Freihandel ist nicht zwangsläufig gut

Immer mehr Ökonomen bezweifeln, dass der Freihandel wirklich so viele Vorteile mit sich bringt, wie immer wieder behauptet wird. Es zeigt sich nämlich, dass Protektionismus durchaus positive Auswirkungen haben kann.

Von Marco Maier

In einer aktuellen Studie schreiben die Ökonomen David Autor (MIT), David Dorn (Zürich) und Gordon Hanson (NBER), dass insbesondere der freie Handel mit der Volksrepublik China den amerikanischen Industriearbeitern summa summarum mehr geschadet als genützt hat. Demnach führte der wachsende Außenhandel mit dem Reich der Mitte pro 1.000 Dollar an Importen zu einer Reduktion der Löhne um 500 Dollar. Das heißt: Importieren die USA beispielsweise chinesische Produkte im Wert von 100 Milliarden Dollar, zahlt die US-Industrie um 50 Milliarden Dollar weniger an Löhnen aus.

Anhand von Beispielen zeigten die Autoren auf, dass Freihandel offensichtlich nur dann Vorteile für alle Seiten bringt, wenn es sich hierbei um vergleichsweise gleichstarke bzw. ähnlich strukturierte Volkswirtschaften handelt. Sind die Länder zu unterschiedlich, zeigen sich hingegen schnell Gewinner und Verlierer. Schon früher wiesen Ökonomen darauf hin, dass die westeuropäischen Industriestaaten, die USA und auch Japan nur deshalb stark werden konnten, weil sie ihre wichtigesten Schlüsselindustrien durch Protektionismus schützten. Heute hingegen werden vor allem die Schwellenländer am Aufbau einer eigenen starken Volkswirtschaft gehindert, indem man ihnen ein Freihandelsabkommen nach dem anderen aufzwängt. Doch einen wirklichen Freihandel kann es nur unter weitestgehend gleichwertigen Partnern geben, alles andere ist über kurz oder lang eine Ausbeutung einer Seite zugunsten der anderen.

Über kurz oder lang muss jede Volkswirtschaft mit einem eigenen, passenden Mix aus Protektionismus und Freihandel versuchen, die perfekte Balance zu finden. Pauschale Freihandelsabkommen wie z.B. TTIP oder CETA für die gesamte EU sind hierbei genauso schädlich wie der europäische Binnenmarkt für wirtschaftlich desolate Länder wie Bulgarien oder Rumänien. Oder will jemand behaupten, diese beiden Staaten hätten seit ihrem EU-Beitritt nennenswerte wirtschaftliche Erfolge (abgesehen von den in dunklen Kanälen versickerten Milliarden an Euro) erzielt, die ohne die EU-Mitgliedschaft nicht erreicht worden wären?

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7 Kommentare

  1. TTIP und CETA ist kein Freihandel, sondern Bauernfängerei, damit die davon Bevorzugten Nationen wesentliche Vorteile  daraus erzielen.

    TTIP macht Europa von den USA abhängig und ist nebstbei ein Tattoo, das ewig bindet, eine ungleiche Ehe so zu sagen.

  2. "Freihandel" ist eine Phrase. —  Die britische Ost-Indien.Kompanie hatte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zu 300000 Söldner unter Waffen, um der Welt ihre "Freihandels"-Diktate aufzuzwingen und keine noch so perfide und blutige Methode ausgelassen, um an wirtschaftliche Vorteile für die auf der Insel ansässigen Investoren zu gelangen. In der heutigen Medien-Gesellschaft hat die gleiche Elite zusätzlich die Macht über die Medien, um der Weltöffentlichkeit ihr schamloses, unverändertes Vorgehen als "Demokratie-Rettung" oder als Bekämpfung von Schurken-Staaten und Terrorismus zu verkaufen. Es ist nachwievor die gleiche profitgierige, dabei über Millionen Leichen gehende Finanzelite, die sich im Besitz unseres Planeten wähnt.

  3. Mit TTIP wirft USA die Schlinge um Europa, schwächt die Wirtschaft und vergiftet das Volk. Es geht nur wieder um die weltweite Vorherscheift des Kriegstreibers USA. Aber irgendwann ist das Ende einer Wurst aufgefressen, dann übernehmen vernünftige Menschen das Ruder und der Dreck wird weggespühlt!

  4. Wohlstandsgesellschaften sind in Europa bisher nur unter den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Nationalstaaten begründet worden. Vor den EU Bestrebungen war Europa die prosperierendste Weltregion und beispielhaft für seine Ordnungsstrukturen. Diese hervorragenden Lebensbedingungen der Menschen in Europa fallen und fielen der Zerstörungspolitik im Rahmen der EU Integrationspolitik zum Opfer. TTIP, CETA und andere "Kürzelorganisationen" sind nur weitere politische Instrumente dieser Zerstörungspolitik. Erstrangiges Anliegen der Völker Europas muß daher der Austausch des bisherigen Politpersonals sein.

