Russische Rubel.

In den zwei letzten Jahren wurden wir zu Zeugen und zu Teilnehmern des Sanktionskrieges Russlands, des Westens und des Ostens. Seit dieser Zeit hört der Terminus "Importersatz" auf, eine leere Worthülse zu sein, wenn auch nicht alle Probleme damit gelöst werden können.

Von Thomas Roth

Die finanzielle Isolierung und das Erdöl

Am 20. März 2014 wurde sofort nach dem Beitritt der Krim zu Russland ein Paket von Wirtschaftssanktionen eingeführt und auf die schwarze Liste der USA sind 4 Geschäftsmänner und die Bank "Rossija" mit Aktiva von 10 Mrd. Dollar geraten. In den zwei folgenden Jahren haben diese Liste etwa hundert Gesellschaften und Privatpersonen ergänzt, und die großen staatlichen Banken und die Gesellschaften, die mit dem Erdöl und dem Gas verbunden sind, haben sich die Zugänge zu den westlichen Technologien und dem Devisenkapital verschlossen.

Mit den technologischen Sanktionen versucht der Westen, die zukünftigen Möglichkeiten der Erdöl- und Gasproduktion in Russland zu verringern. Weil die Sanktionen gegen erschlossene Vorkommen nicht wirken, befindet sich gerade das Tagesgeschäft auf historischem Höchststand. Die Ursache liegt in dem Brennstoffkrieg gegen Saudi-Arabien und den Iran, die danach streben, den europäischen Markt zu besetzen, auf dem sich Russland eingerichtet hat.

Gerade deshalb kann sich keines der Länder die Senkung der Erdölproduktion – ungeachtet der Überproduktionskrise – gönnen, anders wird es sich Verluste von Anteilen auf dem Markt einhandeln. So dass der Krieg auf die Zähigkeit und die Immunität der Wirtschaften und der Regimes zielt. Und – nach dem Verhalten Saudi-Arabiens – bedauert das Land jetzt schon, im Herbst 2014 den Krieg begonnen zu haben.

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Die Finanzsanktionen hat die russische Produktion und auch der Konsument sofort empfunden. Die Banken und die Unternehmen haben immer weniger Möglichkeiten, Anleihen ausländischer Kredite zu bekommen, dadurch verringert sich auch der Anteil der Investitionen im Land. Nach verschiedenen Einschätzungen ist der Investitionsfluss in den letzten zwei Jahren ungefähr um das 10-Fache gesunken. Es würde so scheinen, als wäre alles schrecklich. Aber dieser Prozess hat auch eine positive Seite, die man nicht vergessen darf: die Auslandsschuld Russlands wurde auf 29 Prozent verringert und umfasste zum Anfang des Jahres 515 Mrd. Dollar.

Die Berechnungen und die Verluste

Die Ökonomen haben die Ergebnisse verschiedenster Drehbücher durchgerechnet und mit einem Ausgleich versehen. So wurde infolge der Zählungen klar, dass die Sanktionen auf nicht mehr als ein Zehntel des Bruttoinlandsprodukts einen negativen Einfluss hatten, während es bei 90 Prozent der abfallenden Wirtschaftskennziffern der Preissturz des Erdöls war, der dafür verantwortlich zeichnete.

Freilich werden Effekte von den Sanktionen im Laufe der Zeit auch da spürbar werden, aber dazu wurde das großzügige Programm des Importersatzes ja gestartet, das sich zwar mit Schwierigkeiten entwickelt, aber immerhin, es entwickelt sich. Um so mehr, als noch Leistungsfähigkeiten in China liegen, deren Wesen darin besteht, dass das Land vom Status "der weltweiten Fabrik" zum Status der technologischen Supermacht übergeht, mit der bemerkenswerten Fähigkeit, die Spitzentechnologien weltweit zu verkaufen.

Die merkwürdigen Transformationen

In der Mitte 2015 wurde klar, dass der Anteil der europäischen Waren in Russland auf 37 Prozent gesunken ist und nicht mehr als 500 Mio. Dollar im Monat ausmachen. Dabei ist der Anteil der amerikanischen Waren auf 10 Prozent gewachsen, was sehr seltsam ist, in Anbetracht der amerikanischen Rhetorik und der Dressur der westlichen "Partner" mit dem Thema Russenhass. Offenbar ist das für Amerika einfach Business.

Auf jeden Fall haben die Handelsströme die starken Veränderung nicht ertragen. Die Veränderungen kommen aber nicht nur von den Sanktionen. Auf jeden Fall ist der Hauptfaktor der Instabilität – das Erdöl und der niedrige Preis dafür.

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Die Kontersanktionen  

Im Sommer 2014 hat Russland eine Reihe von Kontersanktionen eingeführt, die die Lebensmittel aus Europa, den USA, Kanada und Australien betroffen haben. Dazu wurde die Sanktionsliste später noch mit Sanktionen gegen türkische Lebensmittel ergänzt. Die Kontersanktionen werden genau solange gelten, wie es Sanktionen gibt.

Das Lebensmittelembargo hat die Preise beeinflusst, die gewachsen waren, aber den entscheidenden Effekt hat der Wechselkurs geleistet. Kaum sind die Erdölpreise auch für Russland wieder gestiegen hat man noch aktiver begonnen, Gold aufzukaufen. Eine andere bemerkenswerte Kennziffer ist die einheimische Lebensmittelproduktion. Hier haben sich die einheimischen Produzenten in die freien Nischen gestürzt, sowie auch andere ausländische Produzenten, die zwar noch bei guter Qualität hohe Preise verlangen, aber letzten Endes wird die Konkurrenz untereinander die Preise mit der Zeit regulieren. So hat der Sanktionskrieg auch seine gute Seiten.

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2 KOMMENTARE

  1. Diese Sanktionskriege nutzen vor allem der Finanzindustrie, wurde/werden von der initiiert und gestützt. Der Verlierer is die Realwirtschaft, der Unternehmer(also der gut Kapitalist) und der Verbraucher. Solang also den Unternehmern nicht dämmert dass sie die Dummen in dem Spiel sind und beginnen gegen zu halten. Solang wird der Irrsinn weiter gehen.

  2. Der Artikel ist eine Aneinanderreihung wirrer nicht zusammenpassender Schlußfolgerungen.

    So soll z.B. der niedrige Erdölpreis die Ursache für instabiile Handelsströme sein. Was für ein Unfug!

    Ist der Erdölpreis niedrig, so befeuert das die Konjunktur, da für fast alle Produktion Öl gebraucht wird. Und sind die Erdölpreise niedrig, senkt das den Preis des Produktes, was den Umsatz erhöht.

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    Und der Preiskrieg wurde nicht gegen Saudi-Arabien geführt, sondern Saudi-Arabien hat ihn gegen die us-amerikanischen Firmen geführt, die Öl aus Ölschiefer produzierten. Dafür hat es den Verkaufspreis unter den Herstellungspreis des Schieferöls gesenkt, um die amerikanischen Firmen pleite zu machen und aus dem Markt zu drängen, was weitgehend geklappt hat.

    Trump scheint da jetzt gegensteuern zu wollen und hat Genehmigungen für weiter Gebiete erteilt.

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    Im Ernst, der Artikel ist völlig zusammenhanglos. Der hat nicht Hand, nicht Fuß.

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