John Kerrys Besuch in Moskau diente wohl nur einem Zweck: Dem Kreml auf Kosten Syriens ein unmoralisches Angebot bezüglich der Ukraine zu machen. Doch Russland kann in der gegenwärtigen Lage fast nur gewinnen.

Von Thomas Roth

Der Besuch des Außenministers John Kerry – und dann noch auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin – gewährleistet, dass die Vorschläge, die er bei seinem Treffen mit Wladimir Putin auf den Tisch legen wird, nicht trivial sondern schon ernsthaft sein werden. Dabei sollten wir im Hinterkopf behalten, dass die USA heute der Feind der Russen sind. Ökonomisch. Weil der Sanktionskrieg bereits das zweite Jahr geht und  kein Ende davon absehbar ist.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird man uns die Einzelheiten der Vorschläge nicht erzählen, obwohl Sergej Lawrow die Themen schon benannt hat: Syrien und die Ukraine. "Ich bin mit der von Ihnen formulierten Beschreibung vollständig einverstanden und sie stimmt mit dem überein, was wir früher besprochen haben", bestätigte John Kerry. "Ich denke, heute kann für uns ein wichtiger Tag vom Gesichtspunkt der Erringung eines Fortschritts werden. Bereits früher haben Präsident Putin und Präsident Obama unmißverständlich erklärt, dass sie einen Weg zur Lösung der Krise in Syrien und in der Ukraine finden wollen. Natürlich, es existieren Differenzen zwischen unseren Ländern, aber ungeachtet dessen haben wir schon demonstriert, dass wir wirksam zusammenarbeiten können". Und er hat dann noch optimistisch geendet:
"Für die Welt ist es gut, dass zwei Mächte einige Berührungspunkte gefunden haben".

Mit der Zeit könnten wir nach den indirekten Hinweisen wahrscheinlich doch noch erraten, was konkret in dem Schreiben steht, welches der Kollege von Barack Obama übergeben hat und was so wichtig war, dass es nicht telefonisch gemacht werden konnte. Aber sinnvollerweise auch nur dann, wenn die Vorschläge angenommen werden sollten. Wenn nicht, dann wird das Geheimnis des Besuches des Staatssekretärs nicht aufgedeckt werden.

Jedoch können wir immerhin ja versuchen uns zu überlegen, was John Kerry nach Moskau geführt haben könnte.

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Die Annahme liegt auf der Hand, dass die Rede vom Tausch der Ukraine gegen Syrien gehen wird. Das heißt, die Russen werden sich aus dem Nahen Osten verabschieden und die Amerikaner gehen von der russischen Grenze weg.

Das ist absolut möglich, da es nach dem Besuch des Vizepräsidenten Joseph Biden in Kiew offenbar wurde, dass das schelmische Regime Petro Poroschenkos sich nicht in der Verfassung befindet, die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Umsonst arbeitet die ukrainische Elite auch nicht und das Geld für ihren Erhalt wird zu viel. Außerdem ging mit dem Übergang der Krim an Russland der tatsächliche geopolitische Wert der Ukraine verloren.

Gleichzeitig hat die Anwesenheit Russlands in Syrien die gute Laune der Amerikaner erheblich gedämpft. Denn jetzt müssen sie sich vereinbaren und dabei Zugeständnisse machen. Und diese Zugeständnisses sind absolut ernster Natur: die Ressourcen des Nahen Ostens kontrollieren soll gefälligst nur Washington, andere Mächte sind dort überflüssig.

Es ist dabei ganz offensichtlich, dass in beiden Regionen die Russen mehr Trümpfe haben als die Amerikaner. In der Ukraine können sie ganz ruhig abwarten bis sich das Regime von selbst aufgelöst hat und sollte es wider Erwarten anders kommen, könnten sie sich immer noch ohne Gesichtsverlust zurückziehen. In Syrien haben sie durch den Militäreinsatz ihre Anwesenheit so zementiert, dass es unmöglich ist, sie von da zu verdrängen.

Das bedeutet, damit Wladimir Putin sich überhaupt für die Vorschläge Barack Obama interessiert, sollte der Staatssekretär ihm noch etwas völlig unerwartetes anbieten.

