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PrÀsident Putin und ein russischer Offizier. Bild: kremlin.ru
PrÀsident Putin und ein russischer Offizier. Bild: kremlin.ru

Erwarten amerikanische Analytiker von Russland Angriffsoperationen?

Westliche Think-Tanks und Organisationen warnen wieder einmal verstärkt vor möglichen militärischen Operationen Russlands in Osteuropa. Damit sollen offenbar mehr Mittel für die NATO-Truppen herausgeleiert werden. Im Westen hat man Angst vor Russlands militärischer Stärke.

Von Thomas Roth

Nach den ambitionierten Reformen Anatoli Serdjukows hat Russland jetzt genügend Soldaten, um gleichzeitig drei große Operationen zu führen. Das ist die Schlussfolgerung eines einflussreichen amerikanischen analytischen Zentrums, das einen Vortrag von der Schwäche der NATO in Europa und der riesigen militärischen Kraft Russlands veröffentlichte. Wir wissen, dass solche oder ähnliche Vorträge dafür vorbestimmt sind, die  westlichen Spießbürger mit der mythischen russischen Bedrohung zu erschrecken - üblicherweise folgt zeitnah eine Haushaltsdiskussion.

Das amerikanische analytische Zentrum Atlantic Council, genannt der Atlantische Rat, verbunden mit der NATO, dem State Department und den amerikanischen Nachrichtendiensten, hat am Freitag den Vortrag publiziert, aus dem folgt: Im jetzigem Zustand ist die Nordatlantische Allianz angeblich nicht im Stande, die östlichen Grenzen der EU "vor dem immer aggressiver eingestellten Russland zu schützen".

Wie die BBC mitteilte, haben an der Vorbereitung des Vortrags hohe Militärs und Politiker teilgenommen, unter ihnen der ehemalige Generalsekretär der NATO, Jaap de Hoop Scheffer, der britische General Sir Richard Shirreff und der Exverteidigungsminister Italiens Giampaolo Di Paola.

Die russische Bedrohung der Baltischen Länder

Es ist bemerkenswert, dass noch vor der Veröffentlichung des Vortrags die "The Financial Times" aktiv aus dem Vortrag zitierte, worauf dann die baltischen Massenmedien, unter anderem auch das russischsprachige Portal Delfi, in ihren Artikeln Bezug nahmen. Durch diese Publikationen wurde die Behauptung der Autoren bekannt, dass die größte russische Bedrohung auf der baltischen Richtung liegt.

"Die Experten betrachteten dazu ein Drehbuch, in dem Russland die ehemaligen baltischen Sowjetrepubliken besetzt", bemerkte die BBC. Die britische Fernsehgesellschaft erinnert dabei an ihren eigenen skandalträchtigen Film, in dem ein Drehbuch für den Dritten Weltkrieg durchgearbeitet wird, der angeblich wegen des Einmarsches Russlands in Lettland ausgelöst wurde.

"Von den Möglichkeiten her und allzu optimistische Schätzungen vermeidend, hat Russland nach 10 Jahren ambitionierten Militärausgaben und den umgesetzten Reformen des ehemaligen Verteidigungsministers Anatoli Serdjukow, jetzt genug Soldaten im Grundwehrdienst (ohne die Mobilisationsreserve auch nur zu berücksichtigen), um gleichzeitig drei große Operationen zu führen: den Angriff auf die Länder des Baltikums, den Kampf in Polen und die Blockierung der Regierungstruppen im Osten der Ukraine", behaupten die Autoren des Vortrags.

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass gerade in den Jahren 2013-2015 Moskau seine Verbände in der westlichen Richtung aktiv verstärkt hat. "Im Januar wurde bekannt, dass Russland im Westlichen Militärbezirk noch drei neue Divisionen - in Ergänzung zur 1. Panzerarmee - geschaffen hat, zitiert die BBC aus dem Vortrag.

Der britische Sender verweist auf die spezielle Aufklärung, die auftragsgemäß für den Kongress der USA gemacht wird, laut der die Baltischen Länder in weniger als drei Tagen - sogar bei bereits entfalteten NATO-Brigaden - besetzt sein könnten. Außerdem sind die Experten der amerikanischen RAND-Corporation zu dem Schluss gekommen, dass die russischen Streitkräfte in ihrem jetzigen Zustand angeblich fähig sind, Tallinn und Riga in weniger als 60 Stunden zu besetzen und damit den Kräften der Allianz eine katastrophale Niederlage zuzufügen. Nun, das mit der katastrophalen Niederlage ist wohl korrekt. Aber doch nicht erst nach 60 Stunden…

