Zu teuer und zu späte Lieferung: Saudis lehnen US-Angebot für Kriegsschiffe ab

Da die Zeiten des übermäßigen Geldflusses vorüber sind und Riad sparen muss, had die Saudi-Führung den Kauf von vier Fregatten nun abgelehnt. Sie seien zu teuer und die Lieferzeit wäre zu lange, so die Begründung.

Von Marco Maier

Das Angebot des Pentagons, vier Lockheed Martin Küstenkampfschiffe für insgesamt vier Milliarden Dollar zu erhalten, ist laut "Defense News" nun vom Tisch. Obwohl die Saudis ihre Kriegsflotte erneuern und ergänzen müssen, greift nun auch in diesem Sektor der Rotstift. Die Kosten für die Schiffe seien zu hoch und die Lieferzeit nicht akzeptabel.

Die Schiffe, die als "Multi-Mission Surface Combatant" (MMSC) bekannt sind, besitzen eine Bewaffnung mit Boden-Luft-Raketen und ein robustes Kampfsystem, mit dem die Saudis ihre Küsten sichern und dazu noch von See aus Schläge gegen die Houthi im Jemen führen wollten. Zudem sind die Fregatten Teil eines 16 Milliarden Dollar umfassenden Rüstungsdeals zwischen den USA und Saudi-Arabien, der nun offenbar zumindest partiell geplatzt ist.

Da die Saudis angesichts des Krieges im Jemen und der Kriegsgefahr mit dem Iran schnelle Lösungen brauchen, erscheint es der saudischen Führung als zu lange, bis die Schiffe dann frühestens in sieben Jahren geliefert werden. Ob die Lockheed Martin Sikorsky Kampfhubschrauber und die anderen Schiffe auch von der Vertragsstornierung betroffen sind, ist derzeit allerdings noch ungewiss.

Die extrem niedrigen Ölpreise sorgen inzwischen schon dafür, dass das wahhabitische Königreich ein Sparpaket von rund 100 Milliarden Dollar schnüren musste, um das Haushaltsdefizit in diesem Jahr halbwegs unter Kontrolle zu bringen. Auch wenn damit der bislang mit Steuervergünstigungen, Subventionen und finanziellen Unterstützungen erkaufte innenpolitische Frieden in Gefahr gerät.

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9 Kommentare

  1. Vielleicht ergibt sich hier für die RF die Möglichkeit zu einem Waffendeal. Deren Rüstungsschmieden bzw. Werften sollten in der Lage sein, Vergleichbares zu deutlich niedrigeren Preisen zu liefern. Dies würde ein wenig Ausgleich zu den Verlusten im Petro-Geschäft bringen und die Achse Washington-Riad schwächen helfen. Meisten sind es unkonventionelle Lösungen, die mehr bringen als offene Konfrontation (s.  Merkel-Lob durch Putin). Der eigentliche Gegner, den es zu treffen gilt, sind die USA, so dass eine begrenzte Kooperation mit deren Vasallen im Einzelfall zielführend sein kann.

    1. Der eigentliche Gegner, den es zu treffen gilt, sind die USA, so dass eine begrenzte Kooperation mit deren Vasallen im Einzelfall zielführend sein kann.

      Einem ausgewiesenen Massenmörderstaat sein Massenmörderwerkzeug zu liefern. ist niemals zielführend, Strategie hin, Taktik her.

      1. Nicht unbedingt. Bei Großwaffen gilt: Wer liefert, konrolliert, und zwar Ersatzteile, Nachrüstung, ggf. Munition usw. Die Waffen erhalten die Saudis in jedem Fall, fragt sich nur wer davon profitiert und welchen wünschenswerten Nebeneffekt das Ganze hat. Nicht zuletzt, weiß niemand besser, wie den Betrieb solch komplexer Waffensysteme wirksam stört…

      1. Herr Jeh,natürlich tut der Verlust von Heimat und Standard nicht gut-aber den Verlust fügt uns ja der Hegemon zu indem er uns zu Sanktionen zwingt und in Kriege weitab der Heimat drängt.So oder so-entweder wir bekommen es selbst hin uns von der Vasallenschaft zu lösen und mit den Ländern Handels-und Wirtschaftsbeziehungen zu pflegen die guten Willen haben (BRICS) dann geht es uns gut für lange,lange Zeit,oder wir hören weiterhin auf die Anglozionisten und Eretz Israel.Dann können wir das Haupt senken und den Schlüssel übergeben.

  2. Auch den Saudis dämmert es so langsam, dass sie von den US Hooligans kein brauchbares Mordinstrumentarium erhalten können. Mit all dem bereits gekauften US Waffen schaffen sie es nicht den Widerstand im Jemen zu zerbomben. – Auch wenn sie dabei sogar noch von den Israelis tatkräftig unterstützt werden, mit denen sie zusammen sogar Krankenhäuser und reine Wohngebiete zerstören. Der Jemen wird zum Vietnam 2.0  für diese Massenmörder Konnektion. – Auch wenn sie die Finanz-Ölpreiswaffe einsetzen.

    Das Ergebnis wird am Ende lauten: Krieg verloren und pleite. Die Verachtung der humanen Welt ist diesen Verbrechen aber sicher.   
     

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