Putin, Lawrow und Kerry bei Gesprächen. Bild: kremlin.ru

Aussagen von US-Außenminister Kerry in Davos deuten darauf hin, dass Moskau einen Deal eingehen könnte den Donbass fallen zu lassen, um dafür die Aufhebung der Sanktionen zu erreichen. Geostrategisch und wirtschaftlich wäre dieser Schritt nachvollziehbar, zumal das Regime in Kiew ohnehin am Ende ist und sich das Ukraine-Problem von selbst lösen könnte.

Von Marco Maier

Bislang gibt es von russischer Seite noch keine Bestätigung dafür, doch die Aussagen von US-Außenminister John Kerry hinsichtlich der möglichen baldigen Aufhebung der Sanktionen im Gegenzug dafür, dass Moskau die Unterstützung der Rebellen im Donbass einstellt, sorgen für Unruhe.

In der letzten Zeit gab es immer wieder Treffen hochrangiger Politiker aus den USA und Russland, in denen auch die schwierige Situation in der Ukraine besprochen wurden. Die Aussagen der politischen Vertreter beider Seiten in den letzten Wochen deuten zumindest unterschwellig darauf hin, dass Moskau durchaus darüber nachdenkt, einen Handel mit dem Westen einzugehen um so der strauchelnden russischen Wirtschaft wieder mehr Luft zum atmen zu geben.

"ich denke, dass mit Mühe und gutem Willen eine legitime Absicht besteht, das Problem auf beiden Seiten zu lösen, es ist möglich in diesen nächsten Monaten … an einen Punkt zu kommen, bei denen die Sanktionen möglicherweise aufgehoben werden können", so Kerry in einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos.

Für Russland, welches unter dem Ölpreisverfall leidet und militärisch stark in Syrien eingebunden ist, wäre die Aufhebung der Sanktionen eine deutliche Erleichterung. Auch wenn die Krim gewiss nicht zur Disposition steht, so könnte Moskau durchaus dafür sorgen, dass die Rebellen im Donbass Kiew bei einer politischen Lösung stärker entgegenkommen. Selbst für Moskau gilt der Donbass inzwischen eher als "verlorener Fall", da eine Lösung wie es sich die Rebellen vorstellen kaum umsetzbar sein wird. Zu groß sind die innenpolitischen Spannungen in der Ukraine und zu stark der Druck der rechten Extremisten.

Loading...

Allerdings wird es innenpolitisch schwierig, eine Aufgabe des Donbass – in dem viele russischstämmige Menschen leben – zu rechtfertigen, während man im Nahen Osten militärisch eingreift. Andererseits weiß man in Moskau auch, dass sich das derzeitige Regime in Kiew ohnehin nicht mehr lange halten wird können. Die Ukrainer haben jetzt schon die Schnauze voll von der korrupten und unfähigen Führung, die das Land direkt in den wirtschaftlichen und finanziellen Abgrund reißt.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich die Einschätzung Kerrys bewahrheitet und Moskau einen solchen Deal mit dem Westen eingeht. Ganz undenkbar ist dies nicht, zumal Präsident Putin das geopolitische Schachspiel durchaus beherrscht und zudem auch Rücksicht auf die Wirtschaft des eigenen Landes nehmen muss. Insofern wäre dieser Schritt eher als "taktischer Rückzug" zu bewerten, da sich das ukrainische Problem wohl ohnehin von selbst lösen dürfte.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

25 KOMMENTARE

    • @ biersauer

      Davon bin ich auch überzeugt. Schon rein strategisch wird Putin diesen Landteil nie aufgeben, so wenig wie er die Krim je aufgegeben hat. Und was die Russen im Donbass angeht, wird er ihnen alle Möglichkeiten zur Verteidigung und die dazu nötigen Mittel zugestehen.

      • Putin kann es ja auch gleich wie die USA machen und einfach Firmen wie Blackrock (Acdemi) oder Halliburton gründen lassen, die ihnen die Arbeit abnehmen und so den Donbass stützen, ohne das man dann Putin etwas vorwerfen könnte ^^

        Ach wär das schön wenn dann der Kriegsverbrecher McCain gleich dazu vor Schreck einen Schlaganfall kriegt (sorry normaler weise wünsche ich niemand die Pest an den Hals aber einige dieser Verbrecher gehören schon lange hinter Gitter)

  1. Insofern wäre dieser Schritt eher als "taktischer Rückzug" zu bewerten, da sich das ukrainische Problem wohl ohnehin von selbst lösen dürfte.

