Triumph-Modeschau zum 125-jährigen Jubiläum im Jahr 2011. Bild: Youtube

Die emblematische Marke in deutschem Familienbesitz wollte die Produktionsstätte in Portugal verkaufen. Da Markus Spiesshofer noch keinen Käufer gefunden hat, kündigte er jetzt an, im letztem Fall die Fabrik zu schließen. Die Produktion der glamourösen Unterwäsche soll ausschließlich in Indien stattfinden.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Nach über 50 Jahren vor den Toren Lissabons, beschloss der Vorstand der Triumph International im August dieses Jahres die letzte Produktionsstätte, die sie in Europa noch hatten, zu verkaufen. Dabei wurde immer versichert, dass die Rechte der etwa 530 Mitarbeiter gewahrt bleiben sollen. Doch es sieht so aus, als hätte man in Deutschland die Geduld verloren und da sich kein Käufer findet, wird die Fabrik wohl schließen und weitere 530 Angestellte gesellen sich zu den 632.000 registrierten Arbeitslosen (12,4 Prozent) Portugals.

Wenn Markus Spiesshofer etwas Respekt verdient, dann höchstens dafür, dass er seinen hochqualifizierten Näherinnen die schlechte Kunde persönlich überbracht hat. Doch ändert das nichts an der Tatsache, dass ein weiteres deutsches Unternehmen in Asien produzieren und in Europa verkaufen will. Dabei vergessen die Herrn Spiesshofer und Roman Braun wohl, dass die Europäer nur Geld für ihre feine Unterwäsche haben, wenn sie arbeiten und ein regelmäßiges Einkommen haben.

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Darum ist eine Verlagerung der Produktion nach Indien nicht nur unsozial oder moralisch fragwürdig, sondern auch ökonomisch unratsam, zumal die letzten Zahlen von 2013 einen Gewinn von über 21 Millionen Euro nicht nach einem unrentablem Unternehmen klingen. Genau das wird Bernardo Silva, der kommunistische Bürgermeister von Loures, mit der Unterstützung der Gewerkschaft, der neuen Linksregierung von António Costa unterbreiten. Die guten Beziehungen des neuen Premierministers von Portugal zu Indien – sein Vater stammt aus Goa – werden an der Schließung der Fabrik in Sacavem, Loures, nichts ändern, wenn sich kein Investor für den profitablen Standort findet.

So bleibt nur zu hoffen, dass sich noch ein Investor findet, der die perfekten Produktionsbedingungen in Südwesteuropa nutzen möchte. Wer jetzt aber meint, der Linksruck würde Investoren abschrecken, der irrt gewaltig. Seit langem – noch mitten in der Regierungszeit der Konservativen – war der Ausstieg aus der Produktion in Europa geplant. Triumph stand schon des öfteren in der Kritik. In Myanmar wurde ihnen unter anderem auch die Verwendung von Zwangsarbeitern der Militärregierung vorgeworfen. Dies wurde zwar nie bewiesen, aber die Unterstützung des menschenverachtenden Regimes im ehemaligem Birma hat der Marke vor einigen Jahren schwer geschadet. In Indien sind sie aber schon länger Präsent und vielleicht sollten die werten Herren ganz dort bleiben. Die Portugiesinnen werden jedenfalls die Marke verschmähen, wenn 530 Menschen – vorwiegend Frauen – bald ohne Einkommen dastehen.

4 KOMMENTARE

    • Spenden! Gute Idee aber an die Muttersau, damit sie Geld hat um Milch zukaufen.

      21 MILLONEN Gewinn, wie bescheuert muss man sein so einen Laden zuschliessen.

      Markenartikel? Billigware aus Fernost.

  1. Der hat doch immer Werbung gemacht, dass alles in Deutschland produziert wird vom Garn bis zum fertigen Produkt. Mit einem Affen. Hä ich verstehe gar nichts mehr. Und ist durch die Talkshow getingelt und mit 7  Jahren musste er ins Internat und seinen Sohn erzieht er auf die selbe Weise.

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