Ägypten: Al-Sisis Terrorherrschaft über das Land am Nil

Fünf Jahre nach dem Sturz von Hosni Mubarak verwandelt sich Ägypten unter General al-Sisi in eine schlimmere Diktatur als vorher. Das Militärregime unterdrückt jegliche Opposition, nicht nur jene der Muslimbrüder, mit massiver Gewalt.

Von Marco Maier

Wenn Ergebnisse nicht passen, werden sie eben passend gemacht. Als nach der Revolution in Ägypten während des Jahres 2011 die Bevölkerung mehrheitlich für islamistische Gruppen (Muslimbrüder und Salafisten) stimmte, die aus dem beliebten Touristenziel einen islamistischen Staat formen wollten, war dies dem Westen auch nicht recht. Wo käme man denn hin, wenn das Volk tatsächlich über die politische Zukunft des Landes abstimmen dürfte, oder? Also kam der nächste Putsch, der General Abdel Fattah al-Sisi und dessen Gefolge an die Macht brachte.

Die neue politische Führung des Landes ging dabei gleich dazu über, sämtliche Führungskader der vorher demokratisch gewählten Muslimbrüder zu verfolgen, zu inhaftieren und in Massenprozessen zum Tode zu verurteilen. Der Aufschrei der westlichen Medien blieb aus. Immerhin handelte es sich hierbei ja nur um "böse Islamisten", für die in einem islamisch dominierten Staat ja kein Platz sein darf – auch wenn die Mehrheit der Bevölkerung des Landes dies wünscht. Die mit dem Westen vernetzte laizistische urbane Clique in Kairo und Alexandria hatte andere Vorstellungen der Zukunft des Landes.

Doch seit der Machtübernahme der Militärregierung kämpft diese mit aller Härte gegen jegliche Opposition. Es ist ein Terrorregime, welches bei den eigenen Bürgern schon bei Verdacht auf Verbindungen zu den mittlerweile verbotenen Muslimbrüdern die gnadenlose Härte des Machtapparates zuschlagen lässt. Folter inklusive. Presse- und Meinungsfreiheit? Keine Chance. Die Regierungen in Europa und Nordamerika sehen jedoch weg. Immerhin bekämpft der "starke Mann am Nil" auch die Islamisten im Land und da heiligt der Zweck offenbar alle Mittel.

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Inzwischen befinden sich weit über 50.000 Ägypter unter Hausarrest, weitere zehntausende Menschen wurden inhaftiert. Öffentlich Kritik zu äußern ist lebensgefährlich, auch Journalisten bekommen dies tagtäglich zu spüren. Protestveranstaltungen werden mit brutalster Gewalt aufgelöst.

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Selbst wenn im Zuge der Ergebnisse des "Arabischen Frühlings" mittlerweile sicherlich jedem aufmerksamen politischen Beobachter klar wurde, dass das westliche Demokratiemodell nicht eins zu eins auf islamische Staaten anwendbar ist, so muss man sich doch fragen, ob ein Hofieren von Staatsführern wie al-Sisi tatsächlich so eine gute Idee ist. Denn die Islamisten erhalten dadurch lediglich noch mehr Zulauf.

Wirkliche Erfolge kann man in Ländern wie Ägypten, Algerien, Libyen & Co nur dann feiern, wenn man den Menschen dort auch eine wirtschaftliche Perspektive bietet. Wer Arbeit hat und seine Familie ernähren kann, wer sich auf Polizei und Justiz verlassen kann, der wird auch nicht in die offenen Arme von Extremisten und Terroristen laufen. Dafür braucht es keine repressiven Maßnahmen, sondern einen wirklich brauchbaren Plan für die wirtschaftliche und rechtsstaatliche Entwicklung, sowie die Fähigkeit zur Schließung von Kompromissen.

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13 Kommentare

  1. Ist das nicht der Diktator mit den blutigen Haenden..der von Merkel eingeladen wurde..und man nebenbei fuer Siemens einen 10 Milliarden- Deal einfaedelte?!

    Zeig mir deine Freunde..dann weiss ich wer du bist.

  2. Was ist denn das wieder für ein guter Artikel? Ich weiß zwar nicht ganz so viel die Muslimebrüder (damals {2010} habe ich wie gebannt die YT-Videos verfolgt und konnte gar nicht glauben, was ich dort in Äqypten sah), aber eins weiß man heute: Dass in der Revolution die USA im arabischen Frühling die Finger im Blut bis zu den Ohren drin hatte. In Libyen kam es zu einem Bürgerkrieg, bei dem Rebellen mit Unterstützung durch die NATO (Nicolas Sarkozy war das) den libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi stürzten.

    Die Muslimbrüder sollen von der CIA ausgebildet sein (das habe ich jetzt aber nicht geprüft), diverse Stimmen im Internet bringen sie auch mit ISIS und vor allem – der Vökerwanderung (“Flüchtlingskrise”) – in Verbindung. Was liegt da näher, als die USA (Soros) hinter allem zu vermuten?

    Immer wieder die gleichen beweisenden Meldungen, aber niemand will das verknüpfen, das Volk wird für dumm gehalten und trägt auch dazu bei, indem es eigenständiges denken den Nachrichten überlässt. Wenn die USA die syrischen Rebellen unterstützt und wenn die syrischen Rebellen mit den Terrorristen zusammenarbeiten, was ist dann das Resultat ??? Obama arbeitet mit den Terroristen zusammen!!