     

    Das würde ich gerne nähe erklärt haben,um  Russlands Aktion zu verstehen.

  2. Russland beherrscht geopolitische Schachspiel sehr, sehr gut. Die USA spielen leider Monopoli und die nicht so klugen Politiker Europas spielen die Gehilfen der USA – allen voran diese unselige Merkel. Er weiss somit auch, dass die USA und deren Vasallen weiterhin in der Presse die Person Putin demonisieren werden und sich auch sonst an keine Abmachungen halten werden. Er wird sich jedoch an seine Worte halten: "Russland wird nicht die erste Atombombe zünden. Gegenteilig zum Westen ist bei den Russen ein gegebenes Wort ein Versprechen, welches zu halten ist.

  3. Die Russen könnten auch mit Sanktionen leben. Haben ja alle Rohstoffe der Welt. Die Bevölkerung würdr verstehen, wenn Rußland sich nicht erpressen läßt. Dieses starke Volk hält viel aus.Der Donbass muß einfach zu Rußland gehören.

  4. Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten hat auf die Ankündigung Kerrys und des französischen Wirtschaftsministers mit den Worten reagiert, dass die Aufhebung der Sanktionen für Russland gegenwärtig nicht auf der Tagesordnung steht.

    Die Amis haben sich das Ding mit der Ukraine vermutlich leichter vorgestellt. Nun merken sie, dass ihre eigenen Verluste ihnen davon laufen. Nicht nur das, sondern auch die Vasallen.

    Nebenbei etwas zu den wirtschaftlichen Gesichtspunkten. – Die Förderkosten pro Barrel russischen Öls liegen bei $ 17,20 , US Öl bei $ 36,20 ,  UK Öl bei $52,5 , und Saudi Öl bei $9,90 . Danach kommen die Briten und die Yankees noch weit eher an den wirtschaftlichen Rand, als die Russen.

    Gewertet wird immer erst bei Zieldurchgang, bzw. am Ende des Spiels. Sagen alle Regeln.

    Und Putin hat bereits bestätigt, dass er Landsleute nicht in Stich lässt – aber erst einmal muss die Sache mit Syrien in trockenen Tüchern sein. Eins nach dem Anderen.Nur Geduld.
     

  5. Also so einfach wird das sicher nicht gehen.Bekanntlich sollen in der Ukraine Abfangraketen aufgestellt werden,die einen atomaren Zweitschlag verhindern sollen.das ist auch der wesentliche Grund der ganzen Ukrainekrise.Offiziell unterstützt Putin die Rebellen auch nicht,insofern kann er die Unterstützung auch nicht aufgeben.

    Da müßten viele Zugeständnisse seitens der USA gemacht werden,damit Rußland überhaupt realistisch an die Aufgabe des Donbass denken kann ,mit ein paar Sanktionen ist das nicht getan.Immerhin wird die Ukraine von den US-Geostrategen als  Angelpunkt für die Beherrschung Eurasiens gesehen.Daß die USA irgendwelche Zugeständnisse macht ,die sie dann auch einhält ist eher unwahrscheinlich.

    Innenpolitisch dürfte das Putin den Kopf kosten,da die Kiewer Regierung immerhin verkündet hat die Russen schlachten zu wollen.Da hilft nicht daß die Köpfe gewechselt werden.

     

    • Warum die „Alternativen“ gemeinsame Furztage veranstallten, wo dem Leser (Kunden) ins Gesicht gefurzt wird, weiß ich (noch) nicht, aber Kunden werden allgemein sowieso wie Scheiße behandelt. Ich find’s ok, weil … wer sich’s gefallen lässt, dem gehörts nicht besser 🙂

      Google-News US-Labor / Ukraine
      http://www.google.de/search?q=ukraine+&btnG=Suche&hl=de&gl=de&tbm=nws&authuser=0

      Ergebnis (26.01.2016, 20:29): NULL
      (habe Screenshoot gemacht, falls sicht das jetzt ändern sollte)

    • Hier noch die normale Google Suche. Also nicht nur News, sondern ALLES.

