Militäranalyse: Der Donbass wurde schon lange als „De-facto-Staat“ gesehen

Seit dem Jahr 2014 kämpft der Donbass um seine Souveränität. Der Grund ist bekannt: Die Bürger der selbsternannten Volksrepubliken wollen weder in die EU oder in das NATO-Bündnis rein. Deutsche Offiziere haben das schon 2009 erkannt. Zudem gibt es auch amerikanische Quellen, die vor Jahren eingesehen haben, dass der Westen im Donbass nichts zu suchen hat.

Von Christian Saarländer

Es wurden viele krude Theorien über die Ostukraine verbreitet: Von einem geplanten Proto-Staat bis hin zur russischen Invasion musste man so einiges ertragen, was die Medien einem aufgetischt haben. Dabei sah man bereits im Jahre 2009 ein, dass allemal die Westukraine der NATO beitreten könnte. In einem Aufsatz mit dem Titel "Die NATO-Osterweiterung und der Streit um die Einflusssphären in Europa" in einer österreichischen Militärischen Zeitschrift, geht der deutsche Oberstleutnant Heinz Brill von einem „De-facto Staat“ Ostukraine aus. Der Artikel, der hier abrufbar ist, erschien anlässlich des 60jährigen Jubiläums des NATO-Bündnisses.

Der Aufsatz knüpft an die ersten Erwägungen im Hinblick der NATO-Osterweiterung an, wonach Moskau einem Beitritt der damaligen DDR noch billigte, aber man sich bekanntlich damals einigte, dass die NATO keine weiteren Länder mehr aufnehmen sollte. Nachdem die NATO dann das Partnership for Peace Programm im Jahre 1994 einführte und ab 1999 die NATO-Osterweiterung vorantrieb, wissen wir, dass der Westen gegen Moskau Wortbruch begangen hat. Auch dies wird im Aufsatz beschrieben.

Der deutsche Autor folgt damit der Ansicht des Politikwissenschaftler Samuel Huntington, der im Jahre 2008 verstarb. Huntington brachte im Jahre 1996 ein Buch mit dem Titel „Kampf der Kulturen“ heraus, welches die aktuellen Konflikte von heute voraussah. Huntington teilte die Welt damals in Kuluturräume ein und in der Ukraine verläuft die Trennlinie zum orthodoxen Kulturraum genau an der Linie, wo die Rebellen gegen die faschistische Putschregierung in Kiew kämpfen.

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Allerdings wurde das Buch damals massiv kritisiert und man versuchte Huntingtons Thesen durch Widersprüche zu diskreditieren. Heute sehen wir, dass Huntington im konkreten Falle recht behalten solle. Die Ostukraine sieht sich als ein Teil des orthodoxen Kulturraums, was man durch die vielen Symbole, wie beispielsweise die Jesus-Ikone als Kriegsflagge, erkennen kann. Insoweit ist es nur noch unverständlich, warum der Westen tatenlos zuschaut, wie Kiew ständig versucht durch Bombenterror die Ostukraine zu destabilisieren.

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4 Kommentare

  1. Wenn sich nach der Auflösung des Warschauer Paktes im Jahr 1991 auch die NATO aufgelöst hätte, wäre niemals eine derart gefährliche Situation entstanden, wie wir sie heut haben. Der damalige US-Präsident George Herbert Walker Bush (Vater) und seine Helfershelfer, die (dem sowjetischen Präsidenten) Michail Gorbatschow mündlich versichert hatten, der Kalte Krieg sei jetzt zu Ende, erklärte im privaten Gespräch mit Politikern der NATO-Staaten: "Die Russen sollen zur Hölle gehen! Nicht sie, wir haben gewonnen."

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