Der "flächendeckende Mindestlohn" soll laut Arbeitgeberpräsident Kramer nicht für alle Menschen in Deutschland gelten. Nicht nur Flüchtlinge sollen davon ausgenommen werden, sondern auch Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte oder jene Menschen die noch nie gearbeitet haben.

Von Redaktion/dts

Angesichts der Flüchtlingskrise hat Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer weitere Ausnahmen vom Mindestlohn gefordert. "Wer langzeitarbeitslos oder geringqualifiziert ist oder noch nie gearbeitet hat, sollte für zwölf Monate von der Mindestlohnpflicht ausgenommen werden", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Damit werde der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert. Bisher gilt in solchen Fällen eine Frist von sechs Monaten, in denen der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro nicht gezahlt werden muss. Kramer betonte, die Ausnahmen sollten nicht speziell für Flüchtlinge gelten. "Mir ist wichtig, dass wir Arbeitssuchende gleich behandeln – ob sie aus Bottrop oder aus Bagdad kommen", sagte der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände (BDA).

Kramer wandte sich auch entschieden dagegen, Flüchtlinge generell vom Mindestlohn auszunehmen. "Damit würde man eine Konkurrenz zu Deutschen organisieren, die sich in Beschäftigung befinden", sagte er. "Das wäre gesellschaftlicher Sprengstoff." Der Arbeitgeberpräsident warnte davor, in der Flüchtlingskrise neue Schulden zu machen. "Wir haben einen unerwarteten Haushaltsüberschuss. Es gibt überhaupt keinen Grund, vom Ziel des Bundesfinanzministers abzuweichen, einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen", sagte er. "Diese wirtschaftliche Lage muss man nutzen, um Schulden zu tilgen, damit wir in schlechteren konjunkturellen Zeiten Spielräume haben."

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5 thoughts on “Arbeitgeberpräsident fordert neue Ausnahmen vom Mindestlohn”

  1. Eine gute und berechtigte Forderung. Diese Forderung sollte heute noch in ein Gesetz gegossen werden und für alle Bundes- und Landestagsabgeordneten gelten sowie für deren Zuarbeiter.

    Die sogenannten Staatsdiener zeigen der Bevölkerung in vorbildhafter Funktion wie man in einer Zeit der Maximalabgaben, Steuern und Zuschlägen, wo sich ein normaler Arbeiter weder seiner Rente sicher ist, noch soviel Geld auf dem Konto hat seine Miete ein halbes Jahr im Voraus zahlen zu können.

    Personenschutz und Dienstfahrzeuge werden auch gestrichen wie auch die Wohnungen und Sonderkitas und Schulen, denn ab heute sind wir alle gleich wie im Märchenbuch GG, nur der Staatsdiener zeigt mal was es heißt dem Soverän dienen zu dürfen.

    Ich kenne keinen Handwerker, der so dick ist wie Altmeier und Gabriel und ich kenne auch keinen Handwerker, der nicht seine Leistung permanent in Stundenzetteln mit Materialeinsatz quittieren lassen muss, warum sollte das also ein Staatsdiener nicht auch machen und sich dann die Leistung und den Stundensatz gegenzeichnen lassen.

    1. Ja man sieht es ja wenn Bundestagssitzungen sind. Da ist oft gähnende Leere. Da fragt man sich welche Tätigkeiten die gerade ausüben, Aber wenn Diätenerhöhungen auf der Tagesordnung stehen, da sind selbstverständlich alle vorhanden, ist doch Ehensache!

      Aber bei den einfachen Volk wird es immer enger. Jetzt durch den Einzug der Schmarotzer noch mehr. Man weiß nicht, wie lange das gut gehen soll. Mehr Krankengeldzuschuss, Ol und Erdgas bzw. höhere Heizungspreise stehen auch schon auf der Tagesordnung und noch viel mehr wird auf uns zukommen.

  2. Seine Religion ist der Turbokapitalismus. Das schwappt auf alle EU Staaten über. Ein Länd fängt an und alle machen es nach. Warum arbeitet nicht er unter dem Mindestlohn?? Mal so für 2 Jahre zum probieren. Mal sehen, ob ihm seine Frau dann noch erhalten bleibt. Wage ich zu bezweifeln!

  3. Die Folge von solchen "Ideen" wird dann schlichtweg sein, das die Leute (ob nun Flüchtling oder Langzeitarbeitsloser) nur für 6 Monate beschäftigt werden, dann rausfliegen und der Nächste für 6 Monate arbeiten "darf".
    Und damit es nicht so "auffällt" wird es dann einfach als "Probezeit" abgetan und die (wieder) Arbeitslosen bekommen auf die Fresse vom JC / AA weil sie ja ganz bestimmt irgendwas falsch gemacht haben. Kann ja nicht sein, das die Arbeitgeber vlt einfach nur realitätsferne geldgierige Arschlöcher sind die 20 Jährige hochqualifiziert Studierte, mit 30 Jahren Berufserfahrung ausgestattete und einer sehr geringen Einkommenserwartung fordern.
    Nein Nein – das liegt ganz bestimmt immer und ausschließlich an den Arbeitslosen / Flüchtlingen das sie kein Job haben oder finden.

    Berufe, die früher einfach nur ein MSA oder ein Hauptschulabschluss forderten brauchen jetzt auf einmal ein Abitur, obwohl sich weder an den Anforderungen noch am Leistungsbild irgendwas geändert hat.

    Aber zurück zum eigentlichen Thema.
    Ein derartiger Vorschlag kann nur von einem bürokratischen Sesselfurzer mit Null Sinn für die Realität kommen.
    Zeigt mal wieder, wie weit die Verantwortlichen denken. Offensichtlich nicht mal über den eigenen Schreibtischrand hinaus.

  4. Jetzt lassen Sie doch so langsam die Sau raus, die Herren Arbeitgeber. Ein Asylant ist nur ein guter Asylant, wenn er für Nothing arbeitet. Das gleiche gilt natürlich auch für die deutschen Langzeitarbeitslosen. Je billiger die werden, je mehr sieht man ihre Vorteile, die man natürlich sofort in Abrede stellt, wenn normale Löhne gefordert werden. Das perfide an der ganzen Sache ist auch noch, daß zu Billigstlöhnen beschäftigt wird und vom Staat noch Subventionsgelder kassiert werden. Am Schluß eines Arbeitslebens eines Billiglöhners fällt dieser dann zwangläufig wieder der Allgemeinheit zur Last und die Herren Arbeitgeber haben in der Zwischenzeit ihren Reichtum verzehnfacht.

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