Portugals Schweinemastbetriebe haben wieder einmal mit dem Überleben zu kämpfen. Als ihnen der russische Markt noch offen stand, wurden sie mit Versprechungen von guten Geschäften zum investieren verleitet. Es folgten ein Embargo und ein Gegenembargo und die größte Schweinerei braut sich derzeit in Brüssel zusammen. Das Ende der Subventionen ist dabei nur das Vorspiel und TTIP wird vielen Bauern den Todesstoß verpassen.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Die Bauern in der EU produzieren große Überschüsse und sind in der Lage weitaus mehr als die 500 Millionen EU-Bürger zu ernähren. Da dies aber die Preise in einer freien Marktwirtschaft in den Keller rutschen lässt, mussten die Union und die Mitgliedstaaten dieser, mit massiver Subventionierung aushelfen, die nun abgeschafft wurde. Jetzt ist man versucht zu glauben, dass der Endverbraucher davon profitiert und dass sich die Preise dadurch niedrig halten. Doch ist das wirklich so?

Mitnichten! Der Großhandel ist der Nutznießer, der den Druck auf die Produzenten ständig weiter erhöht. Die Folgen der freien Marktwirtschaft einerseits und andererseits das genaue Gegenteil mit dem Russlandembargo, wird allein den Produzenten aufgehalst. Jetzt platzte den Schweinezüchtern Portugals der Kragen und sie veranstalteten eine Protestaktion vor dem Landwirtschaftsministerium. Dabei kam es zu einer Zuspitzung der Frustration und es ist noch lange nicht vorbei. Das Schweinefleisch auf unserem Teller könnte bald teurer werden, wenn die Eurokraten nicht bald Vernunft annehmen.

Portugals Schweinezüchter haben größtenteils kleine und mittlere Betriebe, die alle Hygiene- und Tierschutzbestimmungen einhalten und teilweise hochwertige Rassen wie das Schwarze Eichelschwein oder andere Freilandschweine züchten. Sie leiden vor allem unter dem Russlandembargo. Die Regierung sagt, dass sie bereits an dem Problem arbeitet. Doch kann Agrarminister Luís Capoulas Santos wohl kaum das Embargo beenden, TTIP, CETA und ähnliche Freihandelsabkommen verhindern oder Subventionen wieder einführen.

Sara und Rita, die 5 Jahre alten Cousinen, brachten dem Minister ein Geschenk. Mit weißen T-Shirts auf denen zu lesen wer „Schon mein Urgroßvater war Schweinezüchter“, trugen sie eine rosa Box zum Eingang des Ministeriums. „Wir haben kein Geld mehr, um Futter für die Schweinchen zu kaufen“, sagten die Mädchen wie Medienprofis in die Kameras der anwesenden TV-Sender. So war in der Box natürlich ein Ferkelchen, „damit Senhor Ministro merkt, was es kostet ein Schwein großzuziehen.

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Die Geste war jedoch das einzige, das nach Plan ablief. Und genaugenommen, haben die Mädchen, ihre Mutti und die Delegation, die ins Ministerium gekommen waren, ihr Vorhaben nur in unzufriedener Weise verwirklichen können. Denn sie wurden nicht vom Agrarminister Capoulas Santos empfangen, sondern nur von dessen Mitarbeitern. Aus eben diesem Grund verließen sie auch zutiefst verärgert wieder den Verhandlungstisch. „Es ist eine Respektlosigkeit gegenüber Menschen, die 365 Tage im Jahr arbeiten und mit 600 Millionen Euro zur heimischen Wirtschaft beitragen.“

Zuvor schon wurden 300 LKWs der Mastbetriebe von der Polizei umgeleitet, wodurch relativ wenige¨Demonstranten pünktlich vor dem Agrarministerium zusammen kamen. Den ganzen Tag über war der Protest, trotz der aufgeheizten Stimmung, friedlich geblieben. Doch als die LKW-Fahrer, nach einem nervenaufreibenden Tag an einem Sammelpunkt auf die Polizeieskorte warteten und von den Bereitschaftspolizisten von ihren LKWs ferngehalten wurden, um nicht die A1 zu blockieren, eskalierte die Lage.

„Wir hatten doch bloß Hunger! Wir wollten uns nur ein paar Sandwiche holen. Es gab keinen Grund für die Polizisten gleich so aggressiv zu reagieren.“ Mit Schlagstock und Pfefferspray gingen sie also auf halb verhungerte Schweinezüchter los. Das mag ja nichts Neues sein, da die Bereitschaftspolizisten durch ihre Ausbildung dahingehen konditioniert wurden. Es ist aber andererseits nicht normal, dass sich die Polizei für ihre unverhältnismäßige Gewaltanwendung, wie geschehen, entschuldigt. Zumindest das.

Wer dies nicht für nötig hielt und die Produzenten sogar als Lügner bezeichnete, war Minister Capoulas Santos. Er sagte, dass ihm keinerlei Bitte für ein Treffen bekannt war und es sei außerdem nicht wahr, dass er sich nie mit den Züchtern getroffen habe. Er hätte schon fünf Treffen mit ihnen gehabt und ein Krisenstab arbeite eine Möglichkeit aus, um dem Sektor zu helfen. Portugal würde sich auch für ein Ende des  Russlandembargos einsetzen, könne aber nicht viel dagegen tun. Auch einige andere Forderungen könnten nur auf europäischer Ebene geregelt werden.

