Bislang galten die Schweden als äußerst tolerant in Sachen Zuwanderung. Doch die jüngste Migrationswelle sorgte offenbar für ein Umdenken. Inzwischen erfreut sich auch die Rechtspartei der Schwedendemokraten hoher Zustimmungswerte.

Von Marco Maier

Eine Ipsos-Umfrage, die in der Dagens Nyheter, der größten Tageszeitung Schwedens, veröffentlicht wurde, zeigt ein Umdenken in der Bevölkerung. Waren die Schweden bislang recht offen und tolerant, was die Zuwanderung betrifft, so hat sich das Blatt inzwischen gewendet. Demnach sprechen sich 55 Prozent der Schweden dafür aus, dass das Land keine Asylbewerber mehr aufnehmen solle. Damit stieg die Zahl der Menschen in Schweden, die sich für eine Begrenzung der Zuwanderung aussprechen seit September um ganze 25 Prozentpunkte. Damals sprachen sich noch rund 30 Prozent der Befragten für eine striktere Immigrationspolitik und einen Stopp der Aufnahme von Flüchtlingen aus.

Deutlich wird dieser Sinneswandel auch am Anteil der Schweden, die sich weiterhin für die bedingungslose Aufnahme von Flüchtlingen aussprechen. Lag die Zahl der Befürworter einer weiteren Aufnahme von Asylbewerbern im September noch bei 44 Prozent, so sank sie nun im Dezember auf 19 Prozent ab. Damit kann sich also gerade noch rund ein Fünftel der Schweden damit anfreunden, weiterhin unzählige Menschen aus aller Welt aufzunehmen und zu versorgen.

Das Umdenken in der Bevölkerung hängt mit den jüngsten Problemen infolge der Flüchtlingskrise zusammen. Während immer mehr Menschen aus Nordafrika und dem Nahen Osten nach Schweden drängten, gingen die Unterbringungskapazitäten aus. Selbst in die entlegensten Dörfer – quasi fernab der Zivilisation – wurden die Flüchtlinge gekarrt, weil man in den Ballungszentren keinen Platz mehr fand. Je deutlicher den Schweden diese Entwicklung wurde, umso eher erkannten sie, dass es so auf Dauer nicht mehr weitergehen kann.

Dies macht sich auch in den Sonntagsfragen bemerkbar. Bei einer Umfrage am 16. November kam die rot-grüne Minderheitsregierung auf nur noch 33,6 Prozent (Wahl 2014: 43,6 Prozent). Auch die oppositionelle Mitte-Rechts-Koalition, die mit 36,8 Prozent zwar die Führung übernahm, muss gegenüber der letzten Wahl (39,4 Prozent) Verluste hinnehmen. Eindeutige Sieger sind hingegen die Schwedendemokraten, die mit 26,7 Prozent als stärkste Einzelpartei (2014: 12,9 Prozent) noch vor den Sozialdemokraten (21,4 Prozent) und den Moderaten (20,6 Prozent) liegen. Die Rechtspartei der Schwedendemokraten spricht sich grundsätzlich für eine Änderung der Immigrationspolitik aus.

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6 thoughts on “Umfrage: Mehrheit der Schweden will weniger Flüchtlinge”

  1. Davon soll sich mal unsere "größte Tageszeitung" eine dicke Scheibe abschneiden! Das oben beschriebene Beispiel zeigt doch, dass es geht, wenn man will, kann und darf. Woran scheitert es bei uns?

  2. Der orban sagt es schon richtig.  Das ist eine gelenkte Invasion.  Irgendwem nutzt es, wenn Europa destabilisiert wird. Mal überlegen,  wer das sein könnte…… 

    Ich glaube, wir kommen alle selber drauf.

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