Der Kurs der Westmächte steuert auf die Eindämmung Russlands hin

Nach der Einschätzung Moskaus sind die USA und ihre militärischen Verbündeten bemüht, Russlands selbstständige Politik einzuschränken und weitere Spannungsherde im Nahen Osten zu schaffen. Diese Einschätzung ist in der neuen Strategie der nationalen Sicherheit Russlands enthalten, die am Donnerstag in Kraft getreten ist.

Von Christian Saarländer

Zugegeben, zumindest die US-Globalstrategen haben in ihren Schriften keinen Hehl daraus gemacht, dass die USA den postsowjetischen Raum für sich gewinnen wollen. Was zunächst in der Theorie ausgedacht wurde, versucht man immer mehr in die Praxis umzusetzen. Der Krieg in der Ukraine ist aktuell das traurigste Beispiel für den Konflikt zwischen den Westmächten und Russland. Der nächste Konflikt der wegen dem expansiven Kurs der NATO weiter eskalieren kann zeichnet sich gerade in der ehemaligen jugoslawischen Republik Montenegro ab.

Die von der Russischen Föderation betriebene selbständige Außen- und Innenpolitik ruft bei den USA und ihren Verbündeten, die ihre Dominanz in den Weltangelegenheiten beibehalten wollen, Widerstand hervor. Die von ihnen gestaltete Politik der Eindämmung Russlands sieht einen politischen, wirtschaftlichen, militärischen und Informations-Druck vor“, so heißt es laut der russischen Nachrichtenagentur Sputnik in dem neuen Schreiben.

Der Kreml reagiert damit auf das aggressive Verhalten des Westens im postsowjetischen Raum, deren Staaten nach wie vor durch zwischenstaatliche Institutionen wie die GUS eine völkerrechtliche Verbindung zu Russland beibehält. Die USA hingegen sehen Russland als den Aggressor an.

Innerhalb der NATO sieht es inzwischen anders aus: Während die baltischen NATO-Staaten den USA die Treue geschworen haben, wenden sich viele andere NATO-Mitgliedstaaten vom amerikanischen Expansionskurs ab und fordern einen fairen Umgang mit Russland. Zwischen der NATO und Russland stellt der NATO-Russland-Rat ein Organ der Verständigung dar. Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte sich im vergangenen Jahr für die Beibehaltung dieses Rates ein.

Lesen Sie auch:  Amerika, Anführer der freien Welt? Wie man US-Einmischung in ausländische Wahlen vergisst

Loading...

Die Position des Westens, die auf Widerstand gegen die Integrationsprozesse und auf Schaffung von Spannungsherden in der eurasischen Region ausgerichtet ist, beeinflusst die Umsetzung der russischen nationalen Interessen negativ. Die Unterstützung des verfassungswidrigen Staatsstreiches in der Ukraine durch die USA und die Europäische Union hat zu einer tiefen Spaltung der ukrainischen Gesellschaft und zur Entstehung eines bewaffneten Konfliktes geführt“

„Die Stärkung der extrem rechten nationalistischen Ideologie, die gezielte Prägung des Feindbildes von Russland bei der ukrainischen Bevölkerung, das unverhohlene Setzen auf eine gewaltsame Lösung von innerstaatlichen Differenzen und eine schwere sozialökonomische Krise verwandeln die Ukraine in einen dauerhaften Herd der Instabilität in Europa und unmittelbar an den Grenzen Russlands“, so die Sicherheitsstrategie.

Bereits im Jahr 2008 machte Russlands Außenminister Sergej Lawrow deutlich, dass des keine NATO-Erweiterung mit der Ukraine geben wird. Schon damals wurden die rechten Tendenzen in der Ukraine angesprochen. Das geht aus einer Depesche der US-Botschaft zu Moskau hervor, die auf WikiLeaks abrufbar ist. Das Dokument ist auf den 1. Februar 2008 datiert und wird als „vertraulich“ eingestuft.