Ich denke, es sollte dann in die Richtung gehen:

1. Die Sanktionen abzuschaffen.

2. Auf die OPEC einwirken, damit der Preis für das Erdöl wieder zu steigen beginnt.

3. Den Druck vor den internationalen Gerichten zu mildern, zu dessem Zweck die Klagen gegen die Russische Föderation eingebracht wurden.

4. Die Forderungen Chodorkowskis über die Auszahlung der Strafen und der Kompensationen wegzunehmen.

5. Den Druck durch die sportlichen Organisationen ähnlich der FIFA und die Internationale Leichtathletikassoziation zu verringern.

Mit anderen Worten, sie könnten die Beziehungen wieder auf das "Vorkrim-Niveau" heben.
 
Ehrlich gesagt erzeugen derartige Vorschläge noch nicht genügend Eindruck. Aber leider gibt es im Arsenal der USA gerade nicht mehr.

Ohne Sanktionen und den totalen Druck an allen Fronten könnten die Russen natürlich leichter leben. Aber an die Sanktionen beginnen sie schon sich zu gewöhnen und ohne falsche Erwartungen zu wecken, sieht so die Opposition mit dem globalen Gegner auch ehrlicher und natürlicher aus.

Im Kreml versteht man sehr gut, dass dabei kein Abkommen unterschrieben werden wird, weil der folgende Präsident der USA alles ganz leicht, mit einem Federstrich sozusagen, entwerten könnte, worüber sich Barack Obama und Wladimir Putin vereinbaren könnten. Aber neugierig bin ich doch, welche Garantien Washington bereit ist, Moskau zu gewähren.

Und es ist schade, dass wir darüber kaum etwas erfahren werden, stimmt`s?

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17 thoughts on “John Kerry im Kreml – Der Feind kam nach Moskau”

  1. Auf dieses unmoralische Angebot wird Russland wohl nicht eingehen! Denn in der Ukraine haben sich die USA verkalkuliert. Es ist ein Rückzug, bei dem sie noch etwas herausschlagen wollen! Sie haben die Ukraine des Goldes beraubt und nun lassen sie das Land fallen. Wäre ich Putin, würde ich Kerry in die Oper einladen und am nächsten Tag mit einem asiatischen Lächeln zum Flugzeug begleiten. Mit nichts im Reisegepäck außer Hohn uns Spott seitens der russischen Seite. Den USA kann man keinen mm über den Weg trauen. Und nach der Verabschiedung würde ich als Putin meine Finger zählen. Die USA hat schlechte Karten und sollte sich dementsprechend so verhalten! Einfach den kleinen Sternenbannerbimmel einziehen und sich ganz, ganz ruhig hinsetzen. Brav platz machen und nicht bellen.

    1. "Und nach der Verabschiedung würde ich als Putin meine Finger zählen."

      So isset, zumal, wenn man Kerry's ..ähäm…'kulurellen Hintergrund' kennt.

  2. "John Kerry im Kreml – Der Feind kam nach Moskau"

    ——-

    Im Falle Kerry's sollte die Headline lauten: 'Der wahre (Menschen) Feind kam nach Moskau!' (Ihm fehlen nur der Klumpfuß und die Hörner).

    Ich hoffe, der gute Putin lässt sich kein Danaer-Geschenk  der Menschenfeinde andrehen!

    Ansonsten – wie immer – ein gut recherchierte und logisch aufgebauter Artikel, Herr Roth.

  3. ""Aber neugierig bin ich doch, welche Garantien Washington bereit ist, Moskau zu gewähren.""

    -Ob "man" sich dafür etwas kaufen kann…?

     

    Paul Craig Roberts sagte mal vor einigen Monaten in einer seiner Artikel sinngemäß, wieviele Absprachen, Zusagen und Verträge durch Washington eingehalten wurde in Bezug auf indigene amerikanische Urvölker…

     

    0. in Worten : N U L L 

  4. ja, die punkte 1 bis 5 werden es wohl sein – aus us-amerikanischer sicht ganz sicher seitens moskau völlig unerwartet, äusserst originell und sowas von attraktiv, dass man einfach nicht in der lage ist, "nein" zu sagen. 

