Hat die Türkei den IS mit Komponenten für Saringas versorgt?

Ein Abgeordneter der türkischen Oppositionspartei CHP behauptet, die Türkei habe den "Islamischen Staat" mit Materialien zur Herstellung von Saringas versorgt. Die Ermittlungen wurden jedoch auf Druck von oben eingestellt und die Verdächtigen freigelassen.

Von Marco Maier

Gegenüber Russia Today sagte der türkische Parlamentsabgeordnete Erem Erdem (CHP), dass die Türkei Komponenten des Giftgases Sarin an Labore der IS-Milizen lieferte. Im türkischen Parlament sagte er, dass eine Überprüfung der Lieferung an die Dschihadisten durch die türkische Regierung nicht möglich gewesen sei.

Erdem sagte weiter, dass es zwar zu insgesamt 13 Verhaftungen durch türkische Sicherheitskräfte und zu einem Prozess gekommen sei, doch nur einige Wochen später habe man einen anderen Staatsanwalt eingesetzt, woraufhin der Fall überraschend geschlossen worden sei. Demnach seien alle Verdächtigen später von jeglicher Schuld freigesprochen worden, obwohl es Telefonaufzeichnungen zwischen diesen Personen und IS-Vertretern gegeben habe. Darin seien alle Details der Lieferung besprochen und die Herstellung des Giftgases erklärt worden.

Die türkische Maschinen- und Chemieindustrie und eine Gruppe von staatlichen Fabriken, die chemische Waffen für das türkische Militär produzieren, sollen in den Fall verwickelt sein. Dadurch erhält diese Causa eine zusätzliche Brisanz, zumal chemische Waffen international geächtet sind und auch die Türkei diese weder produzieren noch besitzen dürfte.

Die Republikanische Volkspartei – Cumhuriyet Halk Partisi, CHP – ist eine laizistische, eher sozialdemokratisch ausgerichtete Partei der Türkei, die den Islamisierungskurs der regierenden islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Präsident Erdogan heftig kritisiert.

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Das Giftgas Sarin ist ein Nervengas und wird von den Vereinten Nationen als Massenvernichtungswaffe klassifiziert. Bekannt wurde es durch einen U-Bahn-Anschlag eines Sektenführers in Japan, bei dem mehrere Menschen starben. Auch in Syrien selbst soll dieses Gas schon zum Einsatz gekommen sein. Beschuldigt wurde dabei jedoch stets die syrische Regierung, welche dieses gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt habe. Viele Hinweise deuteten jedoch schon in der Vergangenheit darauf hin, dass das Nervengift von diversen Rebellengruppen – darunter dem "Islamischen Staat" – verwendet wurde.

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https://www.youtube.com/watch?v=mEpMZw8BCLU

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4 Kommentare

  1. Da fällt mir wieder die Story bezüglich des Granatenangriffs auf die Türkei ein, welche von der westl. Journaille sofort Assad in die Schuhe geschoben wurde.
    Da stand so 3 oder 4 Monate lang auf der HP des öster.Bundesheers ganz lapidar „nach Überprüfung der Granaten wurde festgestellt, dass die Seriennummer der Munition aus NATO-Beständen stammt“

    Da konnte man dann raten „hat die Nato Assad Munition geliefert oder hat doch vielleicht das NATO-Land Türkei da eine false flag versucht !?!“

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