Sonntagspanorama #37

Liebe Leserinnen und Leser,

bald ist Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu Christi.

„Die Kirchen feiern an Weihnachten die Menschwerdung Gottes. Nach christlicher Lehre und Glauben wird Gott in dem Kind Jesus von Nazareth Mensch. Und so ist Weihnachten auch ein Kinderfest. Es ist das Fest der Geburt von Jesus Christus, den die Christen als ihren Erlöser verehren. Advent und Weihnachten wurden als christliche Jahresfeste erst im vierten Jahrhundert eingeführt. Etwa 300 Jahre, nachdem er gelebt hatte, begannen die Christen damit, Jesu Geburt zu feiern. Darauf deuten frühe Textfunde auf Papyrus hin.“ Quelle: Weihnachten ist Geburtstag

Weihnachten wird ganz unterschiedlich verbracht:

„Unsere Art zu leben.“ Teil I

„Satiriker sind privat auch nur ganz normale Menschen. Deswegen feiere ich das Weihnachtsfest genauso traditionell wie alle anderen Bürger des Landes: Indem ich einmal im Jahr so tue, als würde ich meine Verwandten allesamt mögen, mich über selbst gebastelte Geschenke der Kinder freuen, als würden mich Opas Jesus-Storys interessieren und als würde der Kartoffelsalat dieser einen Tante in diesem einem Jahr ausnahmsweise mal nicht widerlich schmecken. Das halte ich ungefähr drei Stunden durch, dann überfresse ich mich, trinke zu viel Alkohol und streite mich mit dem betrunkenen Rest der Familie. Danach: zur Beruhigung alte Gewaltfilme im Kabelfernsehen. Aber in diesem Jahr habe ich wenigstens das gute Gefühl, mit alldem „unsere Art zu leben“ (Bild-Zeitung & Co.) zu verteidigen, es den Unmenschen vom Islamischen Staat ordentlich zu zeigen. Also: Jetzt erst recht! Sei willkommen, buckelige Verwandtschaft!“ Quelle: Der Titanic-Chefredakteur Tim Wolff im Frizz-Magazin.

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„Unsere Art zu leben.“ Teil II

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Die wichtigsten Zahlen und Fakten des in dieser Woche veröffentlichten Amnesty-Berichts Taking Stock: The arming of Islamic State auf einem Blick:

  • „Der Erste Golfkrieg (1980-88) trug entscheidend zur Entwicklung eines globalen Waffenmarkts bei. Mindestens 34 verschiedene Länder lieferten damals Waffen in den Irak – 28 dieser Länder lieferten gleichzeitig auch Waffen an den Iran.
  • Mehr als 30 Länder – darunter alle ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats – haben in den vergangenen zehn Jahren Kriegsgerät an die irakische Armee geliefert. Über diesen Zeitraum hinweg landete ein erheblicher Anteil an militärischer Ausrüstung in den Händen von bewaffneten Gruppen, darunter auch IS und seine Vorläufer.
  • Amnesty International hat mehr als 100 verschiedene Arten von Waffen und Munition aus ursprünglich mindestens 25 Ländern katalogisiert, die von der bewaffneten Gruppe Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien eingesetzt werden.“

