Verdi will sechs Prozent mehr Gehalt im öffentlichen Dienst

Die Forderung der Gewerkschaft Verdi scheint nicht gerade bescheiden. Was aber kann Verdi realistischerweise erwarten, zumal in vielen Städten und Gemeinden aufgrund der Flüchtlingskrise eine angespannte Situation vorherrscht? Ab 21. März beginnen die Verhandlungen, dann wird wie immer gepokert und gefeilscht. 

Von Redaktion/dts

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für den öffentlichen Dienst sechs Prozent mehr Gehalt und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 80 Euro pro Monat. Das habe die Bundestarifkommission der Gewerkschaft am Donnerstag in Berlin beschlossen, teilte Verdi mit. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags für die 2,14 Millionen Beschäftigten soll demnach zwölf Monate betragen.

"Der private Konsum ist der Motor der guten Konjunkturentwicklung und muss weiter gestärkt werden. Das ist angesichts anhaltend steigender Steuereinnahmen auch machbar", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. Die Tariflohnentwicklung im öffentlichen Dienst liege im Vergleich zum Durchschnitt der Gesamtwirtschaft weiter zurück.

Mehr als 20 Prozent der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes würden in den nächsten Jahren ausscheiden. "Angesichts dieser demografischen Entwicklung müssen Bund und Kommunen konkurrenzfähig sein. Wir wollen, dass der öffentliche Dienst im Wettbewerb um die besten Fachkräfte mithalten kann", sagte Bsirske. Dem diene auch die unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreicher Ausbildung sowie der Verzicht auf sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen. Die erste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen ist für den 21. März in Potsdam geplant.

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2 Kommentare

  1. Das ist eine Primaforderung und den ÖD mag es freuen, wenn man es denn glaubte. Denn im Gegensatz zu den anderen Jahren sind dieses Mal die öffentlichen Kassen mit Sicherheit leer gefegt, was aber die Bundeskanzlerin aus taktischen Gründen-wie bei den Rentnern- nicht daran hindern dürfte zu einem hohen Abschluß zu kommen. Warten wir das Spektakel  es ab, wohin die Reise geht.

  2. Bsirske fordert 6% und hofft auf 3%, die er nach Tarifverhandlungen für den ÖD "herausholen" könnte. Bei der Verschuldung der Kommunen von annähernd 350 Mrd. Euro wird er auf reichlich Widerstand stoßen, insbesondere in NRW zeichnen sich in einigen Kommunen, die Aktienanteile  bei RWE haben und just erfahren, das es 0 Dividende gibt ( erwartet waren 300-350 Mio.), größere Haushaltslöcher ab. Der Bund plant 11 Mrd. "Mehrausgaben" ohne die zu erwartenden Besoldungserhöhungen ein, so daß der Rollstuhllfahrer sicherlich eine weitere Kreditaufnahme anpeilen muss. Bereiten wir uns auf Streiks vor, die es mit Sicherheit geben wird. —  Frank Bsirskes ewig grinsendes Gesicht wird mir immer in Erinnerung bleiben. Wir haben in Wolfsburg zusammen die Schule besucht und Fränkieboy (Spitzname seinerzeit) war als Kreisläufer beim Handball bevorzugtes Ziel von körperlichen Attacken, die er stets mit einem Grinsen hinnahm. Ich weiß bis heute nicht, wie ein durchschnittlicher Schüler, der er war,in diese Position gelangen konnte. (Anm.: Er ist mit Sicherheit kein Jesuit, gehört auch nicht zum auserwählten Volk).

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