Subventionsabfischen.

    Wer nur Kaviar frisst obwohl er sich nur Pizza leisten kann, frisst spätestens dann garnichts mehr, wenn die Nachbarn die Rechnungen nicht mehr bezahlen können oder wollen.

    1. Naja kann man auch anders herum sehen. Wenn sie bspw. so blöd sind und ihre Lok für ein paar Euro und 20cent fahren, ist dann wirklich der Grieche der Narr?

      1. Ein Betriebstischler im öffentlichen Dienst der Bundesrepublik hat für die Zeit,in der er mit Hoz arbeitet, Anspruch auf eine Gehaltszulage.

        Hat sich mal jemand gedanken darüber gemacht wieviele Beamte von Bahn und Post nach der sogenenannten Privatisierung mit nicht einmal 55 Lebensjahren auf Staatskosten(Steuerzahler)in den Ruhestand geschickt wurden ?

        Ich kenne leider nur zwei davon.

        Ich frage mich auch immer wieder,woher hat die Presse(die ja   Lügenpresse genannt wird) die exorbitant vielen Beispiele von Misswirtschaft ,Korruption und Günstlingswirtschaft in Griechenland ???

        Ich frage mich auch,warum geht von einem Hilfskredit von 86 Mrd. € fast 80 Mrd.€ an die griechischen Banken ???

        Auch frage ich mich,wer hat eigentlich ein interesse daran dass keine Solidarität zwischen dem deutschen und dem griechischen Volk entsteht ???

        1. Das hat damit zutun das so und nur so exorbitant Geld und damit Macht, Abhängigkeit und Luxus generieren kannst.

          Darum und nur darum drehen sich all die Bemühungen der Oligarchen. Niemals um einen funktionierenden Markt.

    2. Armutsexplosion …

       gibt es nicht dank der Troika.

      ——-

      Das ist mir zu einfach. Die krypto-kommunistische EUdSSR, die wiederaufetstandene jüdisch-bolschwistische Sowjetunion dient nur der kriminellen Hochfinanz und Big Corporate Business.

      Armut in Europa wächst – 146 Millionen Menschen gefährdet

      Der Bericht macht deutlich: “Bereits Ende des vergangenen Jahres waren mehr als 24 Prozent der Bevölkerung in Europa, d.h. 121 Millionen Menschen, von Armut bedroht. Wir gehen davon aus, dass die Zahl um bis zu 25 Millionen bis zum Jahr 2025 steigen könnte, wenn die Sparpolitik nicht beendet und ein anderer Kurs eingeschlagen wird.”

      Heilen durch Töten

      Dem Bericht gelingt dabei einer hervoragender Vergleich der aktuellen Troika Politik, diese sei “eine Medizin, die die Krankheit durch das Töten des Patienten zu heilen versucht.

      Die Troika Politik, d.h. die Politik Rothschild/Goldman & Sucks, dient nur dazu, den Hochfinanzbankstern ihre Einlagen und Zinsen zu sichern. Die Menschen, ohnehin allesamt Goyim, sind dem Hochfinanzgesindel völlig egal.

      http://diefreiheitsliebe.de/gesellschaft/armut-in-europa-waechst-146-millionen-menschen-gefaehrdet/

      1. Das ist mir zu einfach.

        Sicher, Kommentare sind immer nur ein Präparat – sonst wären sie ein Artikel..

        Ich weiß auch, dass Griechenland nach seiner "Rettung" doppelt so viel Schulden hatte wie vorher.

        Die Ursache für diese Umstände liegen aber dennoch bei den Griechen. Sie haben keine nennenswerte wirtschaftliche Basis und haben trotzdem geschlungen, was das Zeug hielt, als gäbe es kein Morgen.

        Nun, das war gestern, und heute ist das Morgen von Gestern.

        Statt die gewährten Kredite in Investitionen zu stecken, um ihre marode Wirtschaft anzukurbeln, haben  sie lieber Party gefeiert, insoweit, als dass die damaligen bis ins Mark korrupten Parteien sich gegenseitig ihre Wähler abgekauft haben – das KONNTE nicht gutgehen.

        Folglich ist der größte an der Börse gelistete Betrieb in Griechenland immer noch ein – – Flaschenabfüller.

