Manipulationen beim Aktienhandel sorgen für eine großangelegte Aktion der Steuerfahndung Wuppertal. Der Schaden für den Fiskus soll bei rund 700 Millionen Euro liegen. Der Fall zieht sich bereits seit einigen Jahren hin.

Von Redaktion/dts

Die Affäre um dubiose Aktiengeschäfte der Machart Cum-Ex bekommt eine völlig neue Dimension: Nach einem Bericht des "Handelsblatts" geht die Steuerfahndung Wuppertal gegen 129 Banken und Finanzdienstleister in ganz Europa und darüber hinaus vor. Sie sollen sich durch manipulierten Handel von Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch mehrfache Steuererstattungen erschlichen haben.

Schon im Jahr 2014 wurden Ermittlungen durchgeführt, wobei es zu dieser Zeit um unrechtmäßige Erstattungen von Kapitalertragssteuern in Höhe von 460 Millionen Euro ging. Damals waren 114 Beamte des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen, der Steuerfahndung Wuppertal sowie des Bundeszentralamts für Steuern im Einsatz. Im September 2015 zahlte das Land Nordrhein-Westfalen fünf Millionen Euro für einen USB-Stick, auf dem Informationen zu Cum-Ex-Geschäften gespeichert sind. Verkäufer war ein Bank-Insider, dessen Identität geschützt wird.

Bei den sogenannten "Cum-Ex-Aktiendeals" werden Papiere rund um den Stichtag an dem die Dividende festgelegt wird, in kürzester Zeit ge- und wieder verkauft. Damit will man die mehrfache Erstattung von Kapitalertragssteuern erreichen. Im Falle dieses Skandals hatten die beteiligten Unternehmen von den Finanzämtern mehrere hundert Millionen Euro mehr an Steuern erhalten als diese bezahlt hatten. Insider schätzen den Schaden für den Fiskus auf 700 Millionen Euro.

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4 thoughts on “Steuerfahndung hat 129 Banken und Finanzdienstleister im Visier”

  1. Und? Im Visir haben bedeutet auf Klardeutsch im Sichtfeld haben. Das ist erstens nichts Neues und zweitens habe ich jeden Tag ziemlich viel im Sichtfeld. Das hat nichts mit Ermittlungen, sondern mit getätigten Beobachtingen zu tun. Ich warte noch auf eine Sinnvolle Aussage.

    Da fällt mir der Sketch mit Loriot und dem sprechenden Hund wieder ein.

  2. auf welcher gültigen rechtsgrundlage eines verfassungsgemäßen gesetzgebers soll denn die

    abgabenordnung basieren?was habe ich davon,wenn die firma finanzamt,die ein inkasso und geldwäscheverein ist bei den banken geld

    der anleger stiehlt?geht es mir dadurch besser?

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