Der Frieden hängt in der Region nicht zum erste Mal an einem seidenen Faden. Für den Nahen Osten ist es überhaupt schon der Normalzustand. Jedoch wurde jetzt der Faden, an dem der Frieden hängt, besonders dünn. Und es würde gut dazu passen, wenn man weiter versuchen würde, ihn zu durchtrennen.

Von Thomas Roth

Inzwischen hat Saudi-Arabien die diplomatischen Beziehungen mit dem Iran abgebrochen. Anlass für den Abbruch waren die Proteste, die zu den Zerstörungen in der saudi-arabischen Botschaft führten und die auf den Vollzug der Todesstrafe des 2011 verurteilten bekannten schiitischen Predigers Nimr al-Nimr folgten. Die sonst allgegenwärtige iranische Polizei blieb unsichtbar, was darauf hindeutet, dass die Proteste willkommen waren.

Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen ist ein letzter und abgrenzender diplomatischer Schritt. Eigentlich bedeutet es das Ende der Zeit der Diplomatie und den Beginn eines langwierigen Boykottes oder… Den Anfang eines Krieges. Die russische Seite hat durch ihren stellvertretenden Außenminister dem Iran die Empfehlung ausgesprochen, mit Sanktionen zu reagieren. Darüber mögen Leute mit mehr Fachkenntnissen urteilen.

Wir werden im Folgenden die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Entwicklung der Ereignisse bewerten

Der Iran und Saudi-Arabien sind ewige Konkurrenten im Nahen Osten. Beide Länder beanspruchen die Führungsrolle in der Region und damit die Führung in der islamischen Welt. Saudi-Arabien ist das Land der Sunniten, der Iran ist das Land der Schiiten. Den Streit der Sunniten und der Schiiten darüber, wessen Deutung des Islams richtiger ist, kann man in etwa mit dem Streit der Katholiken und der Protestanten vergleichen. Oder wie den Streit zwischen dem Katholizismus und der orthodoxen Religion. Es ist gewiss nicht dasselbe, aber der Maßstab des Streites ist vergleichbar.

Die Opposition Saudi-Arabiens und ihrer Satelliten mit dem Iran kann man mit der Opposition zwischen Europa und Russland vergleichen. Hier tobt auch der Kampf um die Ressourcen, um den Einfluss in der Region, und um die eine oder andere religiöse Frage. Im Umgang mit dem 2011 verurteilten Geistlichen hatte Saudi-Arabien die Entscheidung über die Zukunft in seinen Händen. Die Todesstrafe an Nimr al-Nimr zu vollziehen war dabei die eine Möglichkeit, von der die Saudis sich sehr wohl die Folgen ausrechnen konnten. Man hätte den Geistlichen auch begnadigen und z.B. ausweisen können.

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Es ist ganz wichtig zu bemerken, dass die Verschärfung der Situation eindeutig von Saudi-Arabien ausgegangen ist. Die Todesstrafe haben die Saudis vollzogen und die Begnadigung haben sie zerrissen. Der Iran braucht keinen neuen Konflikt: Teheran erwartet die Abnahme des Embargos, die Vergrößerung der Erdölliefermenge und entsprechendes Wirtschaftswachstum, das damit verbunden ist. Die Frage nach dem Aggressor wird wieder eine wichtige Rolle in der Information spielen.

Zuerst darüber, warum die Saudis diesen Konflikt benötigen

Anscheinend kommt den Saudis der neue Konflikt zu pass. Sie kämpfen bereits im Jemen und unterstützen die syrische Opposition, die allerdings Damaskus nicht besiegen konnte. Und nachdem Russland Assad zu Hilfe gekommen ist, sind die Chancen auf den Waffensieg ganz klein, faktisch gleich Null.

Aber darin besteht auch die entscheidende Frage: Werden die Saudis sich aus dem Jemen und aus Syrien zurückziehen und die Niederlage anerkennen und – grob gesagt – den Mund abwischen und weitermachen oder… Oder die Einsätze erhöhen und den Konflikt ausweiten? Kurz vor dem neuen Jahr hat Saudi-Arabien die Bildung einer eigenen antiterroristischen Koalition erklärt, zu der angeblich dreißig Länder der Region gehören. Das zeugt von der Vorbereitung Riads auf den großen, den tatsächlich großen Konflikt.

Wenige Worte über das liebe Geld

Wie es schon lange bekannt ist, werden alle normalen Kriege für Geld und ums Geld geführt. Sogar Hitler kämpfte um Geld, das war für Deutschland noch wichtiger als neuer Lebensraum. Und das Geld gehört unter anderem auch den amerikanischen Banken und Gesellschaften.
 