Tatsächlich haben die Produzenten, die dafür sorgen dass wir unser Schnitzel, Kotelett und unseren Schinken auf dem Teller haben, bald keine Möglichkeit mehr weiterzumachen. Bei 1,40 Euro pro KG Produktionskosten und einem Marktpreis von 1,05 Euro pro Kilogramm, kann kein Züchter überleben. Sie müssen Hygiene- und Tierschutzbestimmung einhalten, die außerhalb der EU nicht gelten. Wenn wir – völlig richtig, wie ich meine – diesen Standard beibehalten wollen, dann muss die EU die Landwirte schützen. Um Embargos auf gute Handelspartner zu verhängen und Abkommen wie TTIP und CETA zu schließen brauchen wir die Eurokraten bestimmt nicht.

Schon seit eh und je hat die EU-Agrarpolitik für Streit gesorgt. Doch meist ging es dabei um Streitigkeiten zwischen den einzelnen EU-Staaten, die das Ungleichgewicht zwischen verschiedenen EU-Mitgliedern zur Ursache hatten. Jetzt haben wir aber eine neue Dimension der Selbstmordpolitik dieser Eurokraten, die einen Markt mit hohen Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz- und Arbeitnehmerschutzstandards, für Produkte aus aller Welt öffnet, die alles das nur oberflächlich, wenn überhaupt, einhalten müssen. Schon der Protest der Milchbauern hat dieses Problem offen gelegt. Die EU sollte sich von den suizidalen Verträgen mit USA und Kanada verabschieden und schnellsten die Handelsbeziehungen mit Russland wieder aufnehmen. In erster Linie aber brauchen die Bürger der Union den Schutz ihrer Politiker. Doch was wir in Brüssel haben kann man nur als Verrat bezeichnen. Politiker, die gegen die Interessen der eigenen Bürger agieren. Es ist eben eine riesengroße Schweinerei und die Schweine haben keine Schuld.

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6 thoughts on “EU-Landwirtschaft – Schweinezüchter fordern Ende der Brüsseler Schweinerei”

    1. Schwein kann bei jeder Moschee entsorgt werden, damit hat die Kripoarbeit, weil da muss ermittelt werden und das belebt  die konjunktur!

       

  1. – doch sehr bald bauen die schlauen Schwein ihre Vormachtstellung zur Diktatur aus –

    So sollten sich die Schweinezüchter schnellstens mit der 'Animal Farm' von George Orwell vertraut machen und sich an dem durchsetzungsstarken Napoleon – dem einfaltsreichen Schneeball und dem brillanten Schwatzwutz schadlos halten, bevor es zu den in George Orwell geschilderten Auswüchsen der 'Farm der Tiere', jetzt angesiedelt in Brüssel, kommt.

  2. Unser EU-Schweinebauern sollten sich mal langsam auf Schaf, Esel, Kamel und Ziegenzucht umstellen, denn wenn die neuen kriminell Eingewanderten die Herrschaft in Europa übernommen haben, gibts ein Schweinchen mehr.

  3. Die EU sollte sich von den suizidalen Verträgen mit USA und Kanada verabschieden und schnellsten die Handelsbeziehungen mit Russland wieder aufnehmen.

    —–

    Im Prinzip richtig, aber nur im Prinzip, da de Markt in Russland für gute Schweineprodukte aus Portugal erheblich schrumpfen wird.

    Freund Putin hat schon 5 Mio. (es können auch schon 6 Mio. sein) ..ähäm… 'asiatische Muslime' in die russische Metropole gelockt und damit dürfte dort die Nachfrage nach leckeren Schweineschnitzel aus Portugal erheblich zurück gehen  

    Und offensichtlich sollen weitere 50-70 Mio folgen (ins weiße Russland), damit auch Russland endlich schön bunt wird und nicht so langweilig weiß wie bisher.

    Wer die Geburtenraten der Herrschaften kennt, kann sich leicht ausmalen, dass die Russen in nicht mehr allzulanger Zeit auch nur noch eine Minderheit unter vielen im eigenen Lande sind..

    ….Putin and his administration hire illegal cheap workers from the former Soviet Asian republics, Tajikistan, Uzbekistan, Kyrgyzstan to change  the ethnic composition of the country.

     In the streets of St. Petersburg and Moscow, Muslims hold their mass prayers, and sacrifice a  sheep. The Muslim extremists have a dream to  subjegate the ethnic  Russians.

    Putin has a plan to complete the extinction of ethnic Russians. "Russia needs about 50-70 million migrants (Muslims),"  the chairman of the State Duma Committee on Nationalities  Gadzhimet Safaraliev (a Muslim)  said. 

    Schlechte Zukunftsaussichten also  für Portugals Schweinezüchter (und die ethnischen Russen).

    Sie sollten daher -um überleben zu können- auf Kamel-,  Ziegen- oder Schafszucht umsatteln und sich auf halal-Produkte umstellen.

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