Anastasiades: EU muss Griechenland in Flüchtlingskrise beistehen

Anastasiades sieht den Bestand der Schengenzone bedroht und die Nachhaltigkeit der Sozialsysteme gefährdet. Ersteres kann uns egal sein, Letzteres muss verhindert werden. Optimistisch sieht Anastasiades die Zukunft Zyperns. Ein wiedervereinigtes Zypern könnte noch 2016 wahr werden. Dass Zypern aufgrund der Erdgasvorkommen geostrategisch an Bedeutung gewonnen hat, ist zwar richtig, wird aber eine Wiedervereinigung schwieriger machen, da irrt sich Anastasiades gewaltig. 

Von Redaktion/dts

Zyperns Staatspräsident Nicos Anastasiades hat an die EU appelliert, Griechenland in der Flüchtlingskrise beizustehen. Die Krise sei eine Bedrohung für den Bestand der Schengenzone und gefährde die Nachhaltigkeit der Sozialsysteme, sagte Anastasiades in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Der zyprische Präsident kritisierte die jüngsten Grenzschließungen einiger Länder.

Damit werde den Ankunftsländern wie Griechenland weitere Last aufgebürdet, sagte Anastasiades. Nach der weitgehenden Schließung der Balkanroute sitzen in Griechenland nach offiziellen Schätzungen über 25.000 Menschen fest, während täglich etwa 2.000 weitere aus der Türkei hinzukommen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks kamen allein im Februar etwa 55.000 Flüchtlinge in Griechenland an.

Zyperns Wiedervereinigung noch 2016 möglich

Nicos Anastasiades hat "verhaltene Zuversicht" zu den laufenden Verhandlungen über eine Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Insel geäußert: Wenn es auf beiden Seiten Verständnis für die Besorgnisse der jeweils anderen Gemeinschaft gebe und die Türkei konstruktiv mitarbeite, könne noch in diesem Jahr eine Lösung gefunden werden, sagte Anastasiades dem "Handelsblatt". Er unterstrich die gewachsene geostrategische Bedeutung der Insel im östlichen Mittelmeer: Ein vereintes Zypern könnte eine "Basis für den Kampf gegen den Terrorismus" sein und dank seiner Erdgasvorkommen einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung Europas leisten.

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7 Kommentare

  1.  Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks kamen allein im Februar etwa 55.000 Flüchtlinge in Griechenland an.

    ———

    Und wieso schickt Griechenland die nicht postwendend wieder zurück in die Türkei.

    Die Türkei ist weder Kriegsgebiet noch werden dort 'Flüchtlinge' verfolgt. Die Türkei ist also nach UNO-Definition und Genfer Flüchtlingskonvention ein sog. sicheres Drittland.

    Im Gegenteil, Erdowahn nimmt sie alle -Wirtschaftmigranten oder Kriegsflüchtlinge- mit offenen Armen auf, um sie als 'Migrationswaffe' -vermutlich im Einverständnis mit seiner Intim-Freundin Murksel- gegen die Europäer einzusetzen und um dicke Kohle abzukassieren.

    Soll mir keiner weismachen, Griechenland könne nicht seine Grenzen schützen!

    Außerdem verfügt die griechische Marine über 100 schwimmende Einheiten – ohne die griechische Küstenwache. 

    Das alles riecht stark nach abgekarteten Spiel.

  2. Da hat er absolut recht. Wer die Außengrenze nach Griechenland versetzt hat auch die verdammte Pflicht diese dort zu schützen oder andereswo. Unsere Bundesvorsteherin führt Verhandlungen außerhalb der EU um die Grenzen zu schützen. Das versteht keiner mehr, nicht einmal die deutschsprachigen Österreicher. Die wehren sich nun und die Kettenreaktion erfolgte umgehend. Da hat die mächtigste Frau der Welt keine Chancen mehr, im Gegenteil, wenn sie nun bei Erdogan zu Kreuze kriechen muß, verliert sie noch mehr an Glaubwürdigkeit, das sieht man schon daran, daß die Versager von Brüssel ihr ganz allein den Vortritt lassen.

  3. @Richter: Da können sie sich darauf verlassen, daß das exakt zutrifft. Solange noch rechtlich demokratische Verhältnisse herrschen gibt es nur ein Credo, man m u ß  die politischen Drahtzieher  l o s w e r d e n !

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