Deutsche Medien: Einheitsbrei statt Meinungsvielfalt

Der Vorwurf, die Medien würden Begebenheiten verschweigen weil sie nicht in die programmatische Ideologie passen, bleibt aufrecht. Auch wenn die Beschwerden zu einem Umdenken führten. Doch das was fehlt, ist eine wirkliche Meinungsvielfalt und eine breite Berichterstattung aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Von Marco Maier

Wer die deutsche Medienlandschaft kennt, der weiß, dass zumindest in den Formaten der großen Medienkonzerne und der öffentlich-rechtlichen Medien nur ein gewisses Meinungsspektrum Platz findet. Eine wirkliche mediale Debattenkultur, in der auch tatsächlich konträre – wenn nicht gleich revolutionäre – Ansichten Platz finden, gibt es nicht. Überall gibt es sogenannte Leitlinien, die redaktionelle Grenzen aufbauen welche nicht überschritten werden dürfen. Wer es dennoch tut, bekommt die Konsequenzen zu spüren.

Doch das Ziel von Medien sollte es sein, möglichst umfassend zu berichten. Es geht nicht darum, ausschließlich so neutral wie möglich zu sein – das ist ohnehin beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Jeder Journalist lässt zu einem gewissen Grad auch die eigene persönliche Meinung, den eigenen Standpunkt mit einfließen. Egal ob es sich hierbei um die Innen- oder Außenpolitik handelt oder auch um die Wirtschaftspolitik – jeder Autor lässt gewisse Aspekte weg und konzentriert sich stärker auf jene, die ihm mehr liegen. Wenn man dies als Redakteur weiß, kann man sich jedoch auch darum bemühen, sozusagen eine Zweitmeinung einzuholen.

Ein perfektes Beispiel hierfür ist (außenpolitisch) der Syrien-Konflikt. In den deutschen Massenmedien findet man fast ausschließlich nur Meldungen, welche die US- bzw. NATO-Position vertreten, während das russische und iranische Engagement zumeist heftig kritisiert wird. Was spricht dagegen, auch konträre Ansichten zum Konflikt zu veröffentlichen und den Lesern, Zuhörern oder Zuschauern die Möglichkeit zu geben, sich selbst aus diesen Informationen eine eigene Meinung zu bilden?

Auch innenpolitisch gab es gerade im Zuge der Flüchtlingskrise immer wieder massive Vorwürfe, sehr einseitig zu berichten. Wer sagte, dass zu mehr als drei Viertel nur junge Männer nach Europa strömten, wurde der Lüge und der Hetze bezichtigt – immerhin zeigten die Bilder der Medien doch viele Frauen und Kinder. Allerdings nur so lange bis dann die ARD einräumen musste, gezielt solche Bilder gemacht und verbreitet zu haben – um eben diversen Ressentiments entgegenzuwirken. Immer mehr Menschen fühl(t)en sich jedoch aufgrund dieser Art der einseitigen und tendenziösen Berichterstattung als für dumm verkauft. Moralischer Impetus hin oder her.

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Hinzu kommt der "Elfenbeinturm", in dem viele Journalisten zu sitzen scheinen. Zumeist aus dem gutbürgerlichen Milieu stammend haben sie oftmals kaum Kontakte in die Welt der Hartz-IV-Empfänger. Dementsprechend herablassend wirkt auch oft der Schreibstil – wenngleich das "schreibende Prekariat" wächst, weil es fast nur noch schlecht bezahlte Praktikumsplätze gibt und viele freie Journalisten auch nur noch von der Hand in den Mund leben. Aber selbst dort gilt es die redaktionellen Richtlinien zu beachten und nicht zu kritisch zu sein.

Wünschenswert wäre es, wenn in einer Zeitung, einem Magazin oder auch in einer TV-Sendung eine deutlich größere Meinungsvielfalt existieren würde. Egal ob konservativ, liberal, sozialistisch, libertär, rechts, zentristisch oder links, prodeutsch, proamerikanisch, prorussisch, prochinesisch und was weiß ich was noch – unterschiedliche Ansichten zu diversen Themen, damit sich eine wirkliche argumentativ gefüllte Vielfalt ergibt.

