US-Army im Irak. Bild: Flickr / US-Army CC-BY 2.0

Bis zu 10 Millionen Menschen im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika mussten schon wegen dem "Krieg gegen den Terror" und der vorhergehenden US-geführten Interventionen sterben. Und wir wundern uns, dass es immer mehr "Terroristen" gibt. Sind nicht vielmehr die USA und deren Vasallen die wahren Terroristen auf diesem Planeten?

Von Marco Maier

Erst vor wenigen Monaten wurde eine Studie der Physicians for Social Responsibility (PRS) veröffentlicht, die den Blutzoll des US-geführten "Krieges gegen den Terror" versuchte zu quantifizieren. Alleine in den ersten 10 Jahren dieses Feldzugs im Nahen und Mittleren Osten, starben dadurch nur in Afghanistan, in Pakistan und im Irak mindestens 1,3 und bis zu 2 Millionen Menschen infolge der sogenannten Anti-Terror-Maßnahmen.

Allerdings weist diese Studie auch Lücken auf, da mehr oder weniger nur die offiziellen Zahlen der Behörden verwendet wurden. Doch diese erweisen sich immer wieder als manipuliert. So wurden in den meisten Medien für den Irak die Zahlen des Iraq Body Count (IBC) verwendet, der von 110.000 Toten bis 2006 ausgeht. Doch schon das Beispiel von Najaf zeigt, wie unzuverlässig diese Zahlen sind: Gab das IBC nur 1.354 Tote für die 900.000-Einwohner-Stadt an, so wurden im selben Zeitraum rund 40.000 Menschen infolge militärischer Gewalt getötet und begraben.

Auch bei den Luftangriffen der alliierten Streitkräfte gibt es enorme Diskrepanzen. So wurden für einen Zeitraum im Jahr 2005 lediglich 3 Luftangriffe protokolliert, während diese Zahl in Wirklichkeit von 25 auf 120 anstieg. Diese Beispiele zeigen, dass die realen Zahlen um bis zum Vierzigfachen höher sind als vom IBC angegeben.

Loading...

Realistischer ist hier die umstrittene Lancet-Studie, die von 655.000 Todesfällen im Irak bis 2006 und von bis zu einer Million bis heute ausgeht. So viele Menschen mussten für die Brutkastenlüge und die Massenvernichtungswaffen-Story dort sterben, damit die Amerikaner ihren Regime-Change bekamen. Hinzu kommen die rund 1,7 Millionen Toten, die seit dem ersten Golfkrieg 1991 rund 1,7 Millionen Zivilisten infolge von Kampfhandlungen und den Sanktionen gegen den Irak starben. Das heißt: Seit dem Jahr 1991 haben die USA und deren Vasallen alleine im Irak mindestens 2,7 Millionen Menschen getötet.

Das PSR geht anhand der Daten zudem davon aus, dass der US-geführte Antiterrror-Krieg in Afganistan mindestens 220.000 und in Pakistan mindestens 80.000 Menschen auf dem Gewissen hat. Allerdings fehlen insbesondere für Afghanistan so viele Daten, dass diese Zahlen hinterfragt werden müssen. Profesor Gideon Polya hatte in seinem Buch "Body Count: Global Avoidable Mortality Since 1950" (2007) berechnet, dass in diesen knapp 6 Jahren rund 3 Millionen Menschen direkt oder indirekt infolge dieses westlichen Feldzugs starben, darunter rund 900.000 Kinder unter 5 Jahren. Doch wie schon im Irak erfolgten auch in Afghanistan schon vor dem offiziellen "Krieg gegen den Terror" US-Interventionen. Insgesamt, so die Schätzungen, dürften hier die USA seit den frühen 90er-Jahren für bis zu 5 Millionen Tote verantwortlich sein.

