Putins große Pressekonferenz: Die wichtigsten Punkte

(Fortsetzung von Seite 1)

Oftmals stellen weibliche Journalisten unverständliche und moralische Fragen, die den Fluss der Konferenz stören. Ob diese hiermit versuchen moralischen Druck aufzubauen? Der Präsident reagiert darauf sehr besonnen und geduldig.

Fragen zum Syrien-Konflikt und die Involvierung der russischen Streitkräfte wurden ebenfalls beantwortet: Den Flugzeugabschuss durch die Türkei nennt der Präsident auf Nachfrage als eine Tragödie. Ebenso stellt er die Sinnhaftigkeit der NATO infrage, die sich immer noch im Kampf gegen den internationalen Terrorismus isoliert und nur auf Fehler Russlands wartet.

Durch den Zwischenfall in der Türkei wurde Russland in eine „schwierige Situation“ getrieben, welche durch die Invasion der Türkei nach Syrien und den Irak noch weiter andauert. Ebenso wird die steigende Islamisierung in der Türkei angesprochen. Zudem besteht laut Putin die Gefahr, dass gewaltbereite Islamisten über die Türkei in die kaukasischen Republiken gelangen und die nationale Sicherheit gefährden.

Ebenso kritisiert der Präsident, dass sich die Türkei in eine Opferrolle hüllt, nachdem von ihr ein „Akt der Aggression“ ausging. Auch der Öl-Schmuggel im Nahen Osten wurde von Putin angesprochen. Eine Absprache der Türkei über den Abschuss der Su-24 mit einer „dritten Seite“ schließt Präsident Putin nicht aus.

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Als Feind wird die Türkei nicht betrachtet. Gegen Ende der Konferenz sprach Putin lediglich davon, dass sich die „Beziehungen beider Staaten verschlechtert habe“ und man wisse noch nicht wie sich die Situation noch entwickeln werde. Auch über das russische Projekt in der Türkei – nämlich ein Atomkraftwerk zu bauen – ist noch nichts Endgültiges entschieden.

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Zwischen Russland und dem Westen gibt es trotz der riskanten Konstellationen auch Punkte, wo man gut zusammenarbeitet. Genannt werden die USA und Frankreich, die ebenfalls militärische Schläge in Syrien verüben. Russland strebt auch bessere Beziehungen mit den Vereinigten Staaten an. Putin hält an der Unterstützung der syrischen Streitkräfte fest. Auf die Frage zur Kriegsfinanzierung: Der Haushalt sei durch den Kriegseinsatz in Syrien nicht beeinträchtigt, da man auf Ressourcen zurückgreift, die man für militärische Manöver vorgesehen habe.

Auch der Krieg im Osten der Ukraine wird angesprochen. Indirekt stand wieder der Vorwurf im Raume, dass offizielle Truppen aus Russland am bewaffneten Konflikt dort teilnehmen würden. Klar ist, dass Reservisten und Söldner möglicherweise aus Russland stammen könnten, allerdings rekrutiert die Opposition Kräfte aus ganz Europa. Putin ging auf die Beziehungen mit der Ukraine ein und konstatierte erwartungsgemäß, dass diese sich in wirtschaftlicher Hinsicht wohl in Zukunft weiter verschlechtern werden. In jedem Fall wird die Ukraine ab dem Januar 2016 nicht mehr so behandelt wie ein Mitglied eines GUS-Staates.  

Die Ernennung von Saakashwili, dem ehemaligen Präsidenten Georgiens, zum Gouverneur wertete Putin als ein „Spucken ins Gesicht“ des ukrainischen Volkes. Bezüglich der umstrittenen Region Donbass wird die Tatsache angesprochen, dass die Oppositionskräfte im Osten der Ukraine bei den Kommunalwahlen eine Absage an die Kiewer Politik erteilten. Auf Nachfrage einer Journalistin zum künftigen Verhältnis zu Georgien sprach Putin das Verhalten Saakashwilis an. Seine Abenteuer hätten zum Zusammenbruch des georgischen Staatsgebietes geführt. Georgien muss mit den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien verhandeln. Russland werde offen für deren Entscheidungen sein.

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Allerdings wird dies im nächsten Jahr anders verbucht. Nach dem Einsatz in Syrien will Russland keine Stützpunkte dort halten, wobei im Rahmen der militärischen Zusammenarbeit schon seit Jahren Ausbildungsstützpunkte Russlands dort existieren. Dem Terrorismus in Russland wurde das Rückgrat gebrochen, aber der Kampf ist nach der Ansicht des russischen Präsidenten noch lange nicht beendet. Der Streit um die kostenpflichtigen Parkplätze in Megastädten und mautpflichtige Straßen in Russland wird thematisiert. Dabei existieren solche Kosten auch in anderen Ländern.

Unter Varia wurde das Thema Fussball-WM 2018 angesprochen. In Bezug auf den aktuellen Korruptionsskandal soll Russland die WM-Austragung in einem fairen Wettbewerb bekommen haben. Eine Journalistin aus Sibirien lobte die körperliche Verfassung des russischen Präsidenten. „Und das ohne Doping, möchte ich betonen“, scherzte Putin. Zur Familie: Beide Töchter leben laut dem Präsidenten in Russland und haben entgegen Medienspekulationen nie im Ausland studiert. Er ist stolz auf sie. US-Präsidentschaftskandidat Trump sieht Putin als „haushohen Favoriten“ an.

Insgesamt hat sich Wladimir Putin tapfer geschlagen und versuchte die Fragen so präzise wie möglich zu beantworten. Wie die gängigen westlichen Medien die Frage- und Antwortstunde gesehen haben ist wieder eine andere Sache.

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16 Kommentare

  1. Die Transatlantiker wollten Russland doch isolieren. Davon kann keine Rede mehr sein.

    In Syrien geht es den Ami-IS Kopfabschneidern eindeutig an den Kragen.

    Die Krim "Annektion" ist offenbar auch kein aktelles Thema mehr.

    Im den nächsten Jahren wird die Dollar Vorherrschaft untergepflügt!

    Das war die Hauptbotschaft. – Die Menschheit kann bald aufatmen, denn die Ära der Yankees ist bald Geschichte. – Es kommen gute Zeiten auf uns zu. 
     

      1. Wenn 1390 Medienleute zu Putins Pressekonferenz kommen, dann kann man da wirklich  nicht mehr von Isolierung sprechen, sondern mehr davon, dass von Isolarion keine Rede mehr sein kann. – Meinen Text hast du mal wieder nicht verstanden?!

        Bei dir kann man allerdings immer wieder erkennen, dass du an einer krankhaften Persönlichkeitsstörung leidest – Histrionker nennt man solche bedauernswerten Leute wie dich. Weil das nicht heilbar ist, lächle ich nur über deine dümmlichen Zeilen..

         

        1. Meinen Text hast du mal wieder nicht verstanden?!

          Wenn Ratten an Board sind, versucht nur ein Trottel, „Verständnis“ aufzubringen.
          Hälst du uns Leser denn für solche Trottel?

          1. Hälst du uns Leser denn für solche Trottel?

            Darum geht es diesen Leuten nicht.

            Ziel ist, den Blog zu stören,
            nachzulesen in etwa hier:
            http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/redaktion/cointelpro-techniken-zur-verwaesserung-irrefuehrung-und-kontrolle-eines-internetforums.html

            Hier tummeln sich übrigens noch mehr dieser Gestalten. Wenn das Contra-Magazin weiter wächst, wird das Bashing ein richtiges dickes Problem. Die manuelle Freischaltung von Kommentaren ist da schon der richtige Weg…eigentlich der einzige.

        2. wieder nicht verstanden

          krankhaften Persönlichkeitsstörung

          Histrionker

          bedauernswerte Leute

          nicht heilbar

          dümmlichen Zeilen

          Genau das ist euer Vokabular.

          Damit dringt ihr – ohne Einladung – in Foren und Blogs ein, und verseucht dort das Klima.

          „Grundrechte“ nennt ihr diesen Zustand.
          „Toleranz“ verlangt ihr.
          WOFÜR?

          Wer sich von euch nicht anspucken lässt, der ist „intolerant“, „versteht nichts“, hat eine „krankhafte Persönlichkeitsstörung“, ist „Histrionker“, gehört zu „bedauernswerten Leuten“, wird als „nicht heilbar“ bezeichnet und schreibt „dümmlichen Zeilen“.

          Alles ok.