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13 Kommentare

  1. Also bei 8 Milliarden GEZ Haushalt(16 Milliarden DM) kann man auf Seiten der Politik schon erwarten das es stIlschweigend und ohne Reibungsverluste in den Medien läuft wie es läuft.-))

  2. …………ein sehr guter Artikel,welcher aufzeigt, das die Bezeichnung " Lügenpresse" absolut für die meisten Schmierenblätter angebracht ist.man sollte sich nach ehrlichen Medien umsehen, welche aber in diesem System schwer zu finden sind. Wer weiter auf rosa Baumwolle leben will, für den  sind die hießigen Medien wahres Kokain, nicht war ihr Grünen-Roten vom Planeten Sorg.

  3. "Einheitsbrei statt Meinungsvielfalt" Einheitsbrei passt zur Einheitspartei. Meinungsvielfalt ist gleichbedeutend mit "Rechtsextremismus". Es hat nur eine Meinung zu gelten: Die der Merkel!

    1. Ja das erinnert mich sehr an die Vorwendezeit. Da durfte auch nur gesagt bzw. geschrieben werden, was der Honecker -Clieque genehm war. Dafür sind wir 1989 nicht auf die Straße gegangen, um das noch mal zu erleben. Ich verstehe nicht, gerade früher war das doch im Westteil von Deutschland anders, da haben wir Ossis die Meinungsvielfalt immer bewundert . Wieso haben sich die Wessis von diesen Ostkanaken unterbuttern lassen und tanzen nach deren Pfeife? Weicheier kann man dazu nur sagen. Die Einzigen, die noch teilweise Einspruch einlegen, sind die Bayern. Aber richtig durchziehen tun sie auch nicht.

  4. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, allein es fehlt der Glaube.

    Wenn wir ehrlich sind, waren die Medien noch nie vielfältiger Meinung. Das wurde uns zwar immer suggeriert, aber Mainstream bestimmte immer die Schlagzeilen und konträre Meinungen oder Konzepte fanden nie den Widerhall in den Medien, den sie in einer Demokratie eigentlich verdient hätten.

    Ich persönlich habe mich seit Mitte der 1980 nicht mehr über den Mainstreeam informiert. Natürlich gucke ich mir die dortigen Schlagzeilen an, aber zu fast jeder Meldung könnte ich – da alternativ informiert – kritsche Anmerkungen machen oder sie (in Teilen) auch widerlegen.

    Seit Mitte der 1980er geht das bei mir so, also bereits beginnend mit der Regentschaft Kohls und seiner 'geistig moralischen Wende'. Seit 'Waldsterben', Kernkraft- und Umweltlügen, seit dem Beschiss um die Riester-Rente, der vergeigten dt. Einheit oder den jüngsten orwell'schen Verdrehungen um die Ukraine/Russland, MH17, MH370, 'Flüchtlinge' und plötzlich vorhandene Mrd. für selbige.

    Leider ist es so, dass in prekären Beschäftigungsverhältnissen um ihre Existenz kämpfende Bürger – oder auch (alleinerziehende) Familien oftmals die Zeit fehlt, sich aus diversen Quellen zu informieren, so man sich überhaupt jenseits der Hauptnachrichten informieren will.

    Und genau hier schließt sich der Kreis. Halte die Menschen dumm, verkaufe ihnen Böse als Gut und trete sie immer weiter in den Dreck, das sichert den Eliten des Systems die Macht.

    Bis zum Punkt X, an dem das System sich selbst gefressen hat und letze Zuckungen mit Negativzinsen, Versorgungsengpässen und später Krieg Jeder gegen Jeden sein Ende besiegeln. Millionen Opfer eingeschlossen.

