Fachkräftemangel – Wenn die Köche fehlen

Viele Köche verderben den Brei – sagt man. Doch die Branche der Gastronomie hat ein anderes Problem: zu wenig Köche. Woran liegt das?

Von Marcel Grasnick

Der Beruf Koch ist unattraktiv. Zumindest für viele Menschen, die nach Schule, Abi und Studium lieber bequem arbeiten möchten. Stress, harte klimatische Bedingungen und andere Kleinigkeiten, wie geringe Bezahlung und vor allem Unverständnis der Gäste sind Faktoren, die den dereinst so geachteten Beruf absolut unattraktiv machen. Von den Arbeitszeiten gar nicht zu reden.

Seit der Film "Ratatouille" sich mit seinem Wahlspruch "Kochen kann jeder" in die Herzen und Gedanken der Menschen geschlichen hat, scheint dies auch ein Ansporn zu sein, die Leistungen der Köche nicht mehr zu würdigen und an allem zu nörgeln, was die gute Küche verlässt. Wozu eine dreijährige Ausbildung absolvieren, wenn man als Gast alles besser wissen kann? Dabei sind Köche echte Allrounder mit einer ordentlichen Portion Wissen aus den Bereichen Biologie, Mathematik, Chemie und Physik. Gut medial vermarktete Starköche tun, wahrscheinlich ungewollt, ihr Übriges, um eine ordentliche Portion Missverständnis zu servieren. Der Beruf Koch ist wirklich nicht leicht.

"Koch zu sein ist kein Beruf, sondern eine Berufung."

Damit der Beruf wieder attraktiv wird, müssten allerdings auch die Gehälter steigen. Und dafür müssten die Gäste mitziehen, viel müsste, aber nichts passiert. Wer Qualität will, ist nicht unbedingt bereit dafür auch zu zahlen. Zudem machen schon horrende Steuern, Nebenkosten und unmögliche Auflagen der Bürokratie einem jeden Gastronomiebetrieb zu schaffen. Noch eine Preiserhöhung und die Gäste bleiben weg. Weg bleiben damit aber auch die Berufseinsteiger.

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Doch was nützt ein anständiger Lohn, wenn die Arbeitszeiten so liegen, dass, wenn alle feiern, ein Koch seine Sternstunde hat? Was nutzen anständige Arbeitszeiten, wenn die Arbeit aus Stress und Tempo besteht? Damit kann kein einfacher Mensch umgehen, der lieber seine Beine unter dem Schreibtisch ausstrecken möchte. Der Beruf ist und bleibt: eine Berufung.

Doch kurz nachgefragt, wo bleiben die qualifizierten Fachkräfte, die einwandern sollten? Es ist doch eher so, dass die qualifizierten Fachkräfte eher auswandern, besonders im Bereich der Gastronomie, weil in anderen Ländern der Beruf ebenso gefragt ist, aber auch dementsprechend gewürdigt wird? Sowohl finanziell als von der Anerkennung her. Und das ist leider nur ein Beispiel von vielen.

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2 Kommentare

  1. Abwarten, wenn das zu Essen so teuer wird das man sich was zu beißen kaum noch leisten kann,oder wo anders zu wenig gezahlt wird, dann werden auch wieder welche Köche werden. Bei den Tafeln reißen sich die ehrenamtlichen Helfer ja jetzt auch schon um die Helferposten, hab mal eine Gründung miterlebt wie da welche Bedingungen gestellt haben was sie als Abholer transportieren wollen. Da wird der Eigenbedarf nicht steuerlich angerechnet als zu versteuernder Vorteil.

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