          Wenn es nicht so traurig wäre, und man dieses Schema nicht überall vorfinden würde, wo man uns – die Menschen im Land – mit solchen abgedroschenen Phrasen betrügen und manipulieren will, könnte man noch darüber lachen.

          Eckart, ich glaube, es ist ein Trugschluss zu glauben, dass die Menschen übersehen, was du hier (und anderswo) zu veranstalten suchst.

          1. Du mußt auf deinem Wachturm ganz schön viel Zielwasser getrunken haben als du von dem Teil runtergefallen bist, denn dein Dachschaden zeugt ja nicht nur von ungebremster Quatschsucht, sondern auch von Verfolgungs- und Größenwahn. Du armer Unmensch, mußt dir wohl für deine hier selbst geoutete Drogensucht ein paar Cent noch dazu verdienen.

            Ich habe inzwischen mehr den Eindruck, dass du im Dienst des BND oder des Verfassungsschutzes stehst, weil du hier normalen Menschen das Wort verbieten willst und zudem mit deinem dämlichen Gesabbel das ganze Forum zulaberst. Sabbel aber ruhig weiter, man weiß ja nun wie es um dich steht.

             

          2. Dachschaden

            ungebremster Quatschsucht

            Verfolgungs- und Größenwahn

            Du armer Unmensch

            selbst geoutete Drogensucht

            deinem dämlichen Gesabbel

            Wie ein Roboter, auf Knopfdruck 🙂

            So, ich glaube, das Gespräch ist kurios genug.

    1. Wer sich diese Rede von Angela Merkel auf dem CDU Parteitag wirklich angtan hat, der musste zur eigenen Überraschung feststellen, dass sie ein Meisterwerk war. Selten kann man jemand dabei beobachten, wie es einem Menschen gelingt, eine Stunde lang leere Worthülsen, Selbstverständlichkeiten, Schlagwörter, Füllwörter, nichtssagende Redewendungen, zu nichts verpflichtende Versprechungen und um Beifall heischende wolkige Höhepunkte aneinander zu reihen.
      Und zu diesem semantischen Durchfall stehen die Delegierten des CDU Parteitages auf und klatschen zehn Minuten. Es gibt standing Ovations. Wie tief ist die Politik gesunken.

    2. jeppa, brilliant!

      und ihre liste, die ist auch nicht schlecht. 

      bzw. nicht die liste sondern das da drunter. hat mir jetzt die laune aufgelockert.

      so müssen mal 'ne liste mit allen ihren (nicht streng persönlichen, natürlich) "pen-notizen", erstellen, Herr Jeh – extra für mich!

      1. Danke schön 🙂

        das hier meinen Sie wohl
        Ausländer verspeist kleines Kind lebendig
        http://www.pflegestufendr.pen.io/

        Ja, so etwas muss einfach historisiert werden. Wenn demnächst wieder mal ein Erdteil verschwindet – bzw. die Menschen dort sterben – und wieder wird behauptet, wir (Deutschen) wären das gewesen, dann möchte ich sagen können:

        „Ja, im Prinzip mag das stimmen. Aber bitte schaut einmal genau hin, welche Stellen Stimmung gemacht haben. Die Taten ja – das darf den Deutschen angelastet werden – und das Wegsehen auch. Aber die Administration des Terrors —– die war zu 100% englischsprachig

        ~~~

        Wo immer Menschen lügen; wo immer sie versuchen, andere zu betrügen, da machen sie Fehler; und verstricken sich im eigenen Netz.

        Denn eins war zu jeder Zeit im Leben so: Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Und jede Lüge, die auf einer Lüge aufbaut, macht es noch schwerer, die Übersicht zu behalten. Es war bisher immer so, dass irgendwann, wenn die „rote Linie“ überschritten ist, solche Auswüchse zum Vorschein kommen, bei denen man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Das ist dann der Fall, wenn man (Beispiel NDR) nicht mehr denkt, sondern fast seine komplette Administration damit verwenden muss, das Lügengebäude vor dem Einsturz zu bewahren. Was NDR sich geleistet hat, wird nicht der letzte Fall gewesen sein. Aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass es dem Ende zugeht. Denn zurück kann keiner mehr, ohne öffentlich sein Gesicht verloren zu haben. Und öffentlicher Gesichtsverlust ist für die schon jetzt angeschlagene Presse entgültig die geschäftliche und finanzielle Pleite.

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