Wer erhält das globale Finanzsystem eigentlich am Leben?

Eine der meistgestellten Fragen unserer Zeit dürfte die folgende sein: Wie ist es möglich, dass das globale Finanzsystem trotz aller Einschläge der jüngeren Vergangenheit noch immer nicht in sich zusammengebrochen ist?

Von Ernst Wolff

Das Gesamtbild der Weltwirtschaft könnte kaum düsterer sein: Rezession und Deflation, Kapitalflucht aus den Schwellenländern, Verwerfungen an den Devisenmärkten, Einbruch des Ölpreises und der Rohstoffmärkte, miserable Wirtschaftsdaten aus den USA und China – und das alles vor dem Hintergrund von weltweit mehr als 200 Billionen US-Dollar Schulden, einem sich ständig verschärfenden Währungskrieg und einer Unzahl geopolitischer Krisenherde…

Freitag, der 29.01.: Ein aufschlussreicher Tag an der Wall Street

Einen Hinweis darauf, wie und warum das globale Finanzsystem trotz dieser katastrophalen Gesamtlage noch funktioniert, gaben die Ereignisse an der New Yorker Börse am letzten Freitag des Monats Januar: Obwohl aus den USA extrem schlechte Wirtschaftsdaten gemeldet wurden, die sich auf die Kurse eigentlich negativ hätten auswirken müssen, schoss der Dow Jones um fast 400 Punkte in die Höhe. Weshalb? Weil die japanische Zentralbank am selben Tag bekannt gab, dass sie Negativzinsen einführen wird. Die Anleger an der New Yorker Börse gingen umgehend davon aus, dass die US-Zentralbank Federal Reserve ihren im Dezember begonnenen Kurs der Erhöhung des Leitzinses wegen der schlechten US-Wirtschaftsdaten nicht fortsetzen, sondern den Zinssatz ebenfalls wieder senken und Investoren damit weiteres, noch billigeres Geld zur Spekulation an den Finanzmärkten zur Verfügung stellen wird.  

Die Reaktion zeigte einmal mehr, dass sich das Geschehen an den Aktienmärkten inzwischen vollständig von der realwirtschaftlichen Entwicklung entkoppelt hat und ein Eigenleben führt, dessen Regeln keiner Wirtschaftstheorie folgen. Konzepte wie das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage zählen nicht mehr, die Entwicklung der Börsenkurse basiert heute in erster Linie auf der Erwartung zukünftiger Manipulation der Märkte durch die Zentralbanken.  

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Die Reanimation des Systems hatte ihren Preis

2008 wäre das Todesjahr für das bestehende globale Finanzsystem gewesen, hätten Regierungen und Zentralbanken es nicht durch die größte Vermögensumverteilung aller Zeiten mit Hilfe von Steuergeldern am Leben erhalten. Diese Reanimation aber hatte ihren Preis: Sie hat eine ständig wachsende Schuldenlawine von nie dagewesenem Ausmaß in Gang gesetzt, die unablässig durch Zinszahlungen bedient werden muss. Aus diesem Grund bleibt den Zentralbanken seit 2008 gar nichts anderes übrig, als immer neues Geld zu drucken und es der Finanzindustrie zu immer niedrigeren Zinsen zur Verfügung zu stellen.

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Das allein aber reicht nicht aus. Die Aktivitäten der Zentralbanken gehen deshalb weit über das Drucken von Geld und das Senken von Zinssätzen hinaus. Seit Jahren greifen sie auch in großem Stil an den Rohstoff-, Anleihe- und Aktienmärkten ein. Laut dem Official Monetary and Financial Institutions Forum hielten sie bereits im Juni 2014 mehr als 30 Billionen US-Dollar in Aktien und anderen Vermögenswerten. Zu den größten Playern am Markt zählen die chinesische Zentralbank (Bank of China, BoC), die US-Zentralbank Federal Reserve und die Schweizer Nationalbank (SNB). Im Klartext heißt das: Die Banken, die Geld drucken dürfen, zählen selbst zu den größten Marktteilnehmern und steuern mit ihrer eigenen Finanzkraft die Kurse.

Doch selbst diese Form der Manipulation dürfte in den vergangenen Wochen kaum ausgereicht haben, um das System am Leben zu erhalten. Gerade die Entwicklung an den Rohstoffmärkten hat zu Verwerfungen geführt, die internationale Giganten wie z.B. die Konzerne Glencore, Rio Tinto und BHP Billiton und ganze Industriezweige wie die mit Krediten in Höhe von einer halben Billion US-Dollar belastete die US-Fracking-Industrie an den Rand des Zusammenbruchs gebracht haben.

