Graffiti der neuen libyischen Flagge. Bild: Flickr / Ben Sutherland CC BY 2.0

Erst kaputtgebombt und Staatschef Gaddafi weggeputscht, nun ein Paradebeispiel für einen gescheiterten Staat – Libyen liegt in Trümmern und der IS feiert Erfolge. Neue Bomben sollen Abhilfe schaffen. Indessen zeigt sich der UN-Plan für eine Einheitsregierung als recht wertlos.

Von Marco Maier

Das nordafrikanische Libyen ist neben dem Irak ein Paradebeispiel dafür, warum westlich initiierte Staatsstreiche gegen unliebsame Staatschefs keine so grandiose Sache darstellen. Seit Jahren ist das Land quasi unregierbar, weil die westlichen Eliten unbedingt dafür sorgen mussten, dass Muammar al-Gaddafi stürzt. Für extremistische Gruppen wie den "Islamischen Staat" oder die al-Quaida ist dies natürlich ein gefundenes Fressen.

Die Libyen-Konferenz in Rom zeigte jedoch wieder einmal, wie sehr von oben herablassend die ausländischen Mächte rund um die USA agieren, wenn es um eigene Interessen in fremden Ländern geht. Die Bildung einer "international anerkannten Einheitsregierung" in dem komplett in Clans und Sippen zersplitterten Land steht deshalb auch auf der Agenda. Dass diese Regierung auch in Libyen selbst eine Autorität darstellen sollte, interessiert hierbei nicht. Die konkurrierenden "Regierungen" des Landes haben ohnehin eigene Vorstellungen einer künftigen politischen Zusammenarbeit – von den vielen Milizen dort ganz zu schweigen, weshalb das UN-Papier eigentlich kaum einen Wert hat. Die Bürokraten dort arbeiten etwas aus, obwohl die Kräfte vor Ort völlig andere Pläne haben.

Auch wenn das offizielle Ziel der Libyen-Konferenz politischer Natur war, so zeigt es sich doch, dass es schlussendlich vor allem um eine Einigung in militärischen Fragen ging. Hauptsache man kann wieder einmal unzählige Bomben über dem Land abwerfen – offiziell um so den "Islamischen Staat" dort zu bekämpfen. Die jüngsten Aufklärungsflüge der Franzosen und Italiener über Libyen sprechen hierbei Bände. Wie so oft sollen Bomben nun alles wieder richten, nachdem der Westen erst für das ganze Schlamassel dort verantwortlich ist. Die Rüstungsindustrie wird sich jedenfalls darüber freuen.

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9 KOMMENTARE

  1. Mit dem Gaddhafi ist es so gegangen wie es mit Deutschland gehen wird :

    Jetzt, wo er endlich weg ist, würde man ihn am liebsten mit den bloßen Fingernägeln wieder aus der Erde kratzen.

    Und das US-Terrorimperium erfährt nun ganz was Neues : Wen die Götter hassen, dem erfüllen sie seinen größten Wunsch.

  2. Mit Somalia lief das ähnlich.

    Da hatten die Imame usw. Wahlen vorgeschlagen und wollten sich auch selbst als Partei aufstellen.

    Den Menschenrechtlern und Demokraten ging das zu weit und sie bestanden darauf, daß "die Staatengemeinschaft" eine Regierung einsetzt.

    Der Erfolg ist bekannt.

    • Somalia, da ist doch der bekloppte Verteidigugsminister direkt auf die Fresse gefallen. Kompletter Bewegungsidiot. Hat ja auch nicht gedient.

  3. es bedarf gar nicht so vieler worte – schöner artikel, Herr Maier. 

    ich persönlich würde noch einen kleinen schritt weitergehen – als kommentator darf ich das: wertlos sind nicht nur die pläne und die stattgegebenen oder ausbleibenden resolutionen der UNO sondern der ganze verein an sich. 

    "weg damit"!

  4. Im Prinzip geht es doch um die Destabilisierung von Libyen und der anderen Staaten des nahen Osten. Das Ziel der USA ist damit erreicht und jene Staatschefs, die sich vom Dollar weg und zum €uro hinbewegen wollten sind von den USA entweder umgebracht oder entmachtet worden.

    Nun kann der IWF ungeniert und hemmungslos seine Plünderungen im Auftrag der USA fortsetzen. Das ist das weltweite (erfolgreiche) Ziel dieser Verbrecher!

  5. terrorstaaten müssten vor weltgericht gebracht und ihre terror -finanzführer mit dem tode bestraft werden,zb,usa-israel-eu-türkei,katar,saudis,und al die mords-lords an den galgen,davor findet die welt keine ruhe.auch könige und ihre ausraubungs und mörder politiker dürften nicht weiter durchkommen mit ihrem satanistischen vorhaben.mords-pack

     

    • zum tode – das ist zu einfach! 

      ich würde lieber bspw. medikamente an ihnen testen – dann brauchen nicht so viele unschuldige ratten zu sterben.  

  6. Qb nun die Franzosen oder Italiener dort rumfliegen, ist doch eine Lachnummer. Der miese  Ami steuert doch  dort die Aktionen. Die beiden Schwachmatenstaaten sind doch nur deren Hunde.

  7. Die beste "Lösung" wäre,Lybien würde zischen Aegybten und Tunesien aufgeteilt.Mit den übrigen  Anrainerstaaten könnte dann auch verhandelt werden…Nolens volens

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