Atomenergie – Die „strahlende Zukunft“ der Menschheit

Wir Menschen haben eine strahlende Zukunft vor uns. Und nicht nur wir Menschen, unsere ganze Umwelt ist davon betroffen. Der ganze Felsklumpen, der um unsere Sonne eiert, hat etwas davon. Und wir haben es ermöglicht.

Von Marcel Grasnick

Es fing alles damit an, als ein gewisser Herr Bequerel anno 1896 die Radioaktivität entdeckte. Und es ging in die Phase der Nutzung, als 1938 Otto Hahn und Fritz Straßmann der Nachweis der Spaltung des Uranatoms gelang. Dann ging alles sehr schnell, über die Erprobung der ersten Atombombe bis zu deren erster Anwendung, die kommerzielle Nutzung für Kraftwerke begann schon mit dem ersten Versuchsreaktor 1951. Doch waren sich die Damen und Herren der Forschung zu der Zeit schon gewiss, dass die Kernenergie ein Erbe hinterlässt? Einer war sich da schon sicher: Einstein. Der sagte: "Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen." Eine strahlende Zukunft wurde durch die Kernenergie versprochen. Wohl wahr…

Gewiss, die Kernenergie ist relativ sicher und Pannen gibt es schon mal überall, in jedem Bereich. Und bei der Kernenergie, Atomenergie, werden diese gern hochstilisiert. Mit Recht. Denn die radioaktive Strahlung ist zwar messbar, aber nur technisch. Man kann sie nicht sehen, fühlen, riechen oder schmecken. Nur das, was sie anrichtet bemerkt man. Und das ist verheerend.

Selbst wenn Deutschland aus der Atomenergie aussteigt, bringt das im Endeffekt nicht wirklich etwas. Wir exportieren dafür Waffen und importieren dann von anderen Energie. Energie, die unter anderem auch durch die Atomkraft "produziert" wird. Wir schaffen die Kernkraftwerke ab, andere bauen dafür neue. Super mitgedacht Frau Kanzlerin. Selbst wenn Deutschland als Vorbild dienen soll, wie die öffentliche Stellungnahme es andeutet, heisst das noch lange nicht, dass sich andere daran ein Beispiel nehmen. Und was passiert mit den abgeschalteten Kraftwerken? Diese wären doch ein prima Zwischenlager für verbrauchte Brennstäbe, jetzt, wo bekannt ist, dass abgereichertes Uran in Kriegsgebieten gern als Munition verschossen wird. Mit schöner Langzeitwirkung für die Bevölkerung dort, die man dann mit späteren Säuberungsaktionen gefällig halten kann.

Japan schaltet seine Reaktoren nicht ab, im Gegenteil. Nach und nach werden wieder alle Reaktoren in Betrieb genommen. Das Land hat wie jede Industrienation einen riesigen Hunger nach Energie und bis zu 22 Prozent davon soll der Atomstrom liefern. Selbst Tschernobyl, in dem es 1986 zu einem der verheerendsten Unglücke kam, wurde erst im Jahr 2000 komplett stillgelegt. Ganze vierzehn Jahre nach dem Super-GAU! 37 Kilometer im Radius um das Kraftwerk ist nun eine Sperr- und Todeszone. 40 Prozent von Europas Fläche wurden mehr oder weniger radioaktiv verstrahlt. Das von einem einzigen Unglück in einem einzigen Reaktor. Nun kann gern argumentiert werden, dass nicht nur aus den menschlichen Fehlern dieser Katastrophe gelernt wurde, sondern auch die modernere Technik weitere Unglücke verhindern kann. Doch was zeigt Japan 2011? Nichts ist wirklich sicher. Nicht alle möglichen Szenarien können verhindert werden. Die Unglücksreaktoren werden noch in Millionen Jahren fröhlich weiter strahlen.

Loading...

