Im Film "Weltordnung", der am Sonntagabend im russischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, übt Russlands Präsident Putin heftige Kritik am westlichen Gebaren gegenüber anderen Ländern und Kulturen, sowie den fehlenden Respekt. Doch die Welt werde sich noch dagegen erheben.

Von Marco Maier

Russlands Präsident, Wladimir Putin, zeigt im Film "Weltordnung" deutlich auf, warum er die westliche Hegemonialpolitik ablehnt die auf dem Grundsatz "entweder, oder" aufbaut, während er das "sowohl als auch" bevorzugt.

Am Beispiel der europäischen Länder – vor allem in Bezug auf die Sanktionen – sagte er: "Wir erwarten von unseren europäischen Partnern nicht, dass sie sich von ihrer euroatlantischen Orientierung abwenden. Aber es wäre wohl richtiger, wenn sie irgendwie an der Findung von Lösungen mit teilnehmen würden und nicht jedes Mal salutieren würden, wenn von irgendwo hinter dem Ozean wieder irgendeine Weisung kommt." Das heißt: Putin hat kein Problem damit, wenn die Europäer gute Beziehungen zu den USA pflegen, allerdings würde er sich eine eigenständige europäische Politik wünschen.

Dies beträfe auch die EU-Außenpolitik: "Das Problem Europas besteht darin, dass es keine eigenständige Außenpolitik betreibt. Generell nicht betreibt. Europa hat im Grunde genommen davon völlig Abstand genommen. Es hat einen Teil seiner Souveränität abgegeben, vielleicht den wichtigsten Teil an den Block (die NATO, Anm.) angegeben. Aber eigentlich ist es sogar so, dass es einen Teil seiner Souveränität an den Anführer dieses Blocks, den USA übergeben hat."

Putin betonte, dass das Verhältnis zwischen den Staaten "in erster Linie durch die eigenen Interessen diktiert" werde. Allerdings bedürfe es "einiger allgemeingültiger Regeln", damit diese Interessen ausgewogen seien. Dabei fordert er auch Offenheit und Transparenz ein. Es falle Moskau auch nicht schwer, sowohl mit Assad und den USA zusammenzuarbeiten, "weil wir nicht mit dem Schwanz wedeln und unsere Positionen wechseln". Pragmatismus ist Putin deutlich lieber als ständig "von Standpunkt zu Standpunkt zu springen".

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Heftige Kritik übt der russische Präsident am globalen Vorgehen des Westens unter US-Führung. So müsse der "geopolitische Kampf" seiner Ansicht nach "nach zivilisierten Regeln stattfinden". Man dürfe "niemals jemanden erniedrigen" um den Führungsanspruch aufrecht zu erhalten. Allerdings würden "unsere Freunde hinter dem Ozean", also die USA, würden ihre eigenen Ansichten gerne "mit Gewalt durchsetzen". Doch die Menschen seien klug, so dass sie dies spüren würden und im Falle eines Kampfes "werden sie sich schnell festlegen", so Putin dazu.

Als Beispiele dafür nannte er die Länder Afghanistan, den Irak und Libyen. Er sei immer der Ansicht gewesen, "dass man korrekt handeln sollte". Man könne auf Länder mit anderer Kultur, anderer Religion und anderen Traditionen nicht "einfach so mechanisch" die eigenen Ansichten automatisch umlegen. "Aber man hat uns nicht zugehört, vermutlich deshalb, weil man glaubt das man selber unfehlbar und der Größte ist."

Weiters kritisiert er das weiterhin vorhandene "bipolare Partnerschaftssystem", in dem das "Klischee des kalten Krieges" in den Köpfen geblieben sei. Man habe das Gefühl für Realität verloren, doch es gebe "einige Länder und einige Völker, die sich niemals damit abfinden werden eine zweitrangige Rolle zu spielen, die Rolle eines okkupierten Landes zu spielen oder die Rolle eines Vasallen." Dennoch hegt er die Hoffnung, dass "früher oder später […] das alles vorbei sein" werde. "Und ich glaube, es wird eher früher sein".

Es zeigt sich wieder einmal deutlich, wie sehr Wladimir Putin auf geopolitischer Ebene einen deutlich besonneren und besseren Partner darstellt als es in den ganzen letzten Jahrzehnten jemals ein US-Präsident gewesen wäre. Denn Russland habe "keine Angst sich in internationale Angelegenheiten einzubringen, aber wenn dem so ist, dann treten wir äußerst vorsichtig auf". Vor allem würde man versuchen, sich vor möglichen negativen Folgen maximal abzusichern. "Die USA denken über solche Folgen nicht nach. Sie sind die Größten, sitzen hinter dem Ozean, der Dollar ist die Weltwährung, sie haben die größte Wirtschaft auf der Welt. Sie führen eine Operation durch und noch eine und, oi, schon wieder hat es nicht geklappt, also dann zur nächsten…"

Die wichtigsten Aussagen Putins im Film "Weltordnung" gibt es unkommentiert und gesammelt auf beim "Kaliningrad Domizil".