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9 comments

  1. Die Russen werden sich niemals an den Baltischen Mimistaaten oder an Polen vergreifen. Dass eine Vergewaltigung anderer Staaten nichts bringt haben sie gelernt. Anders sieht  es in Deutschland aus, wenn Merkel es gelingt Deutschlandund  und andere EU-Staaten mit ihrem C-K-Plan zu zerstören und  die deutsche Bevölkerung- sich  im Zangengriff  mit den islamischen Infiltrationshordem befindlich- die Russen um Hilfe  bittet, kann sich in Europa in kürzester Zeit  eine gefährliche Kriegskonstellation herausbilden.Daran denkt aktuell niemand, doch die Gefahr ist so nah.

  2. DiplomatmitFragen

    300 Mio Amerikaner, die 500 Mio Europäer beschützen fürchten 140 Mio. Russen.

    Das ist ein durchaus verständliches Szenario. Danke dafür.

  3. Nach den bisherigen von den Neocons und Think-Tanks abgelieferten Analysen

    können nur die falschen Schlüsse gezogen worden sein, denn bisher kamen die

    Invasionen über die Balkanroute und nicht aus dem Osten. So scheint man mehr

    die überholte Strategie des ehemaligen Wettrüstens, mit dem Schaffen eines

    russischen Feindbildes, zu verfolgen, um die russische Wirtschaft weiterhin ruinieren

    zu wollen, denn es ist ziemlich unwahrscheinlich, daß die bedingt verteidigungsfähigen

    NATO Truppen das Bedürfnis haben, zur Entwicklungshilfe, wie nach dem Großen

    Vaterländischen Krieg in Erfahrung gebracht, in Sibirien eingesetzt zu werden.

    Nicht erklärbar scheint ebenfalls die Strategie des Europas der offenen Grenzen

    zu sein, da man offensichtlich nicht die Gelder zu ihrem Schutz hat, aber unbedingt

    im Osten, trotz der klammen Kassen, eine Streitmacht aufbauen will, nach dem

    Motto: 'man will, kann aber nicht', wenn man allein das Waffenpotential und Militärper-

    sonal einer Bundeswehr betrachtet, die eher, nach der Beschreibung in diesem

    Artikel, die Funktion einer Heilsarmee wahrnehmen könnte, aber sich bestimmt nicht

    mit der Roten Armee der ehemaligen Großen Sowjetunion anlegen sollte, was auch

    für die Truppen der EUSA gelten dürfte.

  4. Man sollte diesn Hohlköpfen enmal verständlich erklären, daß Russland an einer friedlichen koexistenz mit Westeuropa interessiert ist, und die beste Verteidigung Europas einerseits der Rückzug der NATO vor 1990 ist, andererseits auch der Rausschmiss der USA aus Europa. Dann wird ein natürlicher Frieden in Europa entfalten. Das Übel sind die USA und England. Sie sind jener Zünder, der einen Konflikt auslösen kann. Wobei die Europäer ein eigenes Militär aufbauen können, ohne die USA oder Kanada oder England. Es sind analytische Trottel, sonst würden sie nicht zu so schwachsinnigen Ergebnissen kommen, bzw, wie schon oftmals festgestellt worden ist, , arbeiten sie für die Rüstungslobby und das Pentagon, daß als Rechtferftigung benötigt!

  5. >> Außerdem wird darauf hingewiesen, dass gerade in den Jahren 2013-2015 Moskau seine Verbände in der westlichen Richtung aktiv verstärkt hat. <<

    Wer rüsstet denn seit Jahren an der EU Ostgrenze? Das sind ja wohl die USA und UDKER (Union Der Kapitlistischen Europa Republiken)

    Und wer greift seit 200 Jahren in über 200 Kriegen andere Länder an?

    • DiplomatmitFragen

      Vor allem wo heute "Westen" ist war bei dem Versprechen des 2+4 Vertrages noch tiester Osten und sollte dies auch bleiben.

      Aber generell sei einmal die Frage erlaut wo ist eigentlich bei einer sich permanent drehenden Kugel ost und west, ist es nicht wie links und rechts nur um zu teilen und aufzuhetzen?

  6. Russland wird zuschlagen und der unfähigen verfaulten Nato schon zeigen, wo der Bartel den Most holt. Dann ist es aus mit diesen elenden Schwuchtelverein incl. und den westlichen Kriegstreibern!

  7. Deutscher Michel

    Putin ist nicht blöd

    Er tut selten, was seine Gegner von ihm erhoffen.

     

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