  5. Letzte Woche hat Russland in Syrien eine "neue" Blendwaffe benutzt. Im Umkreis von 300 Kilometern konnte die Nato nichts sehen.(Russland wird wohl modernste Cyber waffen aufgestellt haben ) Kurz darauf kam der Befehl Putins jeder Art der Bedrohung mit jegliche Härte zu begegnen. Womit insbesondere die Türkei und Saudi Arabien, aber auch die Nato selbst,  gemeint waren.Die Amis werden keinen Weltkrieg riskieren,schon gar nicht für die Türkei,  soviel was wir nicht wissen.

  6. Der Russe weiß am besten was abgeht! Der Ami macht Ihn nichts vor. Er macht sich nur noch lächerlicher wenn er Putin weiter versucht zu verarschen!

    Der Russe kann Schach!!

  7. Die Ukraine wird zum Stalingrad dieser EUSA, die das bisher noch nicht gemerkt

    hat, so daß man nicht auf dem Niveau der Dummheit dieser Narren debattieren sollte –

    sonst beginnt man ihnen zu gleichen. Die rennen von alleine in ihr Verderben.

  8. Ich persønlich glaube, dass Kerry noch einer der Humaneren ist und man muss beruecksichtigen, dass er mit Sicherheit nicht darf wie er will. Nimmt man seine Vita unter die Lupe so ist er wohl aus Herkunftsgruenden da reingeruchtscht…ich glaube vom Charakter her ist er wohl kein schlechter Kerl…er ist nur im falschen Film. Mal sehen wie lange er durchhælt. Man muss sich nur vorstellern wenn einer wie Mc Cain auf diesem Posten wære. Katastrophe wære noch untertrieben!

  9. Auf dem EU-Gipfel machte Merkel Druck auf ihre Kollegen, damit das sklavische Handelsabkommen TTIP / CETA mit den USA noch vor Ablauf der Präsidentschaft von Obama durchgewunken werden soll.

    Gerüchte besagen, dass Merkel für ihre gute Arbeit (TTIP einführen, Russlandsanktionen und Flüchtlingsaufnahmen) ….also alles Massnahmen zur DESTABLISIERUNG DEUTSCHLANDS ein grosses Vermögen und ein Anwesen in den USA erhalten soll.

    Vermutlich von SOROS u. Co. mit dem sie ja laufend in Kontakt ist….aber auch Obama wird bei Erfüllung dieser Ziele eine fette Prämie erhalten.

    DAS SIND UNSERE EHRLICHEN POLITIKER IN DER WESTLICHEN WERTEGEMEINSCHAFT !?!?

     

  10. Claus Klebers verzweifeltes Videostatement – Wie tendenziös berichtet das ZDF heute journal?

    Claus Kleber ist schockiert: Immer mehr Zuschauer – auch "vernünftige" – halten die Arbeit des ZDF, insbesondere von Klebers heute journal, für tendenziös und unausgewogen. Kleber, der sich neben seinem Journalisten-Beruf in leitender Funktion für das transatlantische Eliten-Netzwerk Atlantik-Brücke e.V. engagiert, versucht nun per Videostatement auf Facebook diese Vorwürfe zu zerstreuen. Ein Dokument der Peinlichkeit, wie auch die überwiegend ablehnenden Nutzerkommentare bezeugen.

    Kleber engagiert sich neben seiner Journalisten-Tätigkeit für den Verein Atlantik-Brücke e.V. Nicht etwa als einfaches Mitglied, sondern in äußerst illustrer Runde als Kuratoriumsmitglied der mit dem Verein verbandelten Stiftung der transatlantischen Lobbyorganisation.

    Screenshot: https://www.atlantik-bruecke.org/stiftung/


    Doch was will die Atlanik-Brücke überhaupt? In der Selbstbeschreibung der Organisation heißt es recht blumig:

    "Die Atlantik-Brücke ist ein gemeinnütziger, privater und überparteilicher Verein der das Ziel hat, eine Brücke zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu schlagen. Im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten steht das Bemühen um ein besseres gegenseitiges Verständnis.