„Unsere Art zu leben.“ Teil III

Die Realität

Die Hessische Niedersächsische Allgemeine fragt den ehemaligen NATO-Einsatzplaner Ulrich Scholz, der selbst Kampfjets geflogen und Piloten auf Tornado-Flugzeugen ausgebildet hat.
 „Sind die Tornado-Flüge militärisch untauglich oder bringen sie etwas?“
„Die bringen nichts. Das hat aber nichts mit den Flugzeugen selbst oder mit ihrer Technik zu tun. Die Recce-Tornados sind inzwischen digitalisiert und können Bilder in Echtzeit aus dem Cockpit zum Boden übertragen. – Die Flüge bringen deshalb nichts, weil wir keine symmetrische Kriegslage haben. Wir kämpfen dort nicht gegen ein Land, das Infrastruktur, Armee und Flugplätze als Ziele hat. Wir sind in einer asymmetrischen Situation. Das heißt, die einzigen Ziele, die der Gegner bietet, ist er selbst, seine Kämpfer, seine Führungspersonen. Und die machen es jetzt genauso wie der Vietkong im Vietnamkrieg oder später andere wie die Taliban in Afghanistan. Sobald sie aus der Luft angegriffen werden, mischen sie sich unter die Bevölkerung. Die ist ihr bester Schutz.“
„Das heißt auch, sobald gebombt wird, tötet man Unschuldige.“
„Eindeutig, das ist so. Wir bringen dort Zivilisten um. Und was die Aufklärung durch die Tornados angeht: Sie können noch so hoch auflösende Bilder vom Marktplatz in Rakka machen, was man darauf nicht erkennt, ist die tatsächliche Lage dort unten. Also zum Beispiel: Laufen dort IS-Kämpfer weg, oder sind es Kinder, weil vielleicht der Bus kommt – das erkennt man nicht.“

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Lügen, Mord und Propaganda

Russia Today (RT) Deutsch meldet: „Russland hat heute erstmals seit Beginn seines Anti-IS-Kampfes in Syrien IS-Stellungen von einem U-Boot aus beschossen. Die Marschflugkörper wurden auf zwei große IS-Basen in der Provinz Rakka abgefeuert, welche dadurch erfolgreich zerstört worden sind.“

Wie viele IS-Basen und IS-Hauptquartiere wollen die Russen, Amerikaner, Briten, Franzosen (und bald auch Deutsche) usw. in den letzten Monaten noch zerbombt haben? Eine Terrororganisation wie der Islamische Staat hat keine Kommandozentrale!

Nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow plant Russland derzeit keine Atomwaffen gegen IS-Terroristen einzusetzen.

Fortsetzung folgt (…)

Das schwarze Schaf der Woche

Schwarzes Schaf„Wenn mehr gute Menschen eine versteckte Waffe tragen dürften, könnten wir diese Muslime fertigmachen, bevor sie zur Tür reinlaufen."
Jerry Falwell Jr., der Präsident der christlichen Liberty University im US-Bundesstaat Virginia, ruft seine Studenten nach der Massenerschießung in San Bernadino zu den Waffen. Quelle: spiegel.de

Massenerschießungen gibt es in Gods own country eigentlich ständig. Es ist die amerikanische Redneck/Hillbilly/White Trash-Waffenkultur und nicht der Koran.

Das weise Schaf der Woche

Weißes Schaf„In Deutschland war es bislang immer so, dass sich die jüdische Gemeinschaft daran orientiert hat, wie sich die jeweilige israelische Regierung verhalten hat. Eine Distanzierung gibt es hier nicht. In den USA ist es etwas anders: Dort ist die jüdische Bevölkerung immer stärker gespalten, was ihre Haltung zu Israel und seiner Politik angeht. Dort wächst die Kritik, und auch dort gibt es einen Generationenkonflikt. Die ältere Generation um die sechzig liegt sehr auf Regierungslinie, während jüngere Leute eher auf Distanz gehen und versuchen, einen eigenen, kritischen Standpunkt zu vertreten.“
Micha Brumlik, der Publizist und ehemalige Direktor des Fritz Bauer Instituts, eines Forschungs- und Dokumentationszentrums zur Geschichte des Holocausts in Frankfurt am Main. Quelle: taz.de

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Eine komische Religionsgemeinschaft, die sich immer an dem zu orientieren scheint, was einem Apartheidregime gerade durch den Kopf geht. Iranische Juden ticken anders.

Mein Videotipp der Woche:

Soziales Experiment: Reaktionen auf die Bibel, die als Koran getarnt ist.

Claus Folger
Frankfurt am Main

Postskriptum: Sonntagspanorama #38 erscheint am 3.1.2016.

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