Die zunehmende Konzentration der wirtschaftlichen Macht bei wenigen Konzernen stellt eine globale Gefahr dar. Es bildet sich eine Oligarchie heraus, die faktisch unermessliche Macht besitzt.

Von Marco Maier

Wirtschaftliche Macht bedeutet schlussendlich auch politische Macht. Nicht nur lokal, regional oder national, sondern vor allem auf globaler Ebene. Die Oligarchen in Russland oder in der Ukraine, an die man bei so etwas denkt, sind hierbei eigentlich nur kleine Spieler – die großen Macker sitzen vielmehr in London und New York. Vor allem die Finanzindustrie, die aus Geld noch mehr Geld schöpft und diese fiktiven Gewinne in reale Unternehmenswerte investiert, spielt hierbei eine große Rolle.

Eine Studie der ETH in Zürich, die schon im Jahr 2011 veröffentlicht wurde, machte dies schon deutlich: 147 Konzerne, davon rund drei Viertel im Finanzsektor tätig, kontrollieren direkt rund 40 Prozent der Weltwirtschaft. Sie sind die "Créme de la créme" der rund 1.300 Unternehmen, die zusammen etwa 80 Prozent der globalen Wirtschaft kontrollieren, zumal sie auch an den anderen Unternehmen beteiligt sind oder auch via Kredite, Kreditausfallversicherungen und andere Finanzprodukte die Finger im Spiel haben.

Besonders problematisch ist der Umstand, dass die ganzen Gewinne dieser Konzerne sich überwiegend auf eine kleine aber einflussreiche Schicht an Menschen verteilen, die infolge dieser Finanzströme stets neue Unternehmen aufkaufen können. Diesen Prozess nennt man auch Kapitalakkumulation – wer viel Kapital besitzt, zu dem strömt auch sehr viel Geld.

Loading...

Mit all diesen Milliarden an Dollars, Euros, Pfunds, Yens, usw. lassen sich jedoch nicht nur Unternehmen kaufen, sondern auch Politiker. Die personalisierten US-Wahlkämpfe verdeutlichen dies genauso wie – in schwächerem Maße – die Spenden an die Parteien hierzulande. Von irgendwelchen lukrativen Spitzenposten für Ex-Politiker die sich in ihrer Amtszeit als "brav" erwiesen haben, muss man erst gar nicht reden – die sind ohnehin schon inkludiert.

Die zunehmende Globalisierung erweist sich somit nicht unbedingt nur als Segen, sondern im Zuge der Liberalisierungen auf den Kapitalmärkten und ein fehlendes globales Kartellrecht zunehmend auch als Fluch. Organisationen wie die WTO erscheinen hierbei als schäbige Alibimaßnahmen der Staaten, die ohnehin schon kaum mehr einen wirklichen Einfluss auf die wirtschaftliche Gestaltung haben.

Vor allem jedoch verunmöglicht diese globale Finanzoligarchie die Entstehung einer gesunden Weltwirtschaft, in der eine breite Schicht an Unternehmern weltweit zur ökonomischen Entwicklung der einzelnen Länder beitragen. Wer zu groß – also zu erfolgreich – wird, muss mit einem (schrittweisen) Aufkauf und die Übernahme des Unternehmens durch die herrschende Klasse rechnen. Irgendwelcher "Streubesitz" ist hierbei nur ein Ablenkungsmanöver, mit dem man der Mittelschicht der reicheren Länder noch ein paar Brosamen überlässt.

Doch was bleibt uns, den 99 Prozent, überhaupt noch? Wir haben die Wahl zwischen einer globalen Revolution und der Zerschlagung dieser Megakonzerne, sowie einer Etablierung eines neuen und umfassenden globalen Kartellrechts, welches solche Entwicklungen trotz weitestgehend offener Märkte künftig unterbindet – oder wir beginnen mit der Rückabwicklung der Globalisierung und zerschlagen diese Unternehmenskonstrukte mit Hilfe einer Renationalisierung.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

9 KOMMENTARE

  1. Ich wäre für eine globale Revolution, das Imperium der Großkonzerne , Banken, Scheinorganisationen und der Politik muss wie Es jetzt besteht, wo nur einige wenige , sich einbilden, erhaben über den Rest" Pack"zu sein,zerschlagen und restlos vernichtet werden.Es soll Gleichheit für alle Menschen in jedem Land als Leitziel dienen. Wir Alle sind " Nackt" auf die Welt gekommen, und keiner hat das Recht,erhaben und moralisch abgehoben gegen anderen zu aggieren.Vielen ist Moral und Nächstenliebe in diesem westlichen System verloren gegangen,die Menschheit muss wieder lernen, was wirklich leben heißt.