    Zielgruppe sind deutsche und amerikanische Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, den Streitkräften, der Wissenschaft, den Medien und der Kultur, die bei der Atlantik-Brücke einen Rahmen für vertrauliche Gespräche finden…"

    Der Rechtsanwalt und freie Journalist Markus Kompa bezeichnet den Verein als das "wohl bedeutendste Berliner Parkett, auf dem sich die deutschen und US-amerikanischen Mächtigen in diskreter Atmosphäre begegnen".

    Der Watchdog Lobbypedia fügt hinzu:

    "Die Atlantik-Brücke ist ein logenähnlicher Interessenverband, dem führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien angehören, die über das gemeinsame Netzwerk gesellschaftspolitischen Einfluss nehmen und Kontakte pflegen. Unter den Mitgliedern spielen Spitzenmanager und diesen nahestehende Politiker eine herausragende Rolle."

    Angesichts der Tatsache, dass Kleber sich in führender Position für die Atlantik-Brücke engagiert, kann nur resümiert werden, dass dieser in seinem aktuellen Videostatement schlichtweg dreist lügt. Doch es kommt noch dicker: So wird die Nähe zum US-amerikanischen Geheimdienst CIA seitens der Atlantik-Brücke nicht einmal verschleiert. Ganz offiziell verleiht der Verein einen Preis – den Vernon Walters Award – dessen Namensgeber einst stellvertretender CIA-Direktor und in führender Position in die schmutzigen Staatsreiche wie im Iran (1954), in Brasilien (1964) und Chile (1973) verwickelt war.

    Und Klebers Publikum? Halten die Kommentatoren auf der Facebook-Seite von ZDF heute die Neutralitätsbekundungen für glaubhaft? Einige ja, doch die überwiegende Zahl der Wortmeldungen mit den meisten "likes" hat es in sich:

    Martin Kasupke: "hahahaha… unabhängig… selten so gelacht. Eure Berichterstattung ist einseitig und stark tendenziös. Es liegen nicht umsonst zig Beschwerden gegen euer Programm vor"

    Petra Petra: "Der Beitrag war ja wirklich der Witz des Tages. Mag sein das es nicht von der Regierung vorgegeben ist und das mal versehentlich was falsch dargestellt wird. aber konsequent einseitige Berichterstattung und wissentlich verschwiegene Fakten für die wir auch noch zahlen sollen bzw. müssen ist wirklich eine absolute Frechheit!!!"

    Thomas de Torquemada: "Herr Kleber erklärt, warum das mit der "Lügenpresse" nicht stimmen kann, in Sprachwahl, Tonfall und Gestik, als moderierte er "Die Sendung mit der Maus". Und entlarvt so nebenbei das Problem selbst. Nicht der Vorwurf des bewußten Lügens verbirgt sich hinter dem zugegeben derben Begriff. Vielmehr jener der angepaßten Berichterstattung. Zum einen betrifft dies die Auswahl der Nachricht selbst. Zum anderen die Art und Weise der Präsentation. […]"

    Oliver Janich: "Lieber Herr Kleber, die Vorstellung, dass Sie von ganz alleine ein so vollkommen verzerrtes Bild der Wirklichkeit zeichnen, ist auch nicht viel beruhigender."

    Fazit: Die Glaubwürdigkeits-Probleme, mit denen sich der deutsche Mainstream konfrontiert sieht, scheinen weitaus größer zu sein, als es die dort angestellten Medienmacher selbst wahrhaben wollen.

     

  11. DAZU SEHR PASSEND

    Putin: Europa hat Teil seiner Souveränität aufgegeben

    Ein Problem Europas besteht darin, dass es keine selbständige Politik betreibt, wie Russlands Präsident Wladimir Putin in einem Interview des TV-Senders Rossiya 1 sagte.