Nimmt man noch die ganzen westlichen Interventionen der letzten Jahre in Libyen, Syrien, Somalia und im Jemen hinzu, dürften in diesen Ländern wohl insgesamt noch einmal locker bis zu 2 Millionen Todesopfer dieser blutigen Statistik hinzugefügt werden. Einer Statistik, die das Ausmaß des Grauens verdeutlicht. Denn damit haben Washington und die Vasallen dieser Interventionspolitik alleine in dieser Region insgesamt so 9 bis 10 Millionen Menschen auf dem Gewissen.

Nun stellt sich die Frage, ob man diese Vernichtungsfeldzüge wirklich noch als "Krieg gegen den Terror" bezeichnen darf, oder ob man hierbei nicht schon von einem gewaltigen Terrorangriff unter Führung Washingtons sprechen sollte. Vor allem jedoch müssen wir uns fragen, ob wir überhaupt jene sind, die sich vor "bösen islamistischen Terroristen" fürchten müssen, oder ob diese "Terroristen" eigentlich nicht einfach nur das Produkt des westlichen Terrors auf die – vorwiegend islamisch besiedelten – Gebiete von Nordafrika bis an den Hindukusch sind.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

16 KOMMENTARE

  1.  

    1945 war man sich im Imperium (US+GB) völlig einig. Hitler und seine Deutschen waren die größten Kriegstreiber und Verbrecher der Weltgeschichte, denn sie hatten ja den WK 1 und dann auch noch den WK 2 angezettelt (seriöse Historiker, selbst israelische,  haben inzwischen bewiesen, dass dies eine große Lüge der alliierten Propaganda ist). Deshalb mussten sie 'umerzogen' (Re-aducated) und gevierteilt werden und ein drittel des Staatsgebietes wurde den Hunden zum Fraß vorgeworfen, damit diese Halunken nie mehr einen Krieg anzetteln könnten.

    Inzwischen hat sich herausgestellt, dass das Imperium (US + Junior Partner GB und inzwischen angereichert durch Israel) ganz ohne den Jahrhundertverbrecher Hitler und seine krieglüsternen Deutschen rund 30 Millionen Menschen nach dem Krieg umgebracht hat.

    Selbstverständlich für Freiheit, Demokratie und natürlich die 'Menschenrechte'.

    Einzelheiten hier:

    Deaths In Other Nations Since WW II Due To Us Interventions

    http://www.countercurrents.org/lucas240407.htm

    Die Studie von James A. Lucas ist aus dem Jahre 2007, Inzwischen dürften wohl noch ein paar Milliönchen hinzu gekommen sein.

    Und inzwischen ist ja das neue Doitschelandistan kräftig dabei, die imperialen Kreuzzüge des Imperiums, zwecks ethnischer Säuberung und Ausplünderung der 'Schurkenstaaten'  zu unterstützen. Als willkommenes Kanonenfutter und Hiwi-Truppe für US-raelische Interessen.

    Es ist nicht zu fassen!

    • Ich habe ähnliche Zahlen von einem Dr. Gideon Polya (Pariser Kontext), der die Opfer durch Zerstörungen von Infrastruktur, durch Embargos etc in seine Studie mit einbezieht. Er beziffert die Zahl der Toten auf 27 Mio. in einem Zeitraum von 2001 – 2015. , bezieht sich dabei auch auf UN-Daten. Er nennt es zudem eine unglaubliche Heuchelei, wenn westliche Medien das Attentat von Paris hochstilisieren, um zur "Zerstörung des Islamischen Staates" aufzurufen, gleichzeitig die Genozide an anderen Völkern außer Acht lassen. Generationen von journalistischen Lügnern im angelsächsischen Raum  würden keine Silbe über den bengalischen Holocaust mit 6-7 Mio. Hungertoten, die Iran-Blockade von 1918 mit geschätzten 7-8 Mio.Opfern, die brit. Invasion 1914 im Irak usw, verlieren, jedoch bei einem vergleichweise "geringen Blutzoll" zu erneuten kriegerischen Handlungen aufrufen. Es scheint, unser vielzitiertes westliche Wertesystem wird (zu Recht erneut) angeprangert.