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11 thoughts on “Putin kritisiert die westliche Arroganz gegenüber anderen Ländern und Kulturen”

  1. Er hat Recht, es kann nicht sein das eine kleine priviligierte Minderheit die ganze Welt in Herrenmanschenmanier knechtet, bespukt und ausbeutet. Das muss sich ändern, wir müssen uns ändern! Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten….

  2. Das heißt: Putin hat kein Problem damit, wenn die Europäer gute Beziehungen zu den USA pflegen, allerdings würde er sich eine eigenständige europäische Politik wünschen

    ——

    Na, da kann der gute Wladimir aber lange warten. Da er hochintelligent und Realpolitiker ist, erwartet er das auch erst gar nicht und verpasst den politischen Arschkriechern und Stiefelleckern Onkel Sam's und Israels  eine rhetorische Ohrfeige!

    Die Politik von doch von den Hochfinanzbankstern und Big Corporate Business bestimmt. Wenn einer von diesen Drahtziehern hinter den Kulissen, den Husten bekommt, hat einen Tag später die ganze linksfaschistische EUdSSR Bande in Brüssel die Grippe!

    So sieht's doch aus!

    Der renommierte US-Ökonom, Prof. Michael Hudson:

    Heute treibt die mit eiserner Faust herrschende Finanzoligarchie ein Land nach dem anderen in den Ruin. Sie kontrolliert die Politiker, die Gerichte, die Bodenschätze, die Außenpolitik, die Wirtschaft und das Geldwesen fast aller Nationen. […] In der heutigen Wirtschaft haben 99% der Bevölkerung Schulden bei 1% der Bevölkerung. […] Gleichzeitig hat in USA seit 2007 nur 1% der Bevölkerung von 95% des Einkommenszuwachses profitiert.“

    Professor Hudson erklärte das menschenverachtende System der Weltfinanz: das System der privaten Notenbanken  (Zentralbanken) trägt die Hauptschuld am Leid der Menschen!

    „Im privaten Notenbank-System muss der Staat (inklusive Länder und Gemeinden) das selbst hergestellte und zu erarbeitende Geld den „Märkten“ überlassen und es gegen Zinsaufschlag zurückleihen. Eine sklavenhalterische Perversion.“

     Hudson erläuterte, dass die Geldverleiher mit den von den Regierungen erhaltenen Gelder genau diese Regierungen kaputt machen, weil sie mit diesem Geld die dadurch entstehenden Defizite immer und immer wieder neu finanzieren können.

    „Die Regierungsfinanzierer wollen gar nicht ihr bedrucktes Papier zurückbekommen bzw. entsprechende Gutschriften auf ihren Konten sehen. Sie wollen lieber einen sogenannten „Default“ (Zahlungsausfall, wie aktuell in Griechenland), da sie dafür regierungseigene Betriebe, Autobahnen, Häfen usw. als Pfand übereignet bekommen.

    Und so werden sie mit dem Geld der Regierungen immer reicher, während jede Regierung innerhalb des privaten Notenbank-Systems ihr Volk allein durch die Herstellung des Geldes immer mehr in die Armut treibt.“

    Auf die Frage, warum die Deutschen nicht erkennen, dass sich die Geschichte Deutschlands nach dem 1. Weltkrieg heute zu wiederholen scheint, wird Professor Hudson besonders deutlich: für ihn ist die Wall-Street verantwortlich für die über die Deutschen verhängten Geschichtslügen.

    Professor Hudson wörtlich:

    „Ja, mit dieser Frage haben Sie den wunden Punkt berührt. Man kann heutzutage in Deutschland nicht Geschichte lehren wie sie wirklich war, ohne gefeuert zu werden. […] Die ganze Theorie der Schuldenpolitik wurde damals von der Wall Street entwickelt. Plötzlich gab man den Deutschen eine falsche Geschichte. Sehen Sie sich die deutschen Schulbücher an und die unentwegt betriebene Propaganda der Banken. Die Banken behaupten, es würde eine Hyper-Inflation entstehen, wenn die Regierung das Geld für den eigenen Investitionsbedarf verwenden und wenn die Notenbank das Defizit der Regierung selbst finanzieren würde.

    Die den Deutschen eingeimpfte falsche Geschichtserinnerung macht sie glauben, dass eine Hyper-Inflation durch zu große öffentliche Ausgaben entsteht.“

    1. @DvB  Es gelingt ihm (wider Erwarten) doch immer mal Europäer auf seine Seite zu ziehen. Als Beispiel nenne ich Northstream II. Aber sie haben schon recht, es dauert ….

