Am 24. März 1999 begannen die fast drei Monate andauernden NATO-Bombardierungen auf Jugoslawien, wodurch tausende Zivilisten ums Leben kamen und zehntausende Wohnhäuser und viele historische Bauwerke zerstört wurden. Auch Uranmunition und Streubomben kamen bei den Angriffen zum Einsatz.

Von Thomas Roth

Amerika erlebte die Invasion durch fremde Truppen im Unabhängigkeitskrieg in den 1770er Jahren und dann nochmals in kleinerem Maß im Krieg von 1812. Aber nicht die sondern zwei andere Angriffe sind im historischen Gedächtnis der amerikanischen Seele tief eingebrannt. Einer ist der Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941, der weniger als zwei Stunden dauerte und 2.400 Amerikaner tötete. Der andere ist der 11. September 2001, die Angriffe auf New York und Washington DC, die weniger als drei Stunden dauerten und fast 3.000 Opfer forderten. Die Wut der US-Amerikaner und der Wille, diese Angriffe zu rächen, ist tief und dauerhaft und es gibt keine finanziellen oder gesetzlichen Grenzen, wenn es darum geht zu verhindern, dass solche Angriffe je wieder geschehen können. Deshalb können die US-Amerikaner auch nachvollziehen, wenn es auch für Russland keine finanziellen oder gesetzlichen Grenzen gibt bei der Verhinderung künftiger Angriffe. Ihr Erlebtes sitzt der russischen Nation tief im Nacken.

Der 24.03. ist für Russen ein ganz fürchterlicher Feiertag. Sie sind mit den Herzen bei ihren serbischen Brüdern und schwören gleichzeitig, nie wieder so schwach zu werden, dass sie nichts haben, was sie der amerikanischen ungesetzlichen Politik entgegensetzen könnten.

Hier mal zwei Beispiele, wie Russen dieses Thema verarbeiten, ein Kurzfilm der Bloggerin Taty von der Krim:

https://www.youtube.com/watch?v=AVo5BUq126c

Loading...

Anlässlich des 17. Jahrestages des Angriffs der NATO auf Jugoslawien präsentiert RT Deutsch, in persona seiner Moderatorin Anissa Naouai, die Dokumentation "WARUM? Geschichten aus dem zerbombten Jugoslawien" exklusiv in deutscher Übersetzung.

Erinnern Sie sich daran, warum die NATO im Frühjahr 1999 ganze 78 Tage lang Jugoslawien bombardierte? Es gab diese ethnische Säuberung. Die Grausamkeiten. Die Flüchtlinge aus dem Kosovo, die von der serbischen Armee gejagt wurden. Die Massengräber. Die Leichenhaufen, die in Bottiche mit Schwefelsäure bei den Trepca-Minen geworfen wurden. NATO-Sprecher Jamie Shea sagte damals, dass 100.000 muslimische Kosovo-Albaner vermisst werden. Das Problem dabei war nur, nichts davon ist wirklich passiert. Über die westlichen Massenmedien wurde ein damals beispielloser Druck aufgebaut.

Ab 1998 fanden in Serbien Kämpfe zwischen nationalen Sicherheitsbehörden und der kosovarischen Befreiungsarmee UÇK statt, welche sich gewaltsam für eine Abspaltung des Kosovo von Serbien einsetzte. Obwohl kein einziges NATO-Land bedroht wurde, mischte sich die NATO im März 1999 in die Auseinandersetzung ein. Am 24.03.1999 begann die NATO die 78 Tage dauernde Bombardierung Jugoslawiens. Unter dem Codename „Operation Allied Force“ handelte es sich um den bis dahin größten Angriff, der jemals von der Allianz durchgeführt wurde. Eine Zustimmung des UN-Sicherheitsrats lag nicht vor. Das Völkerrecht schreibt dies vor, aus diesem Grund handelte es sich beim Krieg gegen Jugoslawien um einen illegalen, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.