      • .…bengalischen Holocaust mit 6-7 Mio. Hungertoten…

        ———

        Es fehlt in der Aufstellung der ukrainische 'Holodomor', der gezielte Hunger-Genozid an den Ukrainern, der zwischen 7-12 Mio (die Zahlen differieren) Hungertote allein in der Ukraine forderte.

        Aber ok, den hat nicht das westliche Imperium zu verantworten, sondern das 'rote Imperium'.

        Veranlasst hat ihn Stalin, durchgeführt hat in sein Schwager, der Jude Lazar Kaganovitsch mit seinen überwiegend jüdisch-lettischen Handlangern.

        http://www.memory.gov.ua/sites/default/files/11111_de.pdf

        Insgesamt ist dieser Massenmörder für den Tod von rund 20 Millionen christlicher, ukrainischer und russischer Kulaken verantwortlich.

        Es ist doch etwas eigenartig, dass dieser tatsächliche Genozid am ukrainischen und russischen Volk überhaupt nicht thematisiert wird – oder etwa nicht?

    • In der Tat. Ich empfehle ebenfalls sich mit David Irving zu beschäftigen, ein Experte auf dem Gebiet der Weltkriege, ein ausgewiesener Historiker, der in keinem seiner Bücher von anderen Historikern abgeschrieben hat, wie es immer üblich ist. Das Tabuthema wird von ihm ernsthaft und seriös beleuchtet..Apropro beleuchtet, Da empfehle ich ebenfalls den Leuchter Report zu lesen.

      "Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht." – Erich Fried
       

    • Beim ersten Weltkrieg war es die Österreichiche Monarchie, aufgrund des Attentat in Sarjewo und beim zweiten Weltkrieg war es ein Österreicher  Gefreiter.

  2. Der Begriff Terror als Kennzeichen für die USA greift nicht. Das ist eine euphemistische Umschreibung für  Massenmörder. Satanistische Handlungen im Sinne des Bösen, Destruktiven kommt dem schon näher. Vielleicht kommt man ihnen mit dem Wort Horristen oder Satans Söhne und Töchter am nächsten. Alles anderen Beschimpfungen sind noch Komplimente.

  3. Der Begriff Terror als Kennzeichen für die USA greift nicht

    ———

    Loup, das ZOG-Regime,

    https://thezog.wordpress.com/

    das Washington, die Medienlandschaft, die Kultur-, die Bildung, die Parteien etc.  kontrolliert und steuert,  hat herzlich wenig mit der US-Bevölkerung zu tun.

    Dieses Terror-Regime führt ja auch schon seit Jahrzehnten einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung. So werden die USA ja  seit der false flag action 9/11 durch den sog. 'Patriot Act' quasi unter Kriegsrecht vewaltet. Siehe hierzu auf die FEMA-Lager in den USA, wo am am Tag X (die bolschewistische UdSSR lässt grüßen) alle missliebigen Personen -wie seinerzeit in den Gulag-Lagern- einsperren wird. 

    Auch die ständigen false flag actions mit wilden Schießerein (von Waco bis San Bernadino)  sind unter diesem Aspekt zu sehen. Sie dienen nur dem einen Zweck: Die US-Bevökerung zu entwaffnen, denen das Tragen und der Besitz von Waffen durch den Zusatzartikel 2, der amerikanischen Verfassung garantiert ist.

    Das gleiche Spielchen wurde in der bolschwistischen Sowjet-Union gespielt. Eines der ersten Gesetze, welche die überwiegend jüdischen Bolschwiken verabschiedeten, war das  Verbot des Besitzes von Waffen. Wer dabei erwischt wurde, wurde auf der Stelle standrechtlich erschossen.

    Nachdem die russische Bevölkerung entwaffnet war, begann das große Morden, das zwischen 1917 – 1957 zwischen 66 Millionen und 100 Millionen Russen das Leben gekostet hat.

    • Das ist mir schon klar. Aber man darf nicht die USA gesondert behandeln. Immer noch wird von anglosächsicher Seite die Naziherrschