Lohndrückerei – letzter Strohhalm der deutschen Wirtschaft

Wie Posaunenschall hallt es durch Europa und die Welt, die Kunde vom „Modell Deutschland“. Ja, Deutschland ist erfolgreich, Deutschland ist super, Deutschland steht gut da. Danke Merkel. Die Kunde vom Vorbild Deutschland verliert aber seine Wirkung, wenn man sich im privaten Bereich umschaut. Immer öfter hört man von Bekannten und Freunden, dass der eine oder die andere vom Lohn nicht mehr leben kann.

Von Dr. Christian Weilmeier

Mein Sohn verdient als Berufsanfänger im Handwerk so wenig, dass er nichts mehr zurücklegen könne, hört man vom älteren Handwerker. In der eigenen Jugend sei das anders gewesen, da hätte man noch Geld verdient, was zurücklegen, sich was aufbauen können. Der Berufseinstieg wird immer schwieriger, immer schwerer fällt es, in der Arbeitswelt ordentlich Fuß zu fassen. Diese Kluft ist leicht erklärbar. Die Medien sehen das Endergebnis, die kleinen Leute sehen die Opfer auf diesem Weg. Deutschlands „Erfolg“ beruht auf konsequenter Lohndrückerei. Das Modell Deutschland hat sich verändert: Nicht mehr hohe Produktivität und hohe Innovationskraft bei hohen Löhnen für diejenigen, die das alles schaffen, sondern hohe Profite für die kleine Oberschicht auf Kosten der Arbeiter.

Exporte, Exporte, Exporte, wenn es nur der Exportwirtschaft gut geht, dann ist alles gut. Die Export-Lobby ist stark und sie setzt auf Lohndrückerei. Ergänzt wird dieser skrupellose Lobbyismus durch die kurzsichtige deutsche Wirtschaftspolitik der letzten Jahre. Sinkende Löhne sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken, das soll zu mehr Exporten führen und diese sollen die Wirtschaft aus dem Abwärtsstrudel reißen. Schon seit der Zeit von Kanzler Schröder nahm die Produktivität der Wirtschaft schneller zu als die Löhne stiegen. Folge: Der Wertschöpfungszuwachs erhöhte nur wenig die Nachfrage im Inland. Zuerst wurden dann die Konkurrenten in Europa platt gemacht, der Steuerzahler übernimmt dafür die Kosten, und dann ging es in die Welt hinaus. Der deutsche Außenhandelsüberschuss stieg auf sagenhafte 7,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Spitze unter vergleichbaren Staaten in der Welt. Eine einseitige Orientierung, die nicht nur unsere Abhängigkeit von der Weltkonjunktur vergrößert, sondern auch zu tiefen sozialen Verwerfungen im Land führt.

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Über 10 Billionen Euro beträgt das Gesamtnettovermögen der deutschen Haushalte. Das ist aber äußerst ungleich verteilt. Die reichsten 10 Prozent besitzen mehr als 50 Prozent davon, die Hälfte der Deutschen besitzt davon aber nichts. Diese besitzlose Hälfte muss aber trotzdem die Zinsen für die Schulden aller erwirtschaften. Für die eigenen Schulden sowieso, für die Schulden der Industrie über die Produkte die man kauft, der Unternehmer schlägt Zinskosten drauf, und natürlich über die Steuern die Schulden des Staates. Wer hat, dem wird gegeben von der deutschen Wirtschaftspolitik, die anderen beißen ins Gras.

Noch sind viele Arbeitnehmer im alten Modus. Sie wollen ein Leben führen wie ihre Eltern, Werte bilden, Haus bauen, Wohlstand schaffen. Immer mehr aber scheitern an dieser Aufgabe, merken, dass man nicht mehr genug verdienen kann. Soziale Beziehungen gehen in die Brüche wegen finanziellem Dauerstress und weil man sich bei der Finanzierung des eigenen Hauses übernommen hat. Fällt auch nur ein Verdiener aus, dann ist alles vorbei. Alles ist auf Kante genäht, keine Luft, kein Spielraum mehr. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Mittelschicht die Lage begreift und die Konsequenzen zieht. Abschied vom Wohlstandstraum der BRD, Aufwachen in einer harten Welt, in der man sich keine großen Ziele mehr zu setzen braucht, weil man ohnehin nichts mehr schafft. Wir sind auf dem Weg in eine andere Republik, die alten Wohlstandversprechen gelten nicht mehr. Kann gut sein, dass sich dann auch die Menschen nicht mehr an die alten Wohlverhaltensversprechen halten werden.

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5 Kommentare

  1. Nun, wir sollen alle noch amerikanischer werden. Das bedeutet auch, dass die Mittelschicht im Schnitt drei Jobs übernehmen muss, um noch mithalten zu können. Die dazu nötige Prägung insbesondere der jüngeren Generation ist so weit fortgeschritten, dass ich nirgendwo in meinen Umfeld Anzeichen des Verdrusses geschweige denn der Kritik oder des Widerstandes erkennen kann. Es ist also alles in Ordnung. Meiner Auffassung nach sinkt der Marktwert des Faktors Arbeit weltweit so rapide, dass man ihn immer weniger als Hauptquelle des Erwerbs in Betracht ziehen sollte. Je nach Ausgangslage sind hier entweder der Bezug von Transferleistungen oder bei Vorhandensein von etwas Vermögen Wertpapier-, Devisen und Immobliengeschäfte weit aussichtsreicher.