19 NATO-Mitgliedstaaten nahmen am Militäreinsatz gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) teil, der bis zum 10. Juni 1999 andauerte. 2.300 Raketen wurden auf 990 Ziele abgefeuert und 37.000 Raketen und Bomben mit insgesamt über 23.000 Tonnen Sprengstoff wurden über jugoslawischen Städten abgeworfen. Über 1.000 Kampfflugzeuge wurden entsandt, die meisten davon von den Vereinigten Staaten. Dabei kam auch international geächtete Munition zu Einsatz, darunter Streubomben, die bis heute eine enorme Gefahr für die Menschen darstellen, sowie Uranmunition. Insgesamt 2.000 bis 3.500 Zivilisten wurden getötet, darunter mindestens 88 Kinder, tausende Bürger wurden verletzt. Mehr als 200.000 Serben flüchteten aus dem Kosovo. Über 300 Schulen wurden zerstört, einige Bibliotheken und mehr als 20 Krankenhäuser. Mindestens 40.000 Wohnhäuser wurden entweder komplett pulverisiert oder schwer beschädigt, rund 90 historische und architektonische Denkmäler wurden zerstört. Abgesehen von humanitären Verlusten durch die NATO-Angriffe wird der entstandene Sachschaden auf insgesamt 120 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Luftangriffe gegen Jugoslawiens Zivilbevölkerung waren militärisch sinnlos und zielten lediglich darauf ab, den Willen der Bevölkerung zu brechen. So wurden etwa im Kosovo durch NATO-Kampfjets nur sieben jugoslawische Panzer zerstört, dafür 370 Industrieanlagen. In Serbien und Montenegro wurden Betriebe, Krankenhäuser, Personenzüge, Brücken und Kirchen bombardiert.

William Walker, seinerzeit Leiter der OSZE-Beobachter im Kosovo. Am 28. Januar 1999 warnte der Journalist Gary Wilson in der in den USA erscheinenden „Workers World Newspaper“ vor William Walker: „Es ist wichtig, dass die Welt weiß, wer Walker ist: ein Militär-Veteran des US-State-Departement, der den schmutzigen Krieg gegen Nicaragua und El Salvador in den 80er Jahren leitete und der über jeden Aspekt dieses Krieges log.“

Was für eine Story ist auch das wieder: Am 16. Januar 1999 wurden der US-Amerikaner William Walker, Leiter der OSZE Kosovo Überwachungsmission (Verification Mission – KVM) und Vertreter der internationalen Medien von Mitgliedern der UCK zu einem Hohlweg am Rande des Dorfes Racak geführt, wo etwa 20 Leichen lagen. Das Urteil William Walkers steht sofort fest: Mit erregter Stimme spricht er von einer „Hinrichtung unbewaffneter albanischer Zivilisten” und erklärt: „Ich zögere nicht, die jugoslawischen Sicherheitskräfte dieses Verbrechens zu beschuldigen”. (Berliner Zeitung 18.1.99) Ein tags darauf unter Walkers Regie fertiggestellter “special report” der OSZE-Mission fasst zusammen: Man habe Beweise gefunden für „willkürliche Verhaftungen, Tötungen und Verstümmelungen von unbewaffneten Zivilisten”. Im Detail listet der Report auf: 23 erwachsene Männer in einem Hohlweg oberhalb Racaks, „viele aus extremer Nahdistanz erschossen”, ferner vier erwachsene Männer, die anscheinend auf der Flucht erschossen wurden, sowie 18 Leichen im Dorf selbst. Unter Letzteren waren auch eine Frau und ein Junge. US-Präsident Clinton verurteilt das „Massaker” in der „schärfst-möglichen Form” und spricht von einem „vorsätzlichen und wahllosen Akt des Mordes”.

Das ”Racak-Massaker” gilt als Schlüsselereignis auf dem Weg in den Krieg der NATO gegen Jugoslawien. Die Washington Post schreibt, Racak habe „die Balkanpolitik des Westens in einer Weise geändert, wie Einzelereignisse dies selten tun”. Obwohl viele Einzelheiten weiterhin geheim gehalten werden, zeigen inzwischen bekannt gewordene Fakten, dass es sich um eine gelungene Inszenierung gehandelt hat. Mit Hilfe der Medien konnte damit der nötige Druck auf zögerliche Politiker und die Bevölkerungen der NATO-Länder verübt werden um einen Angriff der NATO auf Jugoslawien zu rechtfertigen.

Die Wurzeln des Kosovo-Konflikts reichen weit ins Mittelalter zurück: In der berühmten Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo Polje) im Jahr 1389 musste das slawische Volk eine vernichtende Niederlage gegen die Türken einstecken. Die Folge: Die Serben wurden aus dem Gebiet, das ihnen Jahrhunderte lang gehört hatte, vertrieben. Das Kosovo gehörte fortan wie auch Mazedonien und Albanien zum Osmanischen Reich, einem Vielvölkerstaat; dieser zerbrach 1912, als Montenegro, Griechenland, Serbien und Bulgarien den Türken den Krieg erklärten. Im Friedensvertrag von London wurde 1913 das Kosovo zwischen Serbien und Montenegro aufgeteilt. Albanien wurde selbstständig, Mazedonien ging an Serbien. Nach der Gründung Jugoslawiens im Jahr 1918 kam das Kosovo ganz zu Serbien.