Doch selbst wenn alle Reaktoren weltweit vor Naturkatastrophen, vor menschlichen und technischen Fehlern sicher wären, bleibt immer noch die Frage nach einem möglichen und vor allem sicheren Endlager der strahlenden Errungenschaften zu klären. Und diese Errungenschaften bestehen nicht nur aus den verbrauchten Brennstäben, sondern dem gesamten Material, das mit radioaktiver Strahlung in Berührung kommt. Technik, Messgeräte, kontaminiertes Wasser, Erde… Und den Müll werden wir einfach nicht los. Eine Lagerung im All (siehe Mondbasis Alpha) ist faktisch ausgeschlossen aufgrund der schieren Menge. Nein, mit den strahlenden Errungenschaften werden wir noch eine sehr lange Zeit auf der Erde unseren Spaß haben. In nicht einmal einhundert Jahren unserer jahrtausendelangen Geschichte haben wir Menschen uns eine wahrhaft strahlende Zukunft gesichert.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

7 Kommentare

  1. Deutschlamd war dabei, einen sicheren Reaktortyp zu entwickeln, den HTR, auch als Kugelhaufenreaktor bekannt.

    Die Entwicklung war bis zu einem Prototypen gediehen, dem Reaktor in Hamm-Uentrop, und es mussten ihm lediglich noch einige Schwächen ausgetrieben werden, als das ganze Programm gekippt wurde. Der zukünftige Exportschlager der deutschen Anlagenbauer mutierte über Nacht zu ihrem vergangenen.

    Damit ist der Reaktortyp aber nicht tot – China entwickelt ihn weiter und auch Südafrika ist am Ball.

    Wir erinnern uns : Der Kugelhaufenreaktor war konstruktionsmäßig so beschaffen, dass nur eine ganz geringe Menge des Brennstoffs im Reaktor verarbeitet wurde und er stoppte bei Störungen automatisch, weil keine weiteren Urankugeln nachgeladen werden konnten.

  2. Eure Infoseite zählt zu meinen Lieblingsseiten, aber bei diesem Artikel habt ihr jedes Fachwissen auf ignore geschaltet.

    Die Radioaktivität gehört zu den ganz normalen Dingen des Lebens. Die Fauna hat entsprechende Reparaturmechnismen auf der zellularen Ebene entwickelt, um die Strahlung kompensieren zu können. Nähme man übrigens die Grenzwerte für die radioaktive Strahlung wirklich ernst, wären weite Gebiete in Deutschland unbewohnbar.

    Mittlerweile gibt es Reaktortypen, die unseren alten Uranmüll fast restlos zur Energiegewinnung nutzen und verbrauchen können. Dieser Typ ist inhärent sicher. Sie können sich hier darüber informieren: http://dual-fluid-reaktor.de/

    Es ließe sich noch viel mehr zu diesem Thema schreiben, wozu mir die Zeit fehlt. Atomkraftwerke stellen momentan die sauberste und umweltfreundlichste Technik zur Energiegewinnung dar, die es gibt. Besser aber gefährlicher sind nur Wasserkraftwerke, da bei einem Brechen des Dammes tausende Menschen sterben müssen. Es gibt zum Thema Todesfälle für die einzelnen Bereiche der Energietechnik Aufstellungen, die bspw. bei der Kohleenergie mit Abstand die meisten Todesfälle auflistet während die Kernenergie auf dem ersten Platz mit den wenigstens Toten steht. In Fukushima starb nicht ein einziger Mensch an der Strahlung.

    Noch ein Wort zu Tschernobyl, der Mutter aller Unfälle: Die um das Werk errichtete "Todeszone" wurde zu einem Paradies für Fauna und Flora. Sie konnten sich hier ungestört von Menschen entwickeln. Vermutlich haben sie nichts über die Gefährlichkeit ihrer Umgebung gehört ;-).

  3. Super Artikel Herr Grasnick!

    In lezter Zeit lese ich immer öfter, dass Alternativ-Energien "gebasht" werden und die selbsternannten Progressiven ein Loblied auf die Atomkraft singen; Deppen sind das, denn wie der Artikel ganz richtig ausführt – es gibt kein Endlager, und erst recht kein sicheres.
    Was passiert wenn so ein Ding hochgeht wissen wir auch – Tschernobyl ist für die nächsten X-tausend Jahre eine tickende Zeitbombe und muss regelmässig mit neuem Beton zugekleistert werden, dank Fukushima wird der Pazifik bald eine einzige, leblose Suppe sein.