    Die Rebellen gehen zur ISIS, das mit der Unterstützung von Obermuslim Barack Hussein Obama: “Dort wurde gesagt, die Zielsetzung war es zuerst 5.000 – 6.000 Kämpfer auszubilden, dann waren es schon 12.000, und am Ende haben die US-Senatoren erfahren, dass man insgesamt 60.000 Kämpfer ausgebildet hat. Und davon kämpfen nur 4.000 – 5.000 Kämpfer in der ‘syrischen Opposition’, alle anderen (55.000) sind mit US-Waffen einfach zu ISIS übergelaufen.” (Quelle: Non Profit News)

    Erkennt man den Unterschied ??? Mit diesem Zeichen kämpfen die US-Soldaten im Irak gegen die ISIS:

    http://static4.businessinsider.com/image/56043dcabd86ef21008bcd2b-178-178/heres-the-us-armys-shoulder-patch-for-the-war-against-isis.jpg

    Und mit diesem Zeichen kämpft ISIS

    http://shoebat.com/wp-content/uploads/2015/09/islam_terror.gif

    Das Emblem der Muslimbruderschaft

    http://irananders.de/typo3temp/pics/ccea0d53a0.png

    Als nach der Revolution in Ägypten während des Jahres 2011 die Bevölkerung mehrheitlich für islamistische Gruppen (Muslimbrüder und Salafisten) stimmte, die aus dem beliebten Touristenziel einen islamistischen Staat formen wollten, war dies dem Westen auch nicht recht. Wo käme man denn hin, wenn das Volk tatsächlich über die politische Zukunft des Landes abstimmen dürfte, oder?

    Tssss.. nach den letzten beiden Jahren (Syrien, Ukraine, DEUTSCHLAND) immer noch zu glauben, dass “das Volk” irgend etwas “abstimmen dürfte” … dazu gehört sehr schon viel Gottvertrauen. Selbst Gott persönlich hätte dieses Vertrauen vermutlich schon lange an den Nagel gehängt.

    ~~~

    Und JA, ich muss leider die Meinung bestimmter Kommentatoren teilen, dass die Artikel von Tag zu Tag “angepasster” werden., Und zwar in einer Richtung, die mir – als Jemand, der kein Theater und keine Possen mag – gar nicht gefallen. Wenn sich die Artikel an FAZ anpassen, dann wird sich auch irgendwann die Leserschaft dem Trend der FAZ anpassen: Abwanderung, lange bevor das Zenit erreicht ist. Wäre ja schade darum, aber jede Redaktion hat das selbst in der Hand. Punkt.

  3. Die arabischen Völker brauchen eine harte Hand, je unkultivierter, um so härter.

    Ich maße mir zwar nicht an, den notwendigen Härtegrad für Ägypten zu beurteilen, sehe aber das Chaos, das geblieben ist, nachdem man Hussein und Gaddhafi abserviert hat.

    Wer Arabern wohlwollend liberal gegenübertritt, erntet einen chaotischen Mob, wie wir ihn durch die Merkelanten kennengelernt haben.

    Die Moslembruderschaft jedenfalls ist mordgierig, und es bedarf einer scharfen Kontrolle um den nächsten Blutrausch zu verhindern.

    Wer einen "Diktator" verurteilen will, sollte vorher mal ein paar Wochen in seinen Schuhen laufen.

  4. Wer glaubt,das man nur mit Gewalt einen Staat ueber laegere Zeit regieren kann,der irrt.

    Keine Gewalt hat Dauer./Leonardo da Vinci

    Zeige mir einen Mann der Gewalttat,

    mit dem es ein gutes Ende genommen hat

    und ich will ihn zu meinem Lehrer machen.

    Laotse

    1. Zeige mir einen Mann der Gewalttat,

      mit dem es ein gutes Ende genommen hat

      und ich will ihn zu meinem Lehrer machen.

      Max Schmeling : "Geben ist seliger als Nehmen"

      Auch Stalin starb hochgeehrt.

      1. Deutscher Michel

        Wuerdest du Stalin zu deinem Lehrer machen?!

        Es ist eine verabscheuenswerte Schwaeche der Menschen,

        bewundernd zu jenen emporzuschauen,

        die ihnen auf glaenzende Art Boeses angetan haben.

        Sie sprechen lieber von dem Zerstoerer eines Reiches

        als von dessen Gruender../Voltaire

        Noch Fragen?

        1. Mursi, der Vorgänger und Demokrat, der jetzt sitzt, hat das Blutvergießen gefördert – unter ihm gab es z.B. Massenmorde an den Kopten.

          Al Sisi hat das Blutvergießen beendet., auf die harte Tour.

          Das Eine wie das Andere mag uns nicht schmecken, aber :

          Welcher ist jetzt besser?

          1. Deutscher Michel

            Keiner von beiden ist besser!

            Es gibt keine gute Gewalt..also auch keinen guten Diktator.

             

  5. Ohne ihn hätten die Äqypter eine weitere Filiale des IS. Was wollen die Schreiberlinge eigentlich? Ordnung und Frieden für die Mehrheit oder Terror durch eine Minderheit. Um Reaktionäre im Zaum zu halten, muß man oftmals zu unpopulären Maßnahmen greifen, was der eine als Stärke betrachtet und der andere als Unrechtshandlung. Sieht denn niemand wo die Staaten wie Irak, Lybien und Syrien gelandet sind. Unter Recht und Ordnung stellt man sich anderes vor.

  6. Die Entschlossenheit des ägyptischen Militärs und der zeitnahe Hinauswurf aller westlichen Agenten (NGOs) hat Ägypten ein syrisches Schicksal und das der anderen Staaten des "Arabischen Frühlings" erspart.

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