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Auch müssen im Bereich der Derivate, insbesondere der Kreditausfallversicherungen, allein in den vergangenen acht Wochen Zahlungen in Milliardenhöhe fällig geworden sein. Da jedem Gewinner in diesem Bereich ein Verlierer gegenübersteht, muss man sich fragen: Wer sind diese Verlierer und wieso haben ihre Verluste keine Kettenreaktion ausgelöst? Und noch eine weitere Frage steht seit Längerem im Raum: Wer hat die in den vergangenen eineinhalb Jahren auf den Markt geworfenen US-Staatsanleihen in Höhe von etwa einer Billion Dollar, die in keiner der Öffentlichkeit zugänglichen Bilanz auftauchen, gekauft und bezahlt…?

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11 Kommentare

  1. Das Gericht über die Reichen

    "Und nun, ihr Reichen: Weint und heult über das Elend, das über euch kommen wird! Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind von Motten zerfressen.

    Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis geben und wird euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt in diesen letzten Tagen!

    Siehe, der Lohn der Arbeiter, die euer Land abgeerntet haben, den ihr ihnen vorenthalten habt, der schreit, und das Rufen der Schnitter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth(Gott der Heerscharen).

    Ihr habt geschlemmt auf Erden und gepraßt und eure Herzen gemästet am Schlachtag.

    Ihr habt den Gerechten verurteilt und getötet, und er hat euch nicht widerstanden."

    Jakobus 5

     

    1. Ich hoffe sehr auf die Verwiklichung der Prophezeihung aus Jakobus 5.
      Leider dauert es wohl noch, aber er sagt auch :

      "Mahnung zur Geduld
      So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis auf die Zukunft des HERRN. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis er empfange den Frühregen und den Spätregen.
      Seid ihr auch geduldig und stärket eure Herzen; denn die Zukunft des HERRN ist nahe."

    2. ….Amen

      Warum sollen die denn "Weinen". Für das Geld aus dem nichts haben die Versorger, Energiekonzerne und Rohstoffrechte erworben. Was mit dem Papiergeld geschieht ist doch völlig wurscht. Papiergeld kommt und geht. Glaubst du ernsthaft das diese Menschen das nicht wüssten. Bevor du weist was überhaupt läuft sitzen die wieder oder immernoch in der ersten Reihe.:-)

      Abgesehen davon, lieber ein paar wenigen alles als allen etwas. Die Prols würden es eh nur nutzen um sich zu vermehren wie die Karnickel um anschließend, welche Überraschung, wieder ihren Mangel zu beklagen.

      1. Das scheinbare Glück der Gottlosen

        "Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter.

        Denn wie das Gras werden sie bald verdorren, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.

        Hoffe auf den HERRN und tu Gutes, bleibe im Land und nähre dich redlich.Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.

        Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird`s wohl machen und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht / und dein Recht wie den Mittag.

        Sei stille dem HERRN und warte auf ihn. Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht, der seinen Mutwillen treibt.

        Steh ab vom Zorn und laß den Grimm, entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.

        DEnn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das Land erben.

        Noch eine kleine Zeit, so ist der Gottlose nicht mehr da; und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg.

        Aber die Elenden werden das Land erben und ihre Freude haben an großem Frieden.

        Der Gottlose droht dem Gerechten und knirscht mit seinen Zähnen wider ihn. Aber der Herr lacht seiner; denn er sieht, daß sein Tag kommt.

        Die Gottlosen ziehen das Schwert und spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen und morden die Frommen. aber ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihr Bogen wird zerbrechen.

        Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluß vieler Gottloser. Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen, aber der HERR erhält die Gerechten. Der HERR kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben. Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit, und in der Hungersnot werden sie genug haben.

        Denn die Gottlosen werden umkommen; und die Feinde des HERRN, wenn sie auch sind wie prächtige Auen, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht…"

        Psalm 37

  2. "Wer erhält das globale Finanzsystem eigentlich am Leben?" – Genau die Mitglieder der Finanzelite, deren Namen in keiner der systemtreuen Medien aufzufinden sind, die nach Belieben Krisen und Kriege konstruieren, in deren Händen sich die Zentralbanken befinden, die kurz davor sind, den Planeten samt seiner Bewohner komplett zu übernehmen. Die tatsächliche finanzielle Macht befindet sich in den Händen einiger Investmentbanker, die international seit Jahrhunderten agierend, hinter den Kulissen ihrer Privatbanken verbleiben. Ihr Ziel ist es, eine Weltzentralbank zu platzieren, mit einer Einheitswährung ohne Bargeld, mit gechipten "Untertanen", die nach den Wünschen dieser Psychopathen beliebig zu führen sind.