    „Es hat darauf eigentlich überhaupt verzichtet und einen Teil seiner Souveränität, vielleicht einen der wichtigsten Teile, an den Block (die Nato – Anm. d. Red.) delegiert.“

    „Dabei ist dieser Teil der Souveränität nicht einmal an die Nato, sondern an den Nato-Spitzenvertreter, die Vereinigten Staaten, delegiert worden“, so Putin weiter.

    In diesem Zusammenhang verwies Putin darauf, dass seinerzeit Deutschland und Frankreich bzw. Kanzler Gerhard Schröder und Präsident Jacques Chirac von einer Teilnahme ihrer Länder an der Irak-Aktion Abstand genommen haben.

    „Es stellte sich heraus, dass Chirac, der sehr enge und von Vertrauen geprägte Beziehungen mit dem sunnitischen Teil des Nahen Ostens hatte – übrigens als ein Mensch mit enzyklopädischem Wissen – damals schon vorausgesehen hatte, wozu das führt (…) Das hat zur Zerstörung des Staates und dazu geführt, dass der Terrorismus ausufert und Paris nun Schlägen ausgesetzt wird. Chirac hat damals daran gedacht — und er hatte Recht. Ebenso wie Schröder.“

    „Wir erwarten von unseren Partnern in Europa nicht, dass sie ihre euroatlantische Orientierung aufgeben werden“, sagte Putin weiter. „Ich denke aber, dass es richtig wäre, wenn unsere Partner in Europa zumindest an der Konzipierung von Beschlüssen teilnehmen würden — und nicht bloß jedes Mal die Hand an den Mützenschirm heben, wenn Befehle aus Übersee kommen.“

    „Mir scheint, dass die Interessen der europäischen Länder – und wenn ich falsch liege, mögen diese mich korrigieren, — darin bestehen, in Wirtschaft und Politik, im Anti-Terror-Kampf, bei der Bekämpfung ökologischer Probleme und des organisierten Verbrechens ihre Bemühungen zu vereinen“, so Putin.

    Das Interview mit Putin ist Teil des neuen Dokumentarfilms „Weltordnung“ der Journalistin Saida Medwedewa. Die Doku wird am Sonntag, dem 20. Dezember, bei Rossiya 1 ausgestrahlt.

  12.  

     

    Hintergründe zu der Ukraine- und Flüchtlingskrise von Axel Retz

    Überzeugend hinterfragt und präsentiert vom Jouranlisten Axel Retz

    Hier nur wichtige Auszüge…alles lesen—->http://www.termiten.net/node/286

    THEMA 1  Ukraine – „Most blatant coup in history“

    Spätestens nach Bekanntwerden des abgehörten Telefonats zwischen Victoria Nuland (Assistant Secretary of State im US-Außenministerium) und Geoffrey R. Pyatt (US-Botschafter für die Ukraine) vom 4. Februar 2014 hätte den politisch Verantwortlichen, aber auch dem, was früher einmal unter dem Begriff Journalismus/der Medien subsumiert war, ein erstes Licht aufgehen müssen, zumal Frau Nuland zusammen mit Richard Lugar schon 1997 das schöne Werk „Russia, it’s neighbors, and an enlarging NATO“, veröffentlich hatte, in dem u. a. der Effekt einer Ausweitung der NATO in die altischen Staaten und die Ukraine untersucht wird.


    Einmal abgesehen davon, dass dem damaligen sowjetischen Präsidenten Gorbatschow von US-Außenminister James Baker und seinem deutschen Amtskollegen Hans-Dietrich Genscher im Gegenzug zum russischen „ да“ zur deutschen Wiedervereinigung zugesagt wurde, dass es keine Osterweiterung der NATO geben werde, gehe ich davon aus, dass Sie, liebe/r Leser/in die Verfassungen souveräner Staaten achten, unabhängig davon, ob Sie sie kennen oder nicht.

    Aber wurde Wiktor Janukowitsch überhaupt hinweggeputscht? Und von wem? Hier kommt Stratfor-Chef George Friedman ins Spiel. In einem Interview für die russische Zeitung Kommersant, datierend vom 19. Dezember 2014, nachzulesen hier führt der Leiter der auch als „Schatten-CIA“ (STRATFOR) bezeichneten Denkfabrik u. a. aus:

    „Russia calls the events that took place at the beginning of this year a coup d’etat organized by the United States. And it truly was the most blatant coup in history.”