  3. So ist die politische Entwicklung, besonders bei der jetzigen politischen europ. Führung, darin zu sehen, daß ihr in der Zeit des Kalten Kriegs die Angst vor der Großen Sowjetunion eingebleut wurde, was sich in der Mentalität von Angstbeißern niedergeschlagen hat und in Deutschland auf Grund der nationalsozialistischen Vergangenheit eine Politik der Obrigkeitshörigkeit ohne Rückgrat, das bereits 1848 verlorenging, niedergeschlagen hat.So kommt die 'German Angst' nicht von ungefähr, wobei man in Deutschland bis heute nicht erkannt hat, daß diese Angst Deutschlands größter Feind ist und das ganze Handeln, besonders in der letzten Zeit gegenüber Rußland, davon bestimmt ist. So ist es kein Wunder, daß sich diese Antirußland Gehirnwäsche seit 1945, besonders in der politischen 'Ichschwäche' einer Kanzlerin niederschlägt, die ihre Weisungen aus Washington erhält und traditionsgemäß diese 150prozentig zum Schaden Deutschlands umsetzt, wie bereits von Napoleon Bonaparte in seinen Betrachtungen über das törichste Volk der Welt festgehalten wurde. So dürfte Wladimir Putin zu einem ähnlichen Schluß gekommen sein, zumal es einer russischen Führung zu danken ist, daß es zu einer Wiedervereinigung kam, auch wenn ein Helmut Kohl etwas unterschrieben hat, welches die BRD aufgehoben hat und somit weder eine Verfassung, Souveränität noch einen Friedensvertrag besteht, was von der EUSA unverschämt  ausgenutzt wird, wie es sich in der sogenannten 'Osterweiterung' dieser 'EU' niederschlägt. Dümmer geht's nimmer!

     

  4. So langsam fragt man sich aber dennoch, wer hier eigentlich wirklich die Fäden zieht.

    Wenn man unsere Gesicht nach Außen ansieht, dann fallen einem auch die Namen IM Erika, IM Larve,.. ein.

    Wenn man zur Nato guckt dann fällt einem "KGB Agent Steklov" ins Auge. Auch wieder das Gesicht nach außen mit russischer Geheimdienst Grundlage.

    Und unsere Medien hetzen gegen Russland ein wieder richtig widerliches Beispiel hier:

    von IM Basket alias "Dietmar Schumann" in seiner besten Rolle des ZDF

     

    https://www.youtube.com/watch?v=W3xNg1pi-1k

     

    Man versucht hier also offensichtlich ein Keil in die Bevölkerung zu treiben, aber warum sind es gerade die ehemaligen Ostagenten, die für die westlichen Kriege werben?

     

     

  5. Meiner Meinung nach ist Putin eine Art Bismark des 21 Jahrhundert's….aber im internationalen Stil und wir sollten froh darueber sein, dass es diesen Menschen gibt. Er steht nicht nur fuer Russland. Wo wære die Welt jetzt wenn er nicht existieren wuerde? Ich glaube wir wæren alle schon længst versklavt.

  6. Putin mag schon recht haben, aber wie immer gibt er mit solchen Aussagen eine diplomatische Seifenoper zum Besten. In Tat und Wahrheit weiss er sehr genau, dass Westeuropa von der USrael-Regierung – über die Banken, Konzerne, den Vatikan, die Lobbyisten, das EU-Kostrukt, die NATO und über die gekauften Politiker und Journalisten sowie über eine sich ins Astronomische auswachsende monetäre Verschuldung – völlig in der diktatorischen transatlantischen Zange gefangen gehalten wird. In diesem Lügen- und Verbrechersystem wird nur noch mit "Wenn … Dann … – Sätzen" gearbeitet, selbst Gesetze spielen dabei keine Rolle mehr.

    Putin kennt die gnadenlose Hinterhältigkeit der USrael-Regierung genau. Deshalb trimmt er schon seit Jahren die militärische Entwicklung in seinem Land auf Höchststand und hält die militärische Bereitschaft auf höchster Alarmsufe. Gleichzeitig schenkt er der Pflege seines Verbündeten-Netzes höchste Priorität, die er auch gleich für die wirtschaftliche Zusammenarbeit und für eine künftige Prosperität in einem Eurasien einsetzt.

    Nein, Putin's schöne Gedankenwelt ist leider leider mehr Fassade als etwas anderes. Die US-Regierung kennt nur eines, Stehlen, Morden, Zerstören und sich die Bodenschätze unter den Nagel reissen, dahinter lässt sie Tod, Elend und verbrannte Erde. Putin weiss das und macht sich darüber keine Illusionen.

    Putin kritisiert die Einmischung der US Aussenpolitik und nennt erzwungene Regierungswechsel "unerträglich"
    http://www.fit4russland.com/geo-politik/1520-putin-kritisiert-die-einmischung-der-us-aussenpolitik-und-nennt-erzwungene-regierungswechsel-unertraeglich

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