Recep Tayyip Erdogan. Bild: kremlin.ru

Inzwischen spricht man schon von der Gefahr eines Bürgerkriegs in der Türkei. Auch dort agieren mehrere Kräfte, während Präsident Erdogan nur etwa die Hälfte der Bevölkerung hinter sich weiß. Ausgangspunkt könnte der Kurdenkonflikt sein.

Von Marco Maier

Auch wenn die AKP über eine satte Mehrheit im Parlament verfügt, haben sie noch nicht einmal die Hälfte der wahlberechtigten Türken gewählt. Von den knapp 20 Prozent der Bevölkerung, die der kurdischen Minderheit angehören, sympathisieren nicht wenige mit der HDP, die als legaler politischer Arm der verbotenen PKK gilt. Hinzu kommen noch einmal 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung die der alevitischen Religionsgruppe angehören, welche ebenfalls nicht unbedingt als AKP-Nahe gilt.

Doch die Stärke der AKP bedeutet nicht unbedingt, dass die Hälfte der Türken konservative Muslime wären, nicht wenige Türken wählten sie auch, weil unter ihrer Herrschaft in den letzten Jahren ein wirtschaftlicher Aufschwung stattfand und man sich ein Ende der korrupten Selbstbedienungsmentalität der Politiker erhoffte. Hier herrscht ein Pragmatismus vor, welcher der AKP jedoch auch zum Verhängnis werden kann, wenn sie die Erwartungen der Menschen nicht erfüllt.

Der Vormarsch der türkischen Armee in den Kurdengebieten der Südosttürkei, bei der die Soldaten nicht gerade zimperlich vorgehen, sorgt inzwischen schon für massive Fluchtbewegungen der kurdischen Bevölkerung. Selbst ein Bürgerkrieg wird inzwischen nicht mehr ausgeschlossen. Vor allem dann, wenn die türkische Regierung weiterhin auf breiter Front gegen die Kurden vorgeht und diese unter Generalverdacht stellt die PKK zu unterstützen.

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So werden derzeit sogar Gedankengänge laut geäußert, die von einem möglichen "syrischen Szenario" in der Türkei sprechen – also dem Aufbrechen von ethnischen und religiösen Trennlinien im Land. Und das nur, weil Präsident Erdogan eine immer radikalere Linie in der Türkei durchzusetzen versucht, mit der die früheren Erfolge – auch in der Kurdenfrage – zunehmend wieder relativiert werden.

Die nächsten Monate werden zeigen, wohin es mit der Türkei geht. Doch das zunehmend autokratische Gebaren Erdogans, der jedoch lediglich die Hälfte der Bevölkerung hinter sich weiß, lässt nicht viel Gutes erahnen. Das Konfliktpotential wächst jedenfalls immer weiter.

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5 KOMMENTARE

  1. Für Herrn Erdogan mitsamt Familie und ebenso seiner Partei mit Herrn Davoutoglu geht es jetzt nur noch in eine Richtung. Und zwar steil Bergab!!

    Er wird mit seinem Blut bezahlen. Genauso wie Merkel und Konsorten!!!

    hahahahahaha

    Frohe Weihnachten!!!

  2. Buergerkeieg in der Tuerkei…sehr unwahrscheinlich.

    Allenfalls regionale Unruhen.

    Die meisten sind sehr Patriotisch.Wenn Erdowahn pfeift holen die ihre tuerkischen Fahnen raus.

  3. Guter Witz Herr Wunderlich.

    Sie scheinen wirklich große Ahnung zu Haben. Ich nehme an Sie sind ein Amerikanischer oder Jüdischer IS Terrorist!

    Sie sollten sich mehr Informieren.

    Ist das also wirklich gut das man Herrn Erdogan so weitermachen lassen sollte?

    Sogar noch in die geheiligte EU beitreten lassen?

    Wollen Sie diese Zustände auch hier gerne in Deutschland?

    Okay, dann lassen wir Sie mal kommen!!

    http://www.liveleak.com/view?i=fa4_1450972824

    http://www.liveleak.com/view?i=0cd_1450839838

    Frohe Weihnachten!

  4. Das sind Wohngebiete und die toten Kinder sind PKK Terroristen!!

    Herr Wunderlich ich muss mich über Ihre Aussagen wundern. Sie können nur Krank sein!!

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