      Google-SUCHE US-Labor / Ukraine
      https://www.google.de/search?q=ukreine+labor+virus&btnG=Suche&hl=de&biw=&bih=&gbv=1

      Es kommen sechs Treffer von „heute“ (<= 1 Tag), ein Treffer vom 15. Jan (11 Tage alt) und der Rest geht dann über 2014 nach 2009.

      Die Treffer beziehen sich auf KOPP.
      Wer sich nicht auf Kopp bezieht, meldet zerohedge.com als Quelle
      Und nun darf man raten, WER den Artikel bei zerohedge schrieb:
      Genau: TYLER DURDEN

      Allerdings ist der zerohedge-Beitrag vom 12.1.2016, während der o.g. „Treffer“ vom 15. Jan. vom (deutschsprachigem) remembers.tv stammt. Da scheint (erstmals !!) zerohedge von einem deutschen Blog abgeschrieben zu haben, und dann erst nach 11 Tagen. Also ich habe das noch nie erlebt. Offenbar geht den Schrittmachern die Orientierung verloren. Ist ja auch egal, denn raffen tut das eh keiner. Ich bezweifle sogar, das DAS HIER (was ich gerade geschrieben habe) viele Menschen nachvollziehen können, und verstehen, WAS das eigentlich bedeutet.

  6. diese Behauptung ist ein völliger Blödsinn, eher Verleumdung. Für die Russen hätte es bedeutet sich gleich USA zu unterordnen und Putin hätte es Kopf und Kragen gekostet. Bisher waren die Russen unter Putin die klügeren und haben bisher in dem Spiel mit dem Westen immer gewonnen. Ein eiserner Prinzip herrscht immer seit ewig: wenn man seine Verbündete in Stich lässt, ist man nirgendwo vertrauenswürdig und man muss sich selbst weiterschlagen, d.h. man hat schon verloren.  So eine plumpe, unreife Unterstellung an Russland kann nur von Leuten des Schlags kommen, die auch die Propaganda in Westen köcheln.

    • Leute kauft Dollars aus den USA: Wertloseres Papier wird es nicht mehr geben?

      >Bald 30 Billionen Dollar: US-Schuldenberg explodiert weiter<

  7. ey, klar – streicht ihr nicht nur die sanktionen sondern gebt ihr uns noch eine "neunerpackung" chicken mac nuggets dazu, lassen wir nicht nur den donbass fallen sondern sind auch mit lichtgeschwindigkeit aus syrien weg!

    ich hab' ja für vieles verständnis – wenn es unbedingt sein muss, selbst dafür, dass man mit dem mainstream "kooperierend" ständig irgendwelchen redaktions/dts-bullshit einstellt. aber dass der mainstream jetzt mittlerweile nachhilfe von M.Maier bekommt – das geht eindeutig zu weit! 

    kleine anregung zum nachdenken – damit die graue masse den weg zurück zwischen die ohren findet: mit einem ölpreis von den aktuellen ~20 us$, können sowohl die RF, als auch die saudis, als auch europa leben. die EINZIGEN, für die ein preis von unter 25 us$/fass tatsächlich die katastophe bedeutet, sind niemand geringeres, als die usa selbst!

     

  8. Unsere Tagesschauniveau-Presse mag Putin sicherlich schon vieles vorgeworfen haben, viel üble Nachrede, die eigentlich strafbar ist, aber als Mitglied bestimmter Interessengruppen scheint man wohl über jedem Gesetz zu stehen, ehrverletzende Behauptungen am laufenden Band, aber daß Putin jemanden verraten hat oder auch ganz offen gelogen hat wie unsere GRöKaZ kann ich nicht erkennen.

    Gestern habe ich mir das Kasperletheater noch einmal angesehen und zu Lawrows sehr deutlicher und dennoch diplomatischer Ansage zu dem 30 stündigen Verschwinden des Mädchens wurde dann, damit der gewogene Zuschauer das auch besser einschätzen kann welch üble Propadanda dies sein könne eine "Expertin" einer Natostiftung befragt. Sie hätte auch Empfehlungen zu Haarspray, Zahnpasta, Schuhcreme oder Slipeinlagen machen können. Ehrlich das ist nur noch lächerlich. Wenn das "unsere neue Weltordnungseleite" ist, dann haben die ein Nachwuchsproblem.

     

     

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here