  5. 'Feihandel ist eine jüdisch-angelsächsische Erfindung zur Durchsetzung des Wirtschafts- und Finanz-Imperialismus des organisierten Weltjudentums.

    Früher bedeutete 'Freihandel' 'Kanonenpolitik' des brit.- jüdischen Imperiums/City of London. Wir erinnern uns gern an den Opiumkrieg gegen das kaiserliche China zum Nutzen des jüdischen Opiumkönigs Sasson, der natürlich standesgemäß von der brit. Krone geadelt wurde.

    Heute versucht man uns weis zu machen, dass der 'Freihandel'  a la City of London und NYC Wall Street uns Wohlstand bringe, wobei der Freihandel nur Verarmung und Ausplünderung bedeutet, da das heimatlose Raubtierkapital immer dort hingeht und produzieren lässt, wo die Lohnsklaven am billigsten und rechtlosesten und die Prodkutionskosten am günstigsten sind.

    Deswegen findet unter dem Etikett 'Freihandel' in den letzten 30 oder 40 Jahren eine gewaltige Verschiebung von Arbeitsplätzen und damit von Wohlstand, Wissenschafts- und Technologietransfer in die Länder Asiens – vornehmlich China und Indien .statt. Wobei die Menschen in den 'Freihandelsländern' nur marginal davon profitieren. Der Löwenanteil der Riesengewinne landet in den Taschen der üblichen Verdächtigen.

    Gleichsam mit aus der Luft geschöpften Kapital, über Kredit und Zins, Anleihen und Sonderziehungsrechte, kann so die Welt ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans, kann Staat für Staat in die Zinsknechtschaft der Neuen Weltordnung der Finanzmonopolisten gezwungen werden.

    Wie sagte doch der NWO-Apologet und Neo-Con, Thomas P.M. Barnett, in dreister (Freinhandels) Offenheit: 

    „Amerika hat sich darauf spezialisiert, seine Staatsschulden zu exportieren und fast alles andere zu importieren. Wie schaffen wir es, derart über unsere Verhältnisse zu leben und dabei trotzdem riesige Defizite einzufahren? Wir bringen eben die Welt dazu, unsere Schuldscheine zu kaufen, sie Uncle Sam vertraut und der Dollar verhältnismäßig billig ist. Das Geschäft mit unseren Schuldscheinen (treasury bills) ist umwerfend einfach. Wißt ihr, was es kostet, diese kleinen Papierfetzen zu drucken? 
    Und wißt ihr, was wir als Gegenleistung bekommen? Videorecorder, Autos, Computer, usw.! 

    Hört auf zu jammern, denn sollte die Welt jemals darauf kommen, welch großartiges Luftgeschäft wir betreiben, könnten wir in arge Schwierigkeiten kommen. (If the world ever caught on to what a great deal we have going here, we would be in real trouble!)“ … 
     

    Barnett studierte politische Wissenschaften an der Harvard Universität, galt in den USA Ende der 90er Jahre als einer der bedeutendsten Strategieforscher, war Professor am U.S: Naval War College (Marine-Kriegsakademie) zu newport, Rhode Island und war einer der maßgeblichen Berater im Weißen Haus. 

    „Die Neuen Spielregeln“, so Barnett „werden nicht mehr von Staaten festgelegt, sondern von der Globalisierung vorgegeben“; und weiter : „Nur die Globalisierung (made bei Big Business und den Finanzmonopolisten) kann "Frieden und Ausgewogenheit" in der Welt herbeiführen. Als Voraussetzung für ihr reibungsloses Funktionieren müssen vier dauerhafte und ungehinderte „Flows“ (Ströme) gewährleistet sein: 
     

    1) Der ungehinderte Strom von Einwanderern. … 
    2) Der ungehinderte Strom von Erdöl, Erdgas und allen anderen Rohstoffen. … 
    3) Das ungehinderte Hereinströmen von Krediten und Investitionen, das Herausströmen von 
    Profiten. … 
    4) Der ungehinderte Strom amerikanischer Sicherheitskräfte, zur Sicherung des Weltfriedens.

    Und wer immer sich gegen die Vermischung der Rassen sträubt, handelt unmoralisch und unzeitgemäß – und wird, wenn es nach Bernett geht, einfach umgelegt! 

    O-Ton Barnett:

    Unser Planet steckt voller Spinner, die gegen die Vermischung von Rassen und Kulturen wettern und sich der Erkenntnis verschließen, daß die Logik der Ökonomie obsiegen wird und nur sie die Menschen überzeugen kann. Diese Logik erfordert eine Globalisierung, die sowohl multikulturell als auch multirassisch sein muß. Sofern sie nicht von Kräften im Innersten des CORES heraus sabotiert wird, ist ihr Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. 

    „Jawohl“ bekennt Barnett,  ich nehme die vernunftwidrigen Argumente unserer Gegner zur Kenntnis. Doch sollten sie Widerstand gegen die globale Weltordnung leisten, fordere ich: Legt sie um!“ 

     

     

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