Das Geld Saudi-Arabiens wird immer weniger, von Tag zu Tag. Der Grund sind die niedrigen Preise für das Erdöl. Das Budget Saudi-Arabiens platzt aus allen Nähten und in letzter Zeit sieht es so aus, als wenn spätestens in 1-2 Jahren das Geld alle wäre, dann würde in Saudi-Arabien ein sehr kläglicher Zustand Einzug halten und es würde gleichzeitig der Einfluss in der Region verloren gehen und möglicherweise sogar die Monarchie stürzen.

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6 thoughts on “Naher Osten: Der Frieden hängt am seidenen Faden”

  1. Aufstieg des Wahhabismus Teil 2Jahrzehntelang verschlossen die westlichen Regierungen, Politiker und Medien ihre Augen vor der Realität. Niemand wollte wahrhaben, wie Saudi Arabien mit dem Hauptexportgut, der doktrinären Staatsideologie „Wahhabismus“, ganze Gesellschaften in muslimischen Ländern umkrempelt.http://www.neopresse.com/politik/naherosten/  meineKinder  10 und 11 Jahre Simpson Familie vor dem Fernseher in der Folge die "51 US-Bundesstaates Saudi Israel" und die Kinder zu verstehen. Verfolgen Sie alle Nachrichten. Deutsche oder beobachten Simpson oder arbeiten bis 70 Jahre, um Migranten in Cafés zu unterstützen, liebt eure Töchter und schwanger. Und sie werden sie zu beleidigen mit Oktoberfest

  2. mir wird jezz schon schlecht, wenn man an den 30 jährigen krieg denkt, und was dabei abging.

    und wieviel dann erst recht gen europa streben, und unsere roth pickelfresse ruft die dann herzlich willkommen.

    ich sage euch wie es gehen muss:

    erinnert euch an vlad den pfähler, der hat die türken so abgeschreckt daß die n riesigen bogen um das kleine land gemacht haben.nur so und nicht anders geht es , denn nur wer die geschichte kennt kann vernünftig handeln.ne andre sprache verstehn diese moslems nicht.mir tut jeder von denen leid der auf der flucht ist , aber mir ist mein volk wichtiger als deren,und so wie es hier abgeht,bekomm ich da auch keine gewissensbisse

  3. Wie im Ukraine-Fall: der Zeitschnitt wird einfach nach später verlegt: so wird nicht über die Hinrichtung in Saudi Arabien berichtet, sondern über Irans Bürger-Protest. So geht Polit-Polemik!

    Morde Tausende von Unschuldigen und berichte dann von Opfer-Protesten als "Aufruhr der schon immer kriegerischen Terroristen".

    Wie im Fall BRD: Breche breit alle Rechte und schleuse Millionen Fremde ins Land und dann gebe den Opfern gute Ratschläge, wie sie sich vor Übergriffen bewahren könnten.

    Nenne die Opfer unsäglicher und undemokratischer Politik " Täter" und so wäscht man sich dann rein. Die Dummheit der bevölkerung lässt solches TUn massenhaft zu. Gut, dass man die Bevölkerung jahrelang verblödet hat!

    1. @Henry Paul    Wie eigentlich immer, perfekt erkannt und auf den Punkt gebracht. Lesen Sie morgen mehr über den Ratschlag zum Armabstand. Grüsse …

  4. Aus gegebenem Anlass einmal zwei Stücke.

    1. Meine Söhne geb ich nicht von Reinhard Mey.

    https://www.youtube.com/watch?v=F3_9yDqQ2UE

    Nachdem der Gummiparagraph "Volksverhetzung" nun die Meinungsfreiheit in Gänze gefressen hat ist wohl davon auszugehen, daß dieses Lied in wenigen Monaten schon als Wehkraftzersetzung verboten wird.

    2. Stück Wolfgang Borchert "Dann gibt es nur eins – Sag nein"

    https://www.youtube.com/watch?v=l8WapAIVhzY

    Danke dafür.

    3. Und mit einigen bunten Bildern noch mal zur Verdeutlichung Hannes Warder mit "Es ist an der Zeit"

    https://www.youtube.com/watch?v=sYnxLSwQSeI

     

    Jetzt noch mal ein sinngemäßes Zitat zum Thema Krieg:

    Krieg ist, wenn die regierung Dir erzählt, wer der Feind ist.
    Revolution ist, wenn Du Dir selbst überlegst, wer der Feind ist.

     

    Auf einem Kriegs-Gräber-Denk-Mal !!! stand:

    Wir kämpften mit allen Waffen im Krieg – kämpfe Du mit allen Waffen für den Frieden.

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