Gestern wurden die 3 Milliarden Dollar an Schulden, welche die Ukraine bei Russland hat, fällig. Kiew will (und kann) dies jedoch nicht ausgleichen. Nun drohnt Premierminister Medwedew mit einer Klage. Die Ukraine ist damit faktisch bankrott.

Von Marco Maier

Nun ist es offiziell: Die Ukraine ist faktisch pleite, auch wenn der Internationale Währungsfonds – wohl auf Drängen der US-Finanzindustrie – die Regeln zur Kreditvergabe änderte. Denn die 3,075 Milliarden US-Dollar, welche mit dem gestrigen Tag fällig wurden, will – und kann – Kiew gegenüber Russland nicht begleichen. Wie "Sputnik" berichtet, hat die ukrainische Regierung ein Schulden-Moratorium ausgerufen.

Russlands Premierminister will die taktischen Spielchen Kiews jedoch nicht länger einfach so hinnehmen. "Daran, dass sie nicht zahlen werden, besteht keinerlei Zweifel. Der Kurs, den die Regierung der Ukraine betreibt, ist uns bekannt: Im Grunde genommen ist es eine Manipulation und eine Verletzung internationaler Verpflichtungen, und so muss man sich dazu auch verhalten", so der Regierungschef.

"Eine weitere Frage, die die ukrainische Thematik betrifft. Am 20. Dezember begann der Zahlungsverzug der Ukraine hinsichtlich der drei Milliarden Dollar für Eurobonds. Dass bedeutet Zahlungsunfähigkeit, es ist eine juristische und, wenn Sie so wollen, bereits eine historische Tatsache", sagte Medwedew ebenfalls beim Treffen mit den Vize-Premiers. Nun habe die Ukraine noch 10 Tage Zeit um die Schulden ohne Verzugsstrafe bezahlen zu können.

Besonders sauer stößt Moskau das Verhalten des Westens in dieser Frage auf. "Man sagt, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Doch wenn Sie meine Meinung wissen wollen, so habe ich das Gefühl, dass sie nichts zurückgeben werden, weil sie Gauner sind. Sie weigern sich, das Geld zurückzuerstatten, und unsere westlichen Partner stören uns auch noch, statt zu helfen", so Medwedew in einem Fernsehinterview.

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Nach Ablauf dieser Frist folge ein "Default im juristischen Sinne", so Medwedew weiter. Das heißt: Die Ukraine gilt dann, ab dem 1. Januar 2016, offiziell als zahlungsunfähig und muss faktisch den Staatsbankrott anmelden. Moskau wird dann auch versuchen, die Schulden des Landes einzuklagen. Doch wird dann der IWF auch hingehen und der Ukraine die Schulden bei Russland bezahlen?

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4 thoughts on “Ukraine: Russland will Schulden einklagen”

  1. Wären es die Amis die Schulden von irgendwem einklagen, würde unser glorreicher Westen aber Zeter und Mordeo schreien, wenn der Schuldner sich so wie die Ukraine atm gegenüber Russland weigert.

    Meiner Meinung nach hat Medwedew durchaus recht – das Verhalten des Westens ist in dieser Sache eindeutig von massiver Doppelmoral geprägt.

  2. „Der IWF die Regeln zur Kreditvergabe änderte“
    Das hast du nett umschrieben lieber Marco Maier :-))

    Was die (IWF,EZB) da aufführen spottet wirklich jeglichem Rechtsempfinden,
    denn damit werden Grundgesetze gebrochen.
    Der IWF ändert mal so mir nichts dir nichts seine Statuten und Draghi in der EZB
    ist gleich Aufgrund der ganzen EZB-Statuten
    sowieso von jeglicher Rechtsstaatlichkeit abgekoppelt und völlig immunisiert.
    Beim EZB finde ich es ja fast noch schlimmer als beim IWF, denn was Draghi da an „versteckter“
    Staatsfinanzierung betreibt, macht er mit unserem Geld und wir haften für diesen Irrsinn !

    lol und die westl.Kotzgemeinschaft jammert immer „wir haben ein Glaubwürdigkeitsproblem“.
    Ich persönlich glaube ja, es gibt in der EU kein einziges Gesetz mehr,
    welches Brüssel in den letzten 20 Jahren nicht gebrochen oder sich zurecht gebogen hat.

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