Europäische Bankenaufseherin mahnt Sparer zur Vorsicht

Wegen den neuen Bail-in-Regeln sollten sich die Sparer "ihre Bank sehr sorgfältig aussuchen", mahnte die Chefin der Europäischen Bankenaufsicht. Ihre Arbeit sei aufgrund der vielen nationalen Gesetze kompliziert und weniger effizient.

Von Redaktion/dts

Die Chefin der Europäischen Bankenaufsicht, Daniele Nouy, rät Bankkunden zur Vorsicht. "Die Sparer sollten sich ihre Bank sehr sorgfältig aussuchen", sagte Nouy im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Hintergrund seien die seit Jahresbeginn geltenden neuen europäischen Regeln für die Abwicklung von Banken, die eine Haftung der Gläubiger und im Extremfall auch der Sparer beinhaltet, die mehr als 100.000 Euro auf dem Konto haben.

Nouy beklagte gegenüber der SZ die komplizierte Regulierung in der Bankenaufsicht. "Manchmal suchen die Banken die Widersprüche, um einen Vorteil daraus zu ziehen. Aber es stimmt. Europa ist kompliziert, ich hätte es auch lieber einfacher", sagte Nouy. "Außerdem werden viele Gesetze zur Bankenaufsicht auf nationaler Ebene gemacht, was zu einem juristischen Flickenteppich führt, der unsere Arbeit komplizierter und weniger effizient macht."

Die Beschwerden einige deutscher Banken, sie würden schlechter behandelt, weil sie in staatlichem Besitz seien, wies die Französin zurück. "Nein, das stimmt nicht. Ich wage sogar zu behaupten, diese Banken glauben selbst nicht, was sie da sagen. Aber natürlich mögen sie diese neuen Auflagen nicht. Wir haben die SREP-Überprüfung, die am Ende des jährlichen Aufsichtsprozesses steht, sehr gut gemacht, und vor allem war sie fair." Der für die endgültige Beschlussfassung zuständige EZB-Rat habe bislang noch nie eine Entscheidung des von Nouy geleiteten Bankenaufsichtsgremiums zurückgewiesen. "Wir sprechen hier von tausenden Entscheidungen, die dem EZB-Rat vorgelegt werden", so Nouy. "Da sind Entscheidungen dabei, die nicht einmal meinen Tisch erreicht haben, oder die Tische auf den nächsten Hierarchieebenen unter mir. Ich glaube nicht, dass sich der EZB-Rat jedes Detail ansehen kann. Er muss dem Aufsichtsgremium vertrauen."

Lesen Sie auch:  Fit for 55 - Der EU Green Deal und der industrielle Kollaps Europas

Die Französin forderte im Interview eine bessere europäische Zusammenarbeit. "Meiner Einschätzung nach können Herausforderungen, die zuvor auf einzelstaatlicher Ebene gelöst wurden, zunehmend nur auf europäischer Ebene effektiv in Angriff genommen werden. Klar, das gilt für meine Tätigkeit als Aufseherin, aber auch für mich als Bürgerin Europas. Ich habe den Eindruck, dass eine Antwort auf Fragen wie etwa die Zuwanderung von Migranten nur auf europäischer Ebene gefunden werden kann."

Loading...
Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

9 Kommentare

  1. Jeder Staat braucht eine – nur EINE – Bank, mit den entsprechenden Filialen, vorzugsweise eine staatliche Bank.

    Jede Bank mehr dient der Erzeugung leistungslosen Einkommens.

    So einfach is das.

    1. Na dann beginnen sie mal bei sich. Werden sie wieder Staatsbürger und Mensch und helfen sie mit ihre Gemeinde zu reorganisieren und die Bürger wieder zurück in die Staatlichkeit zu bringen….

      Packen sie es an !!!!!!

        1. Selbstverständlich hat es das ! Über wessen Geld wird gesprochen ? Über welche Mitglieder des EU Vereins wird gesprochen ? Wessen Geld kann beschlagnahmt werden ????

          IHRES !!!!  PERSONAL DEUTSCH

  2. Die Krisen werden jetzt dazu benutzt, die Argumentation für das One-World-Banking in Stellung zu bringen. War zu erwarten, dafür wurden die Krisen ja gemacht.

  3. Heute schon spielen, was morgen passiert !!!

    … Es ist schon alles vorbereitet. Sie beginnen im Jahre 1989. Deutschland ist schon weitgehend durch die zwei Weltkriege und die Wiedergutmachungsleistungen geschwächt und steht unmittelbar vor der Übernahme durch die Europäische Union, welche später über das inflationäre Copyright-geschützte Zahlungsmittel EURO aber dennoch Schuldgeld möglichst viele National- und Sozialstaaten der EU-Schuldenunion mit in den finanziellen Abgrund reißen soll. Schließen Sie aber vorher unbedingt noch den ESM-Vertrag, den Klimavertrag und die drei US-Konzernschutzabkommen für die Globalisten an der US-Ostküste ab, damit der National- und Sozialstaat nach einem möglichen Austritt aus der Europäischen Währungsunion nicht wieder aufkeimen kann …

    PC-Game „Staats-Simulator“ / Wir spielen Deutschland schafft sich ab!
    https://aufgewachter.wordpress.com/2016/01/21/pc-game-staats-simulator-wir-spielen-deutschland-schafft-sich-ab/

  4. Mit anderen Worten: 'Niemand kann für die Einlagen der Sparer und die Guthaben der Kontoinhaber garantieren, außer den Sparern und Kontoinhabern selber, auch nicht für das Limit von 100.000,- Euro, wie es am 13. Juni 2014 von der Bundesregierung zur 'Bankenunion' mit der rückzahlungsfreien, präventiven Rekapitalisierung der Finanzsysteme beschlossen wurde.'

    So dürfte das der weitreichendste Eingriff in die fiskalpolitische Souveränität Deutschland in der Geschichte der BRD gewesen sein und das weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit!

  5. "..Hintergrund seien die seit Jahresbeginn geltenden neuen europäischen Regeln für die Abwicklung von Banken …" Mit Hilfe der europäischen Regeln wird jetzt noch mehr – pardon – beschissen. Aber dazu ist diese EU ja auch da: Die Bürger zu bescheißen!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.