Die erste direkte Fracht aus China im Rahmen des Projekts "Neue Seidenstraße" ist schon auf dem Weg in den Iran. Chinas langfristig orientierten Pläne in der Region tragen schon erste Früchte.

Von Marco Maier

Das Projekt "Neue Seidenstraße", mit dem China die wirtschaftlichen Beziehungen mit den Ländern bis in die Levante massiv ausbauen will, nimmt im wahrsten Sinne des Wortes Fahrt auf. Vom chinesischen Handelszentrum Yiwu aus fährt der erste direkte Frachtzug durch Kasachstan und Turkmenistan eine 10.399 Kilometer lange Strecke in die iranische Hauptstadt Teheran. Von Yiwu aus fahren bereits Frachtzüge bis nach Duisburg und Madrid.

Bereits im Jahr 2013 stellte der chinesische Präsident, Xi Jinping, die Initiative "Wirtschaftsgürtel Seidenstraße und die 21. Maritime Seidenstraße" vor, welche stärkere Logistiknetzwerke mit den anderen asiatischen Staaten, Afrika und Europa herstellen soll, indem mehr Straßen, Schienen und Flughäfen gebaut werden.

Zur Finanzierung dieser Mammutaufgabe gründete Peking auch die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) mit einem Grundkapital von 100 Milliarden Dollar, sowie den New Silkroad Fund mit einem Kapital von 40 Milliarden Dollar. Insbesondere die wirtschaftlich aufstrebenden zentralasiatischen Staaten profitieren davon enorm, aber auch China kann so die Handelsbeziehungen ausbauen und neue Absatzmärkte für die eigenen Produkte gewinnen.

Der Iran, der für die "Neue Seidenstraße" vor allem aus strategischer Hinsicht wichtig ist, will sich in den nächsten sechs Jahren mit Investitionen in Höhe von 6 Milliarden Dollar beteiligen. Für die Islamische Republik ist die Teilhabe an dem Projekt eine große Chance, die infolge der jüngst aufgehobenen Sanktionen doch schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln und so für mehr Wohlstand zu sorgen.

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Mit diesem Projekt gräbt China den USA in der Region zunehmend das Wasser ab. Während der IWF und die Weltbank mit ihren Finanzmitteln vor allem den kurzfristigen monetären Interessen der US-Konzerne dienen, agieren die Chinesen hierbei deutlich langfristig orientierter. Denn ihre Investitionen zahlen sich für die Volksrepublik dann auch langfristig aus, so dass auch künftige Generationen davon profitieren.

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8 thoughts on “Neue Seidenstraße: China schickt ersten Zug in den Iran”

  1. Das geht aber rassig. Bravo! Das macht die von der Seidenstrasse tangierenden Staaten stark. Gleichzeitig handeln sie in ihren eigenen Währungen und lassen den Dollar links liegen, will heissen, bauen ein eigenes, mit Gold hinterlegtes Währungssystem auf. Eine erfreuliche Entwicklung!

    1. @ Rüdiger

      Das ist immer die Kehrseite von solchen Projekten. Die Leute, die daran arbeiten, sind rauhen bis unmenschlichen Bedingungen ausgesetzt. Und sie gehen diese Deals ein, weil sie Geld brauchen, um ihr Leben und das ihrer Familie bestreiten zu können.

      Das ist bei uns nicht viel anders. Es sind unzählige Menschen bei uns in Europa beim Strassen-, Tunnel-, Brücken- und Hochhausbau umgekommen. Das ist eine traurige Wahrheit, die Jobs auf diesen Gebieten sind gefährlich, ob in China, in Europa, in den USA oder sonstwo.

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