Die die westliche Expansionspolitik läuft ungefähr nach folgendem Muster ab: Nachdem die NATO Mitte der 1990er Jahre ihre Verteidigungsstrategie in eine Angriffsstrategie umwandelte, wurden im postsowjetischen Raum neue Mitglieder für sich gewonnen. Zunächst konnten sie seit dem Jahre 1994 am sogenannten „Partnership for Peace Programm“ ganz unverbindlich an Manövern des Militärbündnisses teilnehmen. Aus dieser Partnerschaft wurde dann eine NATO-Mitgliedschaft, die wiederum ein „Türöffner“ zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union ist.

Die Erweiterungspolitik wird seitens der NATO mit großem Nachdruck betrieben. Neben dem militärischen Einsatz agieren viele internationale Nichtregierungsorganisationen in den anvisierten Ländern. Fidel Castro verglich die NATO im Jahre 2014 mit der Waffen-SS. Tatsächlich hat die NATO seit 1994 von Finnland bis zum Schwarzen Meer reichlich Einfluss gewonnen – und in diesen Regionen sind faschistische paramilitärische Milizen keine Seltenheit mehr.

Lesen Sie auch:  Medwedew: Die Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen haben sich in den letzten Jahren katastrophal verschlechtert

Die neue Einschätzung des Kremls zu inneren und äußeren Sicherheit Russlands ist somit nur logische Schlussfolgerung des aggressiven Verhaltens der USA und deren westlichen Verbündeten. Auch im inneren Russlands wird befürchtet, dass man durch eine „Fünfte Kolonne“ Massenunruhen in Moskau schaffen will, um dann einen Umsturz nach Kiewer Art zu ermöglichen.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

15 Kommentare

  1. "…Der Kurs der Westmächte steuert auf die Eindämmung Russlands hin…"

    Och, das ist sicher eine Täuschung. Die Karte –   http://goo.gl/LT7mH9   –  ist eindeutig:

    Die Einkreisung des Westens durch den weltweit aktiven Aggressor Russland: in Baby-blau die durch Russland bedrohten NATO-Stützpunke – wobei noch etliche fehlen -, in Blut-rot die Stützpunkte des russischen Aggressors …

     

  2. sämtliche von der 5. kolonne initiierte unruhen und demos sind relativ ungefährlich – kurz nach der "annexion" der krim, hat ein solcher marsch in moskau stattgefunden. die haben alle 'n bisschen geld bekommen, allerdings waren die marschierenden nicht in der lage zu erklären, wogegen sie denn demonstrieren. 

    was mich etwas wundert ist, dass montenegro angesprochen wird, der jugoslawienkrieg und serbien aber keinerlei beachtung finden – etwas widerwertigeres und grausameres hat es m.E. im "nachkriegseuropa" nicht gegeben. dennoch – danke für den artikel! 

      1. 1. entgegen dem willen des volkes! 

        2. weil merkwürdigerweise (d'accord) ausgerechnet montenegro in dem artikel zur sprache kam. 

  3. Diesmal läuft es anders. Nicht wie in den 30iger Jahren, wo ein Hitler mit aller psychopathologischer Wut den Drang nach Osten und nach mehr Raum für Deutschland mit aller Kraft durchzusetzen strebte und damit idelogisch verrannt die Drecksarbeit für die USrael-Oberclique erledigte.

    China hat sich vorgesehen und setzt den Börsencrash einfach mit dem Stop des Börsenhandels und der Spekulation aus, will heissen, die Chinesen-Führung wusste, was kommen wird. Nicht wie im Deutschland des Oktobers 1929, als mit dem Börsencrash sozusagen die Welt stehen blieb und die Renditehysterie mit all ihren horrenden Verlusten die Wirtschaft völlig lahm legte. Und die Russen, die Inder, die Pakistani, die Weissrussen usw. haben sich sicher auch vorgesehen. Nein, so einfach wiederholt sich die Geschichte nicht. Zudem stehen die USA vor dem Bankrott. Die Russen müssen also nur gelassen warten und schlau ihre Schachzüge platzieren, in dem sie ja Meister sind.

