DIW-Chef Marcel Fratzscher sieht in der wachsenden Ungleichheit in Deutschland eine Wachstumsbremse. Er greift auch jene Ökonomen scharf an, welche die Auswirkungen der sozialen Ungleichheit herunterspielen.

Von Redaktion/dts

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), wirft deutschen Volkswirten rückständiges Denken vor: "Wir deutschen Wissenschaftler sind hier immer noch sehr stark in dem alten ordnungspolitischen Denken verhaftet. Da können wir von der internationalen Debatte etwas lernen. Vielleicht sollten wir ein bisschen offener sein", sagte Fratzscher im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

Damit eskaliert der Streit um die Deutung der gesellschaftlichen Lage im Land. Fratzscher hat ein Buch mit dem Titel "Verteilungskampf: Warum Deutschland immer ungleicher wird" veröffentlicht, das zu der Diagnose kommt, dass Deutschland immer ungleicher werde. Ökonomen wie Lars Feld und Christoph Schmidt vom Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen halten diese Diagnose für falsch und bezeichneten die Warnung vor einem Anstieg der Ungleichheit als "Skandalisierung des Unspektakulären".

Fratzscher entgegnet nun, er halte es "nicht für unspektakulär, Menschen ihrer Lebenschancen zu berauben". Er sehe im Kampf gegen die mangelnde Chancengleichheit "eine der dringendsten und wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit". Andere Ökonomen würden das Problem unterschätzen, weil sie davon ausgingen, dass Ungleichheit in einer Marktwirtschaft normal sei. Dabei sei diese Ungleichheit in Deutschland eine Wachstumsbremse.

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10 thoughts on “DIW-Chef Fratzscher attackiert deutsche Ökonomen”

    1. Fratscher ist ein "Spezie" von Gabriel. Er hatte im Februar einen interessanten Artikel in der Wirtschaftswoche – "Deutschlands ökonomische Stärke ist eine Illusion". Recht aufschlußreiche Lektüre, er widerspricht der von Systemmedien angefachten "Euphorie", das die BRD so gut dasteht, wie seit "Langem" nicht. Er fordert die Unternehmen auf, mehr zu investieren und zwar nicht wie bisher im Ausland. "Kaum ein Land in Europa ist so schwach gewachsen wie Deutschland", so eine seiner Aussagen.

  1. Die Diagnose, wonach Deutschland immer ungleicher werde, ist nun wirklich nicht besonders originell und seit vielen Jahrzehnten deutsche Realität. Und natürlich sind soziale Ungleichheiten schon immer das zwangsläufige Ergebnis kapitalistischer Marktwirtschaften gewesen, weshalb es nun eben tatsächlich völlig unspektakulär ist, daß hierdurch insbesondere den Menschen aus den unterprivilegierten Massen ihre "Lebenschancen" regelmäßig geraubt, blockiert oder auch häufig gar nicht erst gegeben werden.

    1. Verantwortlich dafür ist primär die hohe Chancenungleichheit, die Menschen davon abhält, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Fratzscher zeigt, wie die Politik die Chance der Zuwanderungswelle nutzen kann und was sie tun muss, um die Spaltung der Gesellschaft abzuwenden.

      ——

      Das mit der Chancenungleichheit ist ja gewollt und hängt mit dem neo-liberalen babylonischen System zusammen. Mein Freund, der Herr György Schwartz, aka George Sores, nannte es mal offen und ehrlich 'Raubtierkapitalismus'

      Dieser ähäm…neue, uralte Kapitalismus -des raffenden Kapitals-  aus dem märchenhaften Orient hat mit dem guten alten Kapitalismus -des schaffenden Kapitals-  europäischer, weißer Denkart, nichts zu tun.

      Beim zweiten Satz des Vollidioten habe ich dann gleich auf Durchzug geschaltet.

      Nur ein weiteres Sprachrohr der Hochfinanzbankster (Coudenhove-Kalergi/Th. Barnett Plan) zwecks Hereinschaufelung von unintelligenten und inkompatiblen Lohndrückern, verpackt in ein angeblich 'soziales Engagement'.

      Millionen von nichtkompatiblen, nichtweißen Infiltranten, vornehmlich aus dem 'märchenhaften Orien' und Dunkelafrika.

      Der 'Experte' möge uns doch mal erklären, wie das 'ohne eine Spaltung der Gesellschaft' von statten gehen soll.

      Das ist wie die Quadratur des Kreises.

      Noch so ein überflüssiger und gelehrt daher kommender Dummschwätzer und Anti-Deutscher!

  2. Ökonomen wie Lars Feld und Christoph Schmidt vom Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen halten diese Diagnose für falsch und bezeichneten die Warnung vor einem Anstieg der Ungleichheit als "Skandalisierung des Unspektakulären".

    Wenn erst mal in DE die ersten Problemviertel, wie in England, Frankreich, brennen werden sie das sicher nicht mehr als Unspektakulär ab tun.

    Fratschers Buch ist sehr erhellend und versucht, genau wie Piketty und Flassbeck, kurz vorm Abgrund zu warnen und mahnt Kurskorrekturen an bevor diese durch Revolte und Revolution von unten herauf mit Gewalt erzwungen werden.

