In einer Zeit in der Kriege um die fossilen Brennstoffe der Welt geführt werden und die Luft in vielen Städten nicht mehr atembar ist, suchen wir gerne nach Alternativen, um unsere Fahrzeuge anzutreiben. Erneuerbare Energieträger sind aber keine Erfindung unserer Zeit. Schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden wurden Wind- und Wasserkraft genutzt.

Von Rui Filipe Gutschmidt

1882 in Betrieb genommen, fährt die kleine Zweispurbahn nun schon seit 133 Jahren bergauf und bergab, um Pilger zum nordportugiesischen Heiligtum „O Bom Jesus de Braga“ zu bringen. Auf einer Anhöhe gelegen war Bragas Allerheiligste für viele Gläubige gar nicht oder nur sehr schwer zu erreichen. Ohne Treibstoff, nur mit Gegengewichten aus Wassertanks, in welche 100 Liter pro Passagier eingefüllt werden, erfüllt die historische Bahn treu ihren Zweck völlig anstandslos. Ein Beispiel dafür, wie man ganz einfach Energie einsparen kann.

Nein, es geht hier nicht um die Pilgerstätte, die Religion oder den Glauben. Es geht mir auch nicht darum, den für Portugal so wichtigen Tourismus anzukurbeln. Es geht mir vielmehr darum Alternativen aufzuzeigen, wie man Energie ohne großen Aufwand einsparen kann. Schon im 19. Jahrhundert nutzte man einfachste Mechanismen, um ganz ohne Muskelkraft, Dampfmaschine oder den eben erfundenen Otto-Motor auskamen, Fahrzeuge anzutreiben. Pferde oder Ochsen brauchen Futter, werden krank und – genau wie Petroleum oder Kohle – kosten sie Geld. Geld, welches Portugal seit den napoleonischen Kriegen und den entsprechenden Folgen, immer weniger zur Verfügung hatte. So nutzte man in Braga die Schwerkraft, um den Pilgern und im Laufe der Zeit immer öfter den Touristen, den beschwerlichen Aufstieg zu erleichtern.

Der Funicular, oder auch Elevador, von Braga ist die älteste Bahn ihrer Art der Welt, die noch in Betrieb ist. Nur die Nerobergbahn bei Wiesbaden, Lynton and Lynmouth Cliff Railway in Schottland und die Standseilbahn Neuville-Saint-Pierre, in der Schweiz sind noch funktionierende Wasserballastbahnen. In Zeiten der Umweltverschmutzung, des Klimawandels dem Blut, welches an den Rohstoffen klebt, sollte man diese alten und doch effizienten Alternativen wiederbeleben und so für die nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu schaffen. Es muss nicht immer High-Tech sein. Auch mit Low-Tech lässt sich Energie einsparen ohne dabei auf Komfort zu verzichten.

2 KOMMENTARE

  1. Hochinteressante Information – warum kompliziert, wenn es auch einfach geht???!!! Leider ist so etwas in Deutschland nicht praktikabel. Hier benötigen die Politiker zu viel Wasser, um damit ihre Köpfe nachzufüllen.

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