    Gier frisst Hirn, die ewig gleiche Krankheit des angelsächsischen Finanzsystems. Und nur 10% der Bürger begreifen, was hier in regelmäßiger Abfolge alle paar Jahrzehnte wieder aufgetischt wird. 

    Das es anders geht beweisen gerade die BRICS, die SCO mit ihrer AIIB und den Entwicklungsprojekten auf dem eurasischen Kontinent. Allen Unkenrufen des Mainstreams zum Trotz. 

  5. Die Mainstreammedien und die alternativen Medien haben eines gemeinsam, sie berichten über unwesentliches, über Politikergeschwätz. Die eine Seite lobt den Putin, die andere Seite verdammt ihn, keine von beiden Seiten bringt die Wahrheit. Die Wahrheit ist, das alle Vasallen des Vatikans sind, darüber spricht aber keine von beiden Seiten.

    Aus dem Schwur der Jesuiten: … der Papst, dass er die Macht hat, Regierungen aus dem Amt abzusetzen, die alle illegal sind, ohne seine heilige Bestätigung, und dass sie mit Sicherheit vernichtet werden mögen.

    Hat Merkel die heilige Bestätigung oder Obama? Ganz sicher, denn es ist kein Zufall, dass sie sofort nach ihrer Wahl, einen Antrittsbesuch beim Papst machen. Sie machen diesen Antrittsbesuch nicht beim päpstlichen Hofjuden Rothschild.

    1. Jesuiten sind eine katholische Ordensgemeinschaft und dem Papst besonders zugetan. Himmler war Jesuit. Er hielt sich für die Wiedergeburt Heinrich des Löwen. Die SS baute er nach jesuitischem Ordensprinzipien auf.

      Was Ihren Beiträgen fehlt, camilotorres, sind geschichtliche Hintergründe. Die Figuren, die sie nennen, sind zwar verdächtig, aber wo steht, das das Jesuiten sind? Wieso haben die Jesuiten solche Macht im Vatikan? Und wieso hat der Vatikan solche Macht?

      Eigentlich müßte auch das Interesse der Nazis am Buddhismus erklärt werden. Heinrich Harrer war damals nach Tibet gereist und lernte den jungen Dalei Lama kennen.

  6. Presserat – Wächterrat?

    So hat die deutsche Medienlandschaft eine ähnliche Entwicklung wie das bekannte Reader's Digest durchgemacht, welches, gelinde ausgedrückt, ein relativ geschlossenes Weltbild vertrat, welches der Konzern als politisch konservativ,  pro-amerikanisch, optimistisch und christlich orientiert bezeichnete. Revolutionäre Ideen, über die man diskutieren könnte, fehlen in diesem Genre völlig, so daß dem Leser nach dem 'Studium' dieser Extrakte und Ergüsse hauptsächlich ein taubes Gefühl zurückbleibt, der ganz im Sinne des deutschen Nachtwächterrates, bloß um keinen Preis aufzufallen, zu bezeichnen ist.

    Die Entgleißungen einer Kanzlerin oder ihrer Helfer und Helferinnen die Deutschland nur Schaden zugefügt haben, hätten niemals diese Ausmaße, angefangen von den Bankenrettungen, über die Energiewende, den Ukraineunmsturz bis zur Flüchtlingskrise annehmen können, wenn kritisch in den Medien darüber berichtet worden wäre. So dürften nicht einmal die Spar- und Steuergeschädigten der rücksichtslosen Finanzpolitik der EZB aufmucken, auch wenn sie in aller Öffentlichkeit bis aufs Hemd ausgeplündert werden und nur leise Proteste ohne Konsequenzen in den Medien zu hören sind. Wie es aussieht kann, mit nur wenigen Ausnahmen, weiterhin von einer schönen deutsche Duckmäusermedienwelt ausgegangen werden, mit der die 'Führung' weiterhin, mit dem Hinausposaune einer 'Pressefreiheit', leichtes Spiel haben wird, welches nichts anderes als eine Presse-landschaft zu einseitigen bequemen Meinungsbildung ist.

     

     

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