    Wenn DAS als Schaden noch nicht reicht um klüger zu werden, hatt der Homo Idiotiens echt nix anderes verdient, als an seiner eigenen Dummheit einzugehen.

  4. Deutschland war schon vor dem 2. WK die zweitstärkste Wirtschaftsnation der Welt. Darin hätte auch die Verpflichtung der Politik gelegen, Vorreiter zu sein. Die anderen europäischen Staaten haben davon profitiert und waren über den bilateralen Handel davon abhängig.
    Die Friedensbewegung war in den 80er Jahren noch unglaublich stark und gegen Konsumterror und für Regionalisierung und Dezentralisierung aufgestellt.
    Irland zum Beispiel galt als das Armenhaus Europas, trotzdem sind die Iren nicht ausgewandert und lebten genügsam mit Landwirtschaft und Tourismus.

    Statt diesen Einfluß zu nutzen, bauten die Dienstleister der Konzerne mit der Arroganz der Weltbeglücker eine Mega-Wirtschafsmaschine auf, die Europa und die Welt ins Chaos gestürzt hat. Jeder schreit nach globalen Regeln und unter dem Freihandel breitet sich das Chaos immer mehr aus. Globale Regeln sind nur Ausflüchte, um sich selbst nicht zu bewegen.

    Denke global, handle lokal, ein Leitspruch, der vor allem Dank des Netzschwachsinns vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Alle wollen zuerst die anderen erziehen und regieren unverfroren in die Nacharstaaten hinein.

    Ein regionalisierter Ausbau regenerativer Energieträger hätte den Konzernspuk beenden können, Wirtschaft und Wissenschaft auf ein neues Gleis gestellt und Europa wäre befriedet. Weniger wäre mehr gewesen, mehr Demokratie, mehr Mitbestimmung, mehr Umweltschutz, mehr Gerechtigkeit, mehr Ruhe.

    Vertikalturbinen sind High Tech, kleiner als die Bäume, die lassen sich sehr dicht stellen im Fischschwarmprinzip und 10 mal so effizient wie die Windmonster! Da hätten die Trassen alle abgerissen werden können und in Kombination mit Solarenergie könnten wir heute mit E-Autos zur Arbeit fahren, kochen, kühlen, und niemand könnte den Strom mehr abstellen.
    Es hätte nur anders subventioniert werden müssen, um einen richtigen Wandel anzuschieben. Die technische Entwicklung wäre heute Lichtjahre weiter.

  5. Der Energieverbrauch des Internets steigt exponentiell! In Jahren 2000 und 2008 haben das Fraunhofer Institut und die TUI Dresden den Stromverbrauch an den Knotenpunkten gemessen und kamen zu dem Schluß, daß das Internet ALLEINE im Jahre 2020 soviel Energie verbrauchen würde wie 2008 die Menschheit gesamt!

    Das ist also kein Wunder, daß die Welt nicht zu Potte kommt. Und dann sollten die Nutzer der alternativen Presse mal hinterfragen, welche Themen überhaupt nicht angesprochen werden, welche blockiert und welche mit Halbwahrheiten verdreht, so daß unter der vermeintlichen Aufklärung vor allem die Machenschaften der Politik und der Konzerne geschützt werden.

    „Es gibt keinen Klimawandel“ folgt demselben Prinzip wie „Rauchen verursacht keinen Krebs“.

  6. @Deutscher Michel.

    Die Informationen zum Kugelhaufenreaktor sind reichlich veraltet:

    1. Südafrika hat die Technologie schon 2010 vollständig aufgegeben, da unbrauchbar.

    2. Eine unabhängige Expertengruppe aus AKW-Befürwortern und Gegnern hat 2014 festgestellt, dass die Werbung für Kugelhaufenreaktoren ("Inhärent sicher" usw.) betrügerisch war.

    Belege sind in Wikipedia-Artikeln zum Kugelhaufenreaktor angegeben.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.