  3. 1914 – 1918 / 2014 – 2018

    Im Westen nichts neues! So tobt der dritte Finanz- und Wirtschaftskrieg geführt von den U.S.A., deren Staatsbankrott nur durch den Ankauf der Fed von weiteren Staatsanleihen noch mühsam kaschiert wird. Das bedeutet eine Selbstfinanzierung durch aus dem Nichts geschaffenem Geld. Das wurde erstmals von Albert Havenstein 1923 praktiziert, mit den bekannten an die Wand gefahrenen deutschen Finanzen der Superinflation in Deutschland, was offensichtlich jetzt weltweit als Standardmodell, mit seinen durchschlagenden Ergebnissen, wie von Mario Draghi, mit seinen Forderungen nach einer höheren Inflationsrate, herhalten muß!

  4. Die USA sind weder in der Lage, einen Krieg gegen Russland, noch gegen China zu gewinnen, denn beide Länder würden sich im Kriegsfalle beistehen. Diese Option,oder

    gar der Austausch Putins, fällt schon mal weg. Es sieht eher so aus, das nun Europa und vor allen Deutschland, ins zugewanderte Chaos gestürzt wird, zwecks nachträglicher, wirtschaftlicher Verwertung, duch die US Satanisten.

     

     

     

     

  5. Die Auswirkungen von Negativzinsen sind unabsehbar, da es hierfür keine historischen Parallelen gibt. Ihre Einführung muss aber wegen der Flucht der Sparer ins Bargeld auf jeden Fall ein Bargeldverbot nach sich ziehen, was ebenfalls zu sozialen Unruhen führen kann.

    Na Prima, läuft doch alles nach Plan.

  6. Börse, FEDs, Derivate, Banken: alles betrügerische Spieler, die sich selber Geld erschaffen und damit die ansonsten auf Angebot und Nachfrage re-agierenden Märkte so lange traktieren, bos die echten Wewrte ( Minen, Rohstoffe, Aktien, Commodities usw) in die Knie gegen und billigst gekauft werden können. Das wollen die. Es ist die Umverteilung von Werten gegen Betrugs-Papier, das die Rothschilds und alle follower spielen. Das sind die Welt-Verbrecher. Sie regieren nicht, sie sind kein Markt, sie sind nicht real, sie sind schlicht Verbrecher, denen es nur darauf ankommt, alle echten, tangiblen Werte der Welt an sich zu bnringen.

    Wer immer noch glaubt, dass es überall mit rechten Dingen zugeht und der "M A R K T " alles richtet, hat schon verloren, denn er glaubt auch an den Klapperstorch und die Redlichkeit der Geldverleiher oder Banker. Dieses System wird 1000 jahre überdauern, indem genau das gemacht wird, was seit 100 Jahren gemacht wurde: Betrug über Falsch-Info und künstlich erschaffeneem Geld. Der Geldboss ist Rothschild- alle anderen folgen: Soros, Rockefeller, Peabody usw.

    chempfehle den Chinesen und Russen, es geanu so zu tun und die Werte der USA an sich zu bringen mit Papier-Yuan und Papier Rubel. Auf Augenhöhe kriminalisieren! Wenn es weniger zu Tauschen gibt, gibt es einen neuen Krieg- alles wird auf Null gesetzt und dann geht das Spiel von vorne los.

    Nur über die Extinktion der Main-Player und follower lässt sich dieses System bereinigen oder lösen. Wer traut sich ?  

  7. Eine der meistgestellten Fragen unserer Zeit dürfte die folgende sein: Wie ist es möglich, dass das globale Finanzsystem trotz aller Einschläge der jüngeren Vergangenheit noch immer nicht in sich zusammengebrochen ist?

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    Nun, das russisch-Roulette System (Geldbetrugs-System und Wett- u. Kasino-Wirtschaft) ist nur deshalb noch nicht zusammengebrochen, weil die Big-Roulette Player auch diejenigen sind, welche die Zentralbanken und vor allen Dingen die US-Fed kontrollieren und seit Jahren die Gelddruckmaschinen angeschmissen haben und mit ihrer 'easy-monetary-policy' die sog. 'Märkte' angeheizt haben.

    Das FIAT-Geld, was dort gedruckt wird, geht zu etwa 85 Prozent direktemang in in die Wall-Street und City of London Wettbüros.

    Und offensichtlich haben es die Hochkriminellen verstanden, ihre hochtoxischen Derivate immer wieder anderen Doofen anzudrehen. Gilt gleichermaßen für die CDS-Wetten, die ja an der Wall-Street von 5 ..ähäm…Geldinstituten gehandelt werden.

    Was noch zu sagen wäre, haben  meine Vor-Kommentatoren Heiner-Philip und Edmundotto präzise dargelegt.

    Genauso isset!

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