        Wenn es einen Schuldenschnitt gibt – und es WIRD einen geben – werden vielen Leuten böse Überraschungen ins Haus stehen.

        Zum Beispiel denen mit einer Lebensversicherung, die plötzlich nicht mehr ausgezahlt wird, weil ihre Versicherung in GR Kredite vergeben hat und somit all ihre Versicherten zu Gläubigern Griechenlands gemacht hat.

    1. Vieleicht wird es zum ersten europäischen Land, dass mit Russland eine Seilschaft schließt. Die anderen folgen dann !

      Was Besseres kann den Feinden Russlands nicht passieren – dann ist Russland nämlich auch pleite.

      Wer Freunde wir Griechenland hat, braucht keine Feinde mehr.

  4. "Das Herumschrauben an ein paar Stellen sorgt eben nicht für eine Verbesserung der Lage."

    Hätte sich Griechenland den Reformen gewidmwt, könnten die Rezession vorbei sein, und das Klima der Investitionen aufschub erhalten haben, Fremdkapital hätte ins Land kommen können. Statt dessen aber haben griechische Politiker die Reformen verzögert, oder sie vom Tisch gewischt, die wirtschaftliche Situation unverändert gelassen. Dabei mussten sie zusehen, daß der "status quo" immer weiter bergab geht. Wer sich Herausforderungen nicht stellen mag, wird auch keine Besserungen erfahren. Was möchten diese Griechen nun in Zukunft anfangen? Weiter warten, und weiter abbauen?

    Da gebe ich dem Autor recht: Wird sich die grichische Politik und die Wirtschaft nicht an ein gemeinsames Europa anpassen, wäre ein Austritt unvermeidlich. Ein Wiedereintritt jedoch würde nie mehr stattfinden. Wie auch, wenn man als Bettler daher kommt, und die Rahmenbedingungen verweigert?

    Welches Wirtschaftsmodell sollte denn Griechenland nach vorne bringen? Weiterhin Landwirtschaft und Tourismus? Vielleicht sollte man mal von der Türkei lernen, die sich viel besser entwickelten, obwohl sie nicht Teil der EU sind, aber vom schwungvollen Handel damit sehr gut leben?

    1. Ich find natürlich liberale Wirtschaftpolitik grundsätzlich gut weil sie der Motor für Innovation, Fortschritt und Wohlstand ist. Allerdings ist der Wettlauf der Löhne nach unten, die Neoklassik also, ein Irrsinn und Trugschluss sonders gleichen, vor allem in einer Kapitalmarktwelt mit Zockermentalität. Es wird in einer Katastrophe enden!!

      Griechenland war Jahrelang im Investitionsbereich der EU Musterschüler. Deren Investition haben wir DE geliefert und davon einen Teil unsere Wirtschaftswachstum geschaffen. Da hat keiner gefragt wie die das eines Tages bezahlen sollen. Nun war Kassentag und es kam wie es kommen musst. Die hatten natürlich kein Geld. Wie auch, Exportdefizit schafft immer Finanzprobleme. Lange Rede, keinen Sinn. Die Probleme sind vielschichtiger und haben nur mittelbar mit Strukturreformen zu tun. Wenn einer Exportweltmeister sein will muss ein andere eben Importieren. Und wenn der Exportweltmeister auch noch Spart geht der ganze Laden eben den Bach runter. Einziger Vorteil des Exportweltmeisters, er kann den anderen für den Totalschaden verantwortlich machen. Weil er war ja Exportweltmeister.-)

  5. Unter Tsipras wird dies nicht geschehen, dieser wurde von der amerikanischen Hochfinanz neuerlich eingekauft.

    ——-

    So ist das. Der Tsipras ist ein gekaufter Rothschild/Goldman & Sachs/Soros  Klon, der sein Land in den Ausverfkauf  zu Schnäppchenpreisen für die kriminellen Hochfinanzbänkster zu führen hat.

    Aber da steht er weisgott nicht allein da. Diesen Auftrag haben alle anderen sog. 'Regierungschefs auch. Nur ist  Tsipras – offensichtlich nach Merkelder Skrupelloseste.

     Wirtschaftswoche: Soros – Rettungspläne für den Euro

    http://www.wiwo.de/politik/europa/portraet-rettungsplaene-fuer-den-euro/7751122-4.html

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