  2. Berechnung des inflationsbereinigten Brutto-Mindestlohnes für 2015

    Brutto-Mindestlohn im Jahr 2000 : 8,50 Euro/Stunde
    Brutto-Mindestlohn im Jahr 2015 : 37,28 Euro/Stunde

    37,28 Euro/Stunde = 8,50 Euro/Stunde * 1,1035747/Jahr ^ 15 Jahre

    Berechnung der jährlichen durchschnittlichen Inflationsrate am Goldpreis

    15.08.1971 : 35,00 US Dollar je Feinunze Gold
    23.08.2011 : 1.914,50 US Dollar je Feinunze Gold

    Zeit in Jahren = 23.08.2011-15.08.1971 = 40,6055556 Jahre
    1.914,50 US-Dollar = 35,00 US-Dollar x 1,1035747/Jahr ^ 40,6055556 Jahre
    (1,00 – 0,8964253) * 100 = 10,35747 Prozent pro Jahr

    ^ steht für potenzieren

    Betriebsstunde eines PKW (Honda Civic) liegt bei 23,52 Euro hier

    Und ich sehe draußen Menschen, die fahren mit ihrem PKW jeden Tag für eine Personaldienstleistung zur Arbeit wo sie lumpige 7,86 Euro brutto je Stunde verdienen. Andere wiederum fahren mit ihrem PKW über 30 Kilometer um an einer Tankstelle für 8 Euro je Stunde zu arbeiten (450 Euro). Und der gesetzliche Mindestlohn soll bei 8,50 Euro brutto je Stunde liegen. Na klasse!

    Für wen gehen wir arbeiten?

    https://aufgewachter.wordpress.com/2015/04/15/fur-wen-gehen-wir-arbeiten/

  3. Das sich "Arbeiten" nicht mehr lohnt, wird auch bald der letzte begreifen.

    Deutschland= EU.

    Was haben diese zwei angestellt?

    1. EU wurde installiert, ohne uns zu fragen bzw. Wählen durften wir nicht.

    2. von den 27 Mitgliedern, sieht es bei 27 Mitgliedern schlecht aus, rein Wirtschaftlich gesehen.

    3. das diese EU nur ein Vorbote ist auf VSE (Vereinigte Staaten von Europa) sollte jedem bewust sein.

    4. man kann aber nur eine VSE Gründen, wenn alle 27 Mitglieder die gleichen Bedingungen erfüllen z.B. Gehälter müssen angepasst werden, Gesetze müssen angepasst werden u.v.w.

    z.B. es kann nicht sein das der Pole im Durchschnitt 500€ im Monat verdient und der Deutsche 1500€ im Monat. Um dieses Problem zu lösen, müssen die Gehälter angepasst werden. Bei wem wird man den Rotstieft ansetzen, mit Sicherheit nicht bei den Polen.

    Wer wird leiden müssen? Natürlich die Länder die einen relativ hohen Lebensstandart haben.

    Dazu zählt auch der Deutsche Bürger.

    Wie will man das erreichen? Die Gesetze wurden bereits Installiert und finden Anwendung.

    Man hat beschlossen, wer in der EU wohnt, hat auch das Recht überall in der EU arbeiten zu dürfen.

    Der Pole wird nicht nach Griechenland gehen, der Grieche  wird nicht nach Portugal gehen.

    Diese Leute werden dahin gehen wo es Arbeit gibt und wo man mehr Verdient als zuhause.

    Diese Länder heißen z.B. Deutschland, Frankreich, Schweden oder Norwegen.

    Wenn ein Land auf einmal mehr Arbeiter zu Verfügung hat als es braucht, werden die Gehälter sinken. Und somit ist man wieder einen kleinen Schritt näher gekommen an der VSE.

    Der Arbeitsmarkt ist nur ein Glied zur VSE.

    Ob wir Bürger die VSE wollen oder nicht, dass liegt ganz allein in den Händen der Bürger.

    Das ist die Realität.

     

     

  4. Nur das Deutsche Volk sieht ziemlich "Alt" aus bei der Nummer.

    Seit Einführung des Euros haben die Deutschen einen Kaufkraftverlust von 1. Billion Euro.

    Das "Deutsche Volk" muss vernichtet werden, sagte einst Winston Chrurchill.

    Dieses wurde im Jüdischen Weltkongress in Genf festgelegt.

    Die Deutschen brauchen sich alos nicht zu wundern was gerade abläuft in ihrem Land.

    Und ich bin Berliner. Wenn man zur Zeit S-Bahn in Berlin fährt, dann sehe ich immer mehr Dunkelhäutige Männer. Das dass in einem neuem Nationalismus enden wird ist mehr als Offensichtlich. Das werde sich die "restlichen Deutschen" nicht gefallen lassen.

    Da ist die AfD ist Klacks gegen. Ich Befürchte das es wieder zum Faschismus kommen wird.

    Dieses mal sind die "Moslems" dran und nicht die Juden. Alles schön Vorbreitet von der "Machtelite". So wie seit 2015 Jahren.

    Ändern wird sich wohl wenig……………………………………………………………………….

    Leider.

  5. Das ganze hat doch  schon eine länger währende Methode. Der Normalbürger hat doch schon lange zu wenig  Geld, um als Ehemann ohne Mitarbeit der Frau eine richtige Familie gründen zu können. Dann wird scheinheilig  über mangelde Kinderfreundlichkeit lamentiert. Zusätzlich wird Ehe und Familie noch madig gemacht und andere Lebensgemeinschaften propagiert und wer das anders sieht ist ein spießiger Nazi. Damit Deutschland aber noch wirtschaftlich konkurrenzfähig ist, werden dann Millionen Migranten importiert. Prima!?

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