    Auf Deutsch:

    „Russland bezeichnet die Ereignisse vom Jahresbeginn als einen von den USA organisierten Staatstreich. Und es war wahrlich der offensichtlichste Staatsstreich der Geschichte.“

    Lesenswert ist das ganze Interview. Ebenso wie Mr. Friedmans Buch 2011 erschienenes „The Next Decade“, in dem er ganz freimütig beschreibt, dass es schon seit über 100 Jahren das Ziel der USA gewesen sei, eine zu dichte Annäherung zwischen Deutschland und Russland zu verhindern, da dies die einzige Allianz sei, die den USA gefährlich werden könne. Friedman warnt in “The Next Decade” auch ausdrücklich davor, die Krise zu rasch zu eskalieren. So stellt er auf Seite 162 fest: “If the United States drives the relationship to a crisis too soon, it will only strengthen Germany’s hand in the region.”

    Übersetzt:

    „Falls die Vereinigten Staaten die Entwicklung der Krise zu rasch forcieren, wird das nur zu einer Stärkung der deutschen Position in der Region führen.“

    Ohne mich in weitere Details verlieren zu wollen (lesen Sie das Buch bitte einfach selbst) empfiehlt Mr. Friedman des Weiteren, Europa einzulullen“ und warnt: „Any indication that the United States is directly seekig to block Germany or to create a crises with Russia will generate a counterreaction in Europe […]“. Und „At all costs, the United States must prevent the geographical amalgamation of Russia and the European peninsula, because that would create a power the United States would be hard-pressed to contain“. Ich denke, ich brauche es nicht zu übersetzen.

    Sehr aufschlussreich liest sich aber auch das hier:
    „This is the challenge for the American president as we enter the next decade. He must move with misdirection in order not to create concern in Moscow or Berlin that might make those governments increase the intensityof their relationship before the United States can create a structure to
    limitit.“

    „Beim Eintritt in die nächste Dekade steht der amerikanische Präsident vor folgender Herausforderung: Er muss mit in die falsche Richtung weisenden Informationen arbeiten, um in Moskau und Berlin keine Bedenken zu schüren, die die Regierungen dort die Intensität ihrer Beziehungen vertiefen lassen könnten, bevor die Vereinigten Staaten eine Struktur errichtet haben, die das einschränkt.“

    ZWEI FRAGEN HIERZU:


    Erstens: Es ist kaum vorstellbar, dass Ihnen als politischen Entscheidungsträgern bzw. Verantwortlichen für die von mir adressierten Medien die dargestellten Fakten unbekannt sind. Warum also lassen Sie sich von den USA wie am Nasenring durch die aktuelle Geschichtsschreibung ziehen, aus der – im rechten Licht betrachtet – sehr bald eine größere militärische Konfrontation bis hin zu einem atomaren Krieg werden könnte?

    Zweitens: Warum sind unsere Medien in Anbetracht des Ausgeführten zu einem derartigen, Russland dämonisierenden und die USA glorifizierenden Einheitsbrei verkommen, von dem sich (siehe Auflagen, Zuschauerzahlen und Zugriffe auf Online-Seiten) immer mehr Menschen abwenden? Wenn die USA den Putsch in Kiew inszeniert haben und wenn die NATO rund um Russland in immer höherem Tempo neue „Dependancen“ einrichtet und an der russischen Grenze Manöver bis hin zu Abwurf von Übungs-Atombomben durchführt, was glauben Sie denn, wie viele Ihrer Leser oder Zuschauer Ihnen Ihre Konstruktion der „russischen Aggression“ abnehmen? Wollen Sie den totalen Krieg?

     

    THEMA 2  Weapons of Mass Migration

    Nun ja, das klingt ein wenig irritierend. Ist aber nur der Titel eines 2010 erschienenen Buches der US-Autorin Kelly M. Greenhill. Darin untersucht die heute an der Stanford University tätige Politologin, wie Vertreibung, Flucht und erzwungene Zuwanderung in andere Länder als politische Waffe eingesetzt wurden und werden, um andere Länder zu destabilisieren oder auch zu erpressen. Fazit: Klappt in drei von vier Fällen. Ebenfalls lesenswert!

