Ökonom kritisiert Geldpolitiken der Notenbanken

Die Geldpolitik der Notenbanken steht unter heftiger Kritik. Vor allem sorgen die Geldschwemme und das Niedrigzinsumfeld für Probleme. Wachstum ergebe sich daraus nicht. Stattdessen solle man die Schwankungen akzeptieren.

Von Redaktion/dts

Der Ökonom Tomas Sedlacek prangert die ultra-lockeren Geldpolitiken der Notenbanken an. Im Interview mit dem "Handelsblatt" sagte er: "Die Zentralbanken schaffen eine künstliche Umgebung, suggerieren eine risikofreie Zukunft." Dennoch würden sie bereits seit mehreren Jahren nicht ihr Ziel erreichen, das Wirtschaftswachstum zu stärken.

Der Professor an der Karls-Universität in Prag vergleicht die lockere Geldpolitik und die Mini-Zinsen mit der Verabreichung von Drogen. Zur jüngsten weiteren Lockerung der EZB urteilt er: "Es gehen uns die Drogen aus – und eine Entgiftung wird schmerzhaft." Schuldensenkung muss seiner Meinung nach wichtiger sein als Wachstum. Das Thema Griechenland mit seiner Überschuldung bleibe aktuell. Bei unverändertem Verhalten werde Griechenland in 20 Jahren wie ein Vorreiter erscheinen. Er glaubt: "Dann werden wir sehen: Die Athener waren uns voraus, sie sind zwei Jahrzehnte vor den anderen Ländern bankrott gewesen."

Sedlacek plädiert dafür, sich von einigen Überzeugungen zu verabschieden. "Es wird auch Jahre ohne Wachstum geben", sagt er. Die Europäer dagegen "reagieren hysterisch auf Schwankungen des Wachstums". Genau das aber müsse man akzeptieren und sich nicht vom Kapitalismus, aber vom "Wachstums-Kapitalismus" verabschieden.

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4 Kommentare

  1. Genau das aber müsse man akzeptieren und sich nicht vom Kapitalismus, aber vom "Wachstums-Kapitalismus" verabschieden.

    ——-

    Er meint wohl den modernen 'Raubtierkapitalismus', d.h. den raffenden anstatt des schaffenden Kapitalismus, wo die 'shareholder value' und die Ausplünderung florierender Unternehmen durch 'feindliche Übernahmen'!

    Wo der Eigennutz, der pure Egoismus vor Gemeinwohl geht!

    Die …ähäm..'Notenbanken' (Zentralbanken) sind ja die wichtigste Säule dieses Ausplündunrungssystems zur Führung der Völker in die Zinsknechtschaft.

    Die Verbindung zwischen Kommunismus und Kapitalismus

    „Es gibt keine proletarische Bewegung, auch keine kommunistische, die nicht im Dienste des Geldes, in der vom Geld vorgegebenen Richtung und während des ihr vom Gelde zugebilligten Zeitraums tätig wäre, und all dies, ohne daß die Idealisten in ihren Reihen auch nur die leiseste Ahnung davon hätten.” – Oswald Spengler in „Der Untergang des Abendlandes“

    Ivor Benson:

    ….“Der Kapitalismus in seinem ursprünglichen und korrekten Sinne bedeutet das Privateigentum an Gütern und Produktionsmitteln sowie den freien Wettbewerb bei der Versorgung mit Waren und Dienstleistungen. Der Superkapitalismus, der sog. Raubtierkapitalismus, wie ihn die Oberheuschrecke, George Soros, mal in einem Anfall von Ehrlichkeit genannt hat, als in ganz wenigen Händen konzentrierter Finanzkapitalismus bezeichnet werden kann, ist nicht nur grundverschieden vom Kapitalismus, sondern recht eigentlich dessen Antithese und nimmt früher oder später eine ausgeprägt antikapitalistische Natur an. (…)

    ….Moderne superkapitalistische Regime, wie das amerikanische und die kommunistischen, mögen wohl unterschiedliche Interessen haben und sich oft in den Haaren liegen, doch dies verblaßt neben dem, was sie gemeinsam haben. Beide sind unerbittliche Widersacher des Nationalismus. Deshalb sind sowohl der Superkapitalismus als auch der Kommunismus ihrem Wesen nach revolutionär und Todfeinde aller politischen Systeme, die ihrem Wesen nach evolutionär sind. (…)

    …Dementsprechend gibt es – und dies ist ungeheuer wichtig – nur eine einzige Waffe, die der Superkapitalismus erfolgversprechend gegen den Nationalismus einsetzen kann, nämlich eine sozialistische oder kommunistische Ideologie, welche die Kräfte der Unterwelt und des wurzellosen Intellektualismus mobilisiert und bei Bedarf als Rammbock gegen alle nationalistischen Ziele einsetzt – ausgenommen eines: den Zionismus. (…)

    Folgerichtig sag Maurice Strong, Consigliere derer von Rockefeller und Sozialist und gleichzeitig Multi-Milliardär folgerichtig:

    “communist in ideology – capitalist in methodology”

    was nichts anderes heißt als: Wir nutzen den Kapitalismus, um das viele Geld zu machen, das wir für die Propagierung des Sozialismus brauchen

    1. Nachtrag:

      muss heißen…wo nur  die 'shareholder value' und die Ausplünderung florierender Unternehmen durch feindliche Übernahmen zum 'System' gehört

  2. Dieses ganze Geschwätz von Ökonomen, die Kritik an Details der aktuellen Finanzpolitik üben, ist sinn- und wirkungslos. Keiner wagt es, das gesamte System anzuprangern.  Die Theorie von der endlosen Fortsetzung der Schulden, initiiert von einer Handvoll Investmentbanken, mit dem Ziel, eine Weltzentralbank auf den Trümmern der Nationalstaaten zu gründen, die diese Schulden nicht mehr begleichen konnten, muss beendet werden. Wenn Russland sich im kommenden Jahr aus dem Zentralbankensystem Rothschilds verabschiedet, zu dem mit China und anderen Staaten das "Öl in Dollar"- System beendet, wird die Macht dieser Finanzelite massiv in Frage gestellt. Sollte das nicht in einem großen Krieg oder gar einer atomaren Katastrophe enden, könnte sich der menschlichen Gesellschaft die Möglichkeit bieten, ein neues Wirtschafts- und Finanzsystem zu schaffen.  Mittels dieses neuen Systems muss eine Balance zwischen Mensch, Natur und Technik hergestellt werden und das ressourcenverschlingende Ausbeuten des Planeten ausschließlich zu Profitzwecken beendet werden, andernfalls ist es nurmehr eine Frage der Zeit, wie lange wir noch für alle Menschen die Bedingungen für ein Überleben vorfinden werden. Die besten Wünsche für das neue Jahr: Eine Systemwechsel muss her, die Parlamente voll mit "Stimmvieh" müssen weg, ein neues Bewußtsein muss her, der Mensch muss raus aus dieser Leibeigenenmentalität und lernen wieder Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.

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