BGH: Facebooks Freunde-finden-Funktion muss geändert werden

Der Bundesgerichtshof bemängelt in einem Urteil die Funktion "Freunde finden" von Facebook. Dabei handle es sich um eine wettbewerbsrechtlich unzulässige belästigende Werbung, da man die E-Mails auch an Personen schicken kann, die nicht auf der Social Media Plattform registriert sind.

Von Redaktion/dts

Die Facebook-Funktion "Freunde finden" ist in ihrer derzeitigen Form rechtswidrig: Die mithilfe dieser Funktion versendeten Einladungs-E-Mails an Personen, die nicht als Facebook-Mitglieder registriert seien, stellten eine wettbewerbsrechtlich unzulässige belästigende Werbung dar, urteilte der Bundesgerichtshof am Donnerstag. Die Einladungs-E-Mails seien auch dann Werbung von Facebook, wenn ihre Versendung durch den sich bei Facebook registrierenden Nutzer ausgelöst werde, weil es sich um eine von Facebook zur Verfügung gestellte Funktion handele, mit der Dritte auf das Angebot aufmerksam gemacht werden sollen, hieß es zur Begründung des Urteils. Die Einladungs-E-Mails würden vom Empfänger nicht als private Mitteilung des Facebook-Nutzers, sondern als Werbung der Beklagten verstanden.

Zudem habe Facebook im Rahmen des im November 2010 zur Verfügung gestellten Registrierungsvorgangs für die Funktion "Freunde finden" den Nutzer über Art und Umfang der Nutzung von ihm importierter Kontaktdaten irregeführt. Der im ersten Schritt des Registrierungsvorgangs eingeblendete Hinweis "Sind deine Freunde schon bei Facebook?" kläre nicht darüber auf, dass die vom Nutzer importierten E-Mail-Kontaktdaten ausgewertet werden und eine Versendung der Einladungs-E-Mails auch an Personen erfolgt, die noch nicht bei Facebook registriert sind.

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Ein Kommentar

  1. Diese schwachsinnige Funktion will ich den noch schwachsinnigeren Nutzern von Facebook mal genau erklären:

    „Freunde suchen“ öffnet das private Emailkonto des Anwenders. Also nicht das Facebook-Konto, sondern das davon völlig unabhängige Emailkonto des Anwenders.

    Zum Thema „schwachsinnige Anwender“ erörtere ich wie folgt.
    1. Passwort von Facebook und privatem Emailkonto ist identisch

    2. Anwender kommt der Aufforderung von Facebook nach, das Passwort für das PRIVATE Emailkonto einzugeben.

    Wenn eine der beiden Möglichkeiten zutrifft, dann (sorry) halte ich persönlich den Anwender für schwachsinnig, oder zumindest hochgradig debil. Ich weiß, dass viele das tun, und daher rate ich den betroffenen, mal über die eigenen Handlungen besser nachzudenken, bevor hinterher mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Es gibt Dinge im Leben, die sind an DOOFHEIT nicht zu überbieten. Dazu gehört zweifelsfrei, ein geheimes, persönliches Passwort an eine fremde Person weiterzugeben, oder – wie bei Facebook – einem Roboter (EDV) auszuhändigen.

    Dieser Roboter (EDV) öffnet dann (unbemerkt) das PRIVATE Emailpostfach, durchkämmt ALLE Email (egal in welchem Ordner), öffnet sogar das Adressbuch und kopiert ALLE gefundenen Daten auf einen Facebook-Server (auch die Emails selbst).

    Dann werden die Emailadressen selektiert. Emailadressen erkannt der Roboter an dem ‚@‘ .

    Als dritter Step werden diese Emailadressen (und zwar ALLE) als Empfänger in eine von Facebook vorgefertigte Serien-Email eingesetzt, und diese email dann abgesendet.

    Das Verfängliche: In dieser Email wird der Empfänger in der DU-Form angesprochen, und als „Freund“ bezeichnet. Was jedem Menschen jetzt schon klar sein müsste (außer DOOFEN), ist die Tatsache, dass man i.d.R. auch geschäftliche Kontakte im Postfach hat. Also Leute, die man nicht einfach so mit DU anspricht (z.B. Bewerbungen, Konversation mit Arbeitgeber, mit Vorgesetztem, ……..).

    Auch diese Personen oder Firmen werden von der Facebook-Serienemail mit DU angesprochen.

    Und das Allerbeste: Die Mail wird unterschrieben mit der normalen Unterschrift des Postfachinhabers! So, als hätter er/sie diese Email selbst geschrieben. Kein Hinweis darauf, dass das eine von Facebook geschriebene, automatische email ist (von der der Postfachbenutzer gar nichts weiß).

    Mir sind sieben Fälle bekannt, wo es danach zu „merkwürdigem Verhalten“ von Vorgesetzten kam (2x sogar eine Abmahnung wegen „plumper Anmache der Chefin“).

    Aber wie gesagt, wer sein Passwort einem Roboter übergibt, der verdient es auch nicht besser! Derart „DOOFE“ findet man in der Gesellschaft (meiner Schätzung nach) zu mindestens 25% Und daher ist es auch richtig, dass solche Leute die Konsequenzen tragen. Allein wer den Facebook-Hype mitmacht, und alle Daten im Kollektiv „freiwillig+ehrlich“ (in Wahrheit aus Konformitätsdruck) publiziert, ist meiner Ansicht nach geistig degeneriert (IQ < 90). Solche Leute nannte man früher Deppen. Nur traten die früher nicht in Rudeln auf. Mit Beleidigung hat das nichts zu tun, man muss aber irgendwann die Dinge mal beim Namen nennen dürfen.

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