1974 gewährte Jugoslawien unter dem kommunistischen Staatschef Josip Broz Tito dem Kosovo umfangreiche politische, wirtschaftliche und kulturelle Autonomierechte. Im Jahr 1989 hoben die Serben unter Milosevic den Status des Kosovo als autonome Republik auf, 1990 lösten sie das Regionalparlament auf. Seither sind die Albaner im Kosovo in eine Lage gebracht worden, die fatal an ihre Situation im Vorkriegsjugoslawien erinnerte. Bis Mitte der 90er Jahre wurden die Albaner diskriminiert. 1995 war die albanische Mehrheit fast vollständig aus dem öffentlichen Leben verdrängt. So wurden fast alle Lehrstellen und Posten in Krankenhäusern und der staatlichen Verwaltung mit Serben besetzt. Nach dem Krieg in Bosnien-Herzegowina begann die Clinton-Administration Einfluss auf den Gang der Dinge zu nehmen. Von dem Moment an lassen sich viele Parallelen zur Entwicklung in der Ukraine finden. Es geht im Grunde massiv gegen Russland, bis dahin, dass der amerikanische Botschafter die Ukraine und den Kosovo direkt regiert.

Am 17. Februar 2008 erklärte das Parlament des Kosovo – gegen den Willen der serbischen Regierung – die Unabhängigkeit der Republik Kosovo. Die USA stützen das Kosovo bis heute finanziell und betreiben dort die größte europäische US-Militärbasis, Camp Bondsteel, die auch als „Little Guantanamo” bekannt ist. Als Parlament muss man jede Menge pensionierter UCK-Terroristen verstehen.

Auf der Krim fand eine Volksbefragung aller Krimtschan statt. Im Ergebnis lehnte die westliche Wertegemeinschaft den Entscheid ab und verhängte Sanktionen gegen Russland. Denen widersteht Russland heute vollumfänglich. Diese Vorgänge laufen unter der Kategorie „doppelter Standard”.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

8 thoughts on “24.03.1999 – Der erste Krieg der NATO beginnt”

  1. Nur gut dass der nächste Nato-Krieg, deren Letzter sein wird.

    Völkerrechtswidrig handeln immer nur die "anderen", so denkt man in der NordAtlantischen Terror-Organisation und so müssen es die Medien auch verbreiten. Nur gut dass ich in 2 Monaten hier weg bin, aus der Besatzer Republik Deutschland.

    Mein Beileid denen die hier nicht weg können oder wollen.

    Wehrt euch, solange es noch geht! Tut es eueren Kindern zuliebe, sonst werden sie euch eines Tages hassen, für euere Untätigkeit.

  2. Fick dich Nato…FICK DICH GANZ EINFACH DU BESCHISSENE TERRORISTENVEREINIGUNG!!

    Ihr habt Jugoslawien zerstört und sovielen Menschen dort Unheil gebracht. Schande über euch

  3. Der andere ist der 11. September 2001, die Angriffe auf New York und Washington DC, die weniger als drei Stunden dauerten und fast 3.000 Opfer forderten. Die Wut der US-Amerikaner und der Wille, diese Angriffe zu rächen, …

    mittlerweile weiss jeder vollhonk, dass die angriffe auf new york von der us-regierung selbst vorbereitet / ausgeführt wurden und dass die sich zum ereigniszeitpunkt in den usa befindende familie bin laden – trotz flugverbot – aus dem land ausgeflogen wurde!

    frage – was um alles in der welt verleitet das C-M dazu, Th. Roth seine plattform zu zweck der desinformation zur verfügung zu stellen? 

  4. haut diesem amischwein doch endlich mal ein dickes ei auf sein verschissenes land, damit wir auf der ganzen welt endlich ruhe vor diesem schwein en haben !

  5. Der Angriff auf Serbien war legitim, wer hätte den Genozid sonst stoppen können. Die Angriffe hätten  allerdings noch intensiver fortgeführt werden sollen 

  6. Dem Mord an den Muslimen ging der Mord von christlichen Serben durch Muslime voran. Jetzt muss der zum Alleinschuldigen gemachte 40 Jahre wegen Genozid ins Gefängnis.

    Die Zerstörer von Dresden, Hamburg und anderen Städten, Hiroshima und Nagasaki mit        100- Tausenden von toten Zivilisten, Frauen und Kinder mit eimngeschlossen, waren und sind heute noch rechtens. Die Täter von damals wurden anschließend hoch dekoriert. Ja, so sieht wahre Gerechtigkeit aus!

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.