    Diese Nummer, liebe Yankees, werdet ihr gotts-jämmerlich verspielen!

     

    1. HOFFENTLICH BALD !!!!! Das ganze Scheißspiel der sogenannten Geheimgesellschaften ist ja nicht mehr zum Aushalten !!!! WER BIETET DIESEN WICHSERN ENDLICH MAL EINHALT ???? ???

       

  4. US-Soldaten haben Hunderttausende Frauen nach dem 2. Weltkrieg missbraucht und vergewaltigt !
    http://www.mz-web.de/kultur/zeitgeschichte-us-soldaten-sollen-hunderttausende-frauen-missbraucht-haben,20642198,33048132.html

    Ich sehe schon vor mir die NATO-Schlagzeilen in den gleichgeschalteten Mainstream-Medien.
    “Putins Trolle verbreiten neue Verschwörungstheorien über den 2. Weltkrieg.”
    Auch diese Historiker und Wissenschaftler werden bald entlassen werden, denn nur die Guten NATO-Imperialisten kennen die einzige ultimative Wahrheit über die Aktivitäten der Westmächte nach dem 2. Weltkrieg…

    1. Das ist doch gar kein Bild dieser abscheulichen (Kreatur- um bei ihren Worten zu bleiben). Niemals! Wer der ihre Fratze kennt, merkt doch auf den ersten Blick, dass dies nur eine Computeranimation sein kann! Genau so wie bei Derer Neujahrsverdummungs – Ansprache!  So viel Feinputz zur Glättung dieses Gesichtes kann in der ganzen Welt nicht produziert werden!!! 

      Ich vermute das diese UNPERSON schon lange DEUTSCHLAND verlassen hat!

  5. Da man die Vorgehensweise der 'Fünften Kolonne' in der Ukraine kennt, sollte man weniger Angst vor ihr haben, sondern sie nur rechtzeitig einsperren!

    Die NATO sollte lieber ihr Augenmerk auf einen beginnenden Stellvertreterkrieg zwischen den beiden Hauptgruppen der Schiiten und Sunniten in der 'EU' richten, die gerade dabei sind, ihre 'Fünfte Kolonne' aufzubauen, um ihre Rivalitäten im europäischen Raum auszutragen. So wird man, wie in Syrien, die Hilfe Rußlands anfordern müssen, da die nur bedingt einsatzfähigen NATO-Truppen kaum in der Lage sein werden, der jetzt schon außer Kontrolle geratenen Terrorgruppen Herr zu werden, wie die Anschläge in Frankreich und das Lahmlegen der öffentlichen Ordnung durch Bombendrohungen, verursacht durch mangelhafte Grenzkontrollen gezeigt, haben.

     

     

  6. Daß die NATO langsam durchdreht, ist ja bekannt, denn das Büch über die Welt als Schachbrett, und zweite Chance ist auch im Netz auszugsweise und kommentiert zu lesen. Aber es ist viel schlimmer, daß unsere Politik an der NATO festhält, sich an deren Kämpfen beteiligt, mithilft, weiter ganze Regionen zu destabilisieren, keine vernünftige Antwort findet?

  7. Ich hoffe Rußland ist so stark ,um den Faschismus in der Ukraine zu beseitigen und die Beziehungen zur Ukraine wieder herzustellen und zu festigen.

    Was will die NATO in der Ukraine????

    Was will die Ukraine in der Eurpäischen Union?? Ihr wird es genau so ergehen wie Griechenland. MAn kann nicht alles aus über einen Haufen werfen. So glücklich macht die Marktwirtschaft auch nicht. Es gibt auch bessere WErte im Leben. 

    Die USA sind verrückt und ein Bischen balla balla.Das müssten doch die Menschen in der Ukraine auch langsam begriffen haben, Ich hoffe auf eine friedliche Lösung der Ukraine mit Rußland und allen dort angrenzenden Staaten.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.