    Einmal als „Vordenker“ anerkannt, verspürte auch Mr. Barnett die Berufung, Bücher zu verfassen. Was er dann auch tat. Und ebenso wie Mr. Friedmans
    Bücher wurden sie in den USA Besteller: „The Pentagon’s New Map“ und „Blueprint for Action“. In Letzterem lesen wir:
    „Das Endziel ist die Gleichschaltung aller Länder der Erde. Sie soll durch die Vermischung der Rassen herbeigeführt werden. Mit dem Ziel einer hellbraunen Rasse in Europa. Hierfür sollen in Europa jährlich 1,5 Millionen Einwanderer aus der dritten Welt aufgenommen werden. Das Ergebnis ist eine Bevölkerung mit einem durchschnittlichen IQ von 90, zu dumm, um zu begreifen, aber intelligent genug, um zu arbeiten.“ Barnett, einen dessen seiner Auftritte mal einfach einmal gesehen haben muss, ist ebenso wie Mr. Friedman Bestseller-Autor. Und beide schreiben sich Ideen von der Seele, die hierzulande durchaus strafrechtsrelevant wären, stattdessen aber als „Blueprint of Action“ (Thomas P. M. Barnett) tatsächlich umgesetzt werden.

    DREI FRAGEN HIERZU:


    Erstens: Warum hat die Bundesregierung (ohne Not) die Verpflichtungen des Schengen-Abkommens gebrochen und damit ganz zweifellos gegen die staatliche Schutzpflicht ihrer Bürger verstoßen, wobei wohl kaum noch von Fahrlässigkeit gesprochen werden kann?


    Zweitens: Wie viele von den USA mit Lügen, Intrigen, false flag-Operationen, dem Wegputschen von Regierungen und der Destabilisierung anderer Staaten initiierte Kriege wollen sich die Bundesregierung, die EU und die Weltgemeinschaft denn noch gefallen lassen?


    Drittens: Bemerken Politik und Medien wirklich nicht, dass Deutschland nun selbst zum Ziel der unter „Zweitens“ genannten US-Bemühungen geworden ist? Die Bundesregierung hat Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Die Medien als „Vierte Gewalt“ haben den Auftrag, Speerspitze des Rechts auf freie Meinungsäußerung zu sein und objektiv zu berichten, um die Meinungsbildung ihrer Leser/Seher/Hörer zu fördern.
    Ihre Aufgabe ist nicht die Fabrizierung einer Volksmeinung, die aus veröffentlichter Meinung öffentliche Meinung werden lassen will und in einer Art Meinungsdiktatur all jene diffamiert und in irgendwelche „Ecken“ stellt, die noch willens und in der Lage sind, sich das zum Luxusgut gewordene eigene Denken zu leisten.

    QUINTESSENZ: Die EU weist erschreckende Auflösungserscheinungen auf. Wie hypnotisiert durch die ihr von den USA aufs Auge gedrückte, dem altbewährten Strickmuster folgende und von führenden US Think-Tanks minutiös geplante Zerlegungsstrategie insbesondere Deutschlands starren Politik und Medien nur noch auf Bahnhöfe. Und sie scheinen auch nur noch „Bahnhof zu verstehen“. Schon bei der „Rettung“ des Euro verstießen EU und EZB gegen ihre eigenen Verträge und Regularien. Bei der Flüchtlingsthematik ist das nun auch auf den Weg gebracht. Und man darf gespannt sein, wann nach der obstrusen Nomenklatur der „Euro-Rebellen“ nun die „Flüchtlings-Rebellen“ aus der Taufe gehoben werden.
    Ein Europa bzw. richtiger ja eine EU, die mit Schimpf und Schande gegen die vorgeht, die Vertragstreue einfordern, befindet sich auf einer höchst Besorgnis erregenden Geisterfahrt…………

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