    Kann man alles Lesen, kann man aber auch sein lassen. Diejenigen die was zu verlieren haben sollten es lesen, tun es aber nicht, ignorieren es. Die anderen lesen es und quittieren es mit nem Achselzucken. 🙂

  3. Er äußert sich wieder, dieser Chefschwätzer. Es gab schon immer Arme in der Gesellschaft. Das ist zwar sehr bedauerlich, aber das heutige soziale Netz reicht aus, um zumindest im täglichen Leben über die Runden zu kommen. Was reich ist, sollte man gesondert diskutieren. Es gibt Reiche, die fühlen sich mit einem Vermögen von 200 Mill. bereits arm, das ist alles eine Frage der eigenen Betrachtung und hat nichts gemeinsam mit den wirtschaftlichen Gegensätzen, die nun mal da sind und sich auch niemals verhindern lassen. Das war nicht mal unter Lenin und Mao möglich, denn auch die hatten permanent ihre sichtbaren Armen, leider aber auch ihre unsichtbaren Reichen. Was will uns nun dieser Chef-Schwätzer mit seiner Hypothese verkünden? Sollen die Reichen nun ihr Vermögen an die Armen abgeben oder sollen die Armen den Reichen ihr Geld wegnehmen. Das wäre abenteuerlich und reine Utopie, denn arm und reich ist wie Regen und Sonnenschein, Freude und Leid, Glück und Unglück und vieles mehr. Es ist müßig über dieses Thema zu spekulieren.

    1. Ich denk du hast keine Ahnung was wie läuft, an den Börsen, in den Chefetagen der großen Banken. Aber nur meine Meinung.:-))

      Arm, Reich…lachwech. Produkltiv-Unproduktiv, Fleißig-Faul, Kriminell-Sozialisiert. Denk mal darüber nach, les ein paar Bücher und dann Frag was du nicht verstehst, Achim.

      1. Ist doch gut, wenn wenigsten einer etwas versteht, denn was wäre man ohne die Hilfe sachkundiger Mitforisten. Dem Himmel sei dank daß es Menschen gibt, die sehr einfühlsam anderen versuchen die Welt zu erklären und somit kann man Heidegger zur Seite legen und das eigene Wissen den Papelromanen entnehmen. Vielen Dank für diesen Typ Verehrtester.

    2. Achim

      wenn man so einen Mist redet "dass sich manche Millionäre mit 200 Millionen Arm fühlen", dann hat es keinen Sinn auch nur einen Satz zu verlieren, Reiche scheinen für jeden blöden Spruch offen zu sein, über Reiche kann man mit fug u. recht sagen ihr seid alle nicht ganz dicht.

      An so einem Satz "das war nicht mal unter Lenin u. Mao möglich" merkt man dass Sie wahrscheinlich nur die Baumschule besucht haben, zu mehr hat es von den grauen Zellen her nicht gereicht, ich rate Ihnen bei so einem Thema in Zukunft einfach den Mund zu halten bevor Sie sich blamieren, dann kann Ihnen nichts passieren.

      und wenn Sie glauben Arm u. Reich ist wie Regen u. Sonnenschein, dann sollten Sie sich nicht wundern wenn hin u. wieder ein Tsunami kommt u. Ihr sch….. Geld ist im Ar……..

      Gehen Sie einfach mal in eine Suppenküche Sie arroganter Stößel u. sagen Sie einem Hartz IV Empfänger ich fühle mich so Arm wie du mit meinen 200 Millionen, aber passen Sie auf dass Ihnen nicht einer plötzlich seine heiße Suppe auf den Kopf knallt.

       

  4. Eine mutige Entscheidung so einen zum DIW Chef zu küren, die Reichen haben jetzt natürlich Schnappatmung. Da die Summe allen Geldes immer null ist beweist ja, dass alle Reichen auf kosten der Armen reich wurden u. sie schämen sich nicht mal dafür. Die Zocker die 2007 mit ihrem Geld gezockt haben, standen vielfach vor der Pleite, Frau Merkel hat diese Zocker u. die Banken vor dem absoluten Bankrott mit Steuergeldern der Schuhverkäuferin von Karstadt gerettet. Das wäre ja sogar verständlich da man nicht wußte welche Auswirkungen dieser Bankenbankrott gehabt hätte, aber als man dachte diese Geldvernichter müßten wenigstens etwas zurückzahlen mit einer Transaktionssteuer, totale Fehlanzeige, selbst als einige vernünftige Millionäre Herrn Schäuble eine höher Steuer anboten um sich an den Soziallasten zu beteiligen von denen ja die Reichen entlastet sind, weil die Reichen keine Schulen keine Polizei usw, benötigen, hat Herr Schäuble dankend abgelehnt, er sagte wir holen das von den Rentnern die sollen mit 69 in Rente gehen die drücken sich doch nur vor der Arbeit. Viel Spaß ihr Millionäre, es sind ja nur 870 000, jeder weiß ja wenn Millionäre genug Geld haben tröpfelt immer etwas zu den Armen durch. Aber ihr lieben soziale Unruhen sind vorprogrammiert, zieht euch besser in die Steueroase Schweiz oder Panama zurück u. hütet euere 4 Billionen Schwarzgeld. Gleichzeitig ein Appel an die Armen, liebe Arbeiter die Reichen wollen euch euere Villen im Tessin wegnehmen, also passt auf.

     

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