  2. Die Politik ist fast überall korrupt oder schwach.

    Eine Chance aus den Fängen der Konzerne zu kommen sehe ich nur

    in einer extremen Krisensituation in der die Global Player geschwächt sind

    und die Politik mit dem Rücken zur Wand steht.

  3. Schön, dass Ihr Euch wieder mal einem seit langem bekannten Thema widmet. Was mir fehlt ist die eindeutige Aufforderung an Menschen, die etwas tun wollen, mitzuteilen, dass es ganz einfach ist: stay away from conglomerates! Eine Liste der 100 TOP-Konzerne ist leicht zu publizieren… und deren Produkte ebenso. Darauf sollten die Menschen verzichten- dann bekommen wir den ähnlichen Effekt wie bei PRINT-Medien. Der Normalo hat nur einen einzige Waffe: Boykott. 

  4. "147 Konzerne ….kontrollieren direkt 40% der Weltwirtschaft." – Das sind Zahlen von 2007 aus der Wirtschaftsdatebank Orbis, die jahrelang von den meisten Medien veröffentlicht wurden. Mittlerweile haben sich die Verhältnissen wesentlich verändert. Die Zahl der Konzerne hat sich verringert, während der von diesen Konzernen kontrollierte Anteil der Weltwirtschaft auf ca. 60% angewachsen ist. Die Politik arbeitet diesem "Trend" zu, was der Autor "zunehmende Globalisierung" nennt. Leider versuche ich seit Jahren vergebens, auch nur die Spur eines "Segens" in dieser Entwicklung zu erkennen. Der Geldhunger der hinter den Konzernen stehenden Finanzunternehmen wird die Verarmung und Verelendung eines großen Teils der Weltbevölkerung auch weiterhin vorantreiben.

  5. An der Zinsschraube ´rumdrehen bringt doch auch nichts, wenn die Geldmenge 84:1 zu den Realwerten steht. Da kannste hoch oder ´runterdrehen. Was soll der Blödsinn bringen?

    Was lernen wir in der Schule? Die Zentralbank ist unabhängig und sorgt für Geldwert/Kaufkraft-Stabilität. Guter Witz, man sieht´s ja am Goldpreis.

    Preis für eine Feinunze Gold am 15.08.1971  =      35,00 US-Dollar (1:1)
    Preis für eine Feinunze Gold am 23.08.2011 = 1.914,50 US-Dollar (54,7:1)
    Preis für eine Feinunze Gold am 14.12.2015 = x.xxx,xx US-Dollar (84,2:1)

    Na? Was kostet heute die Feinunze Gold ohne Goldpreisdrückungen? Tabelle!

    Die Excel-Tabelle kann online angeschaut und unter Punkt „Datei / Exportieren Als“ (17,5 kb) gespeichert werden. Alle Angaben ohne Gewähr. Zum Vergleich der aktuelle Realtime-Goldkurs einschließlich „Goldpreisdrückungen“ Realtime!

    Excel-Tabelle errechnet tagesaktuellen Goldpreis ohne Preisdrückungen online

    https://aufgewachter.wordpress.com/2015/12/14/excel-tabelle-errechnet-tagesaktuellen-goldpreis-ohne-preisdrueckungen-online/

  6. Wir sollten uns jetzt um Frieden in dieser Realität kümmern.
    Hier eine mögliche  Anleitung ……

    "Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt,
    erst dann wird die Welt wissen, was Frieden ist."
    Jimi Hendrix

    Wir wissen jetzt, was auf dem Spiele steht: nicht das deutsche 
    Schicksal allein, sondern das Schicksal dar gesamten Zivilisation. 
    Es ist die entscheidende Frage nicht nur für Deutschland, sondern 
    für die Welt, und sie muß in Deutschland für die Welt gelöst werden: 
    Soll in Zukunft der Handel den Staat oder der Staat den Handel regieren ?
    Quelle: Oswald Spengler:

    Nur durch einen Friedensvertrag können wir uns von der Besetzung befreien 
    und der Welt den Frieden bringen !  Wir entscheiden im jetzt !
    Das neue Buch 11/2015 als kostenlose PDF oder als gedrucktes Buch bestellbar.

    http://www.gemeinde-neuhaus.de

    http://www.nestag.de

     

    https://www.youtube.com/watch?v=Sefl824vTn4

    https://www.youtube.com/watch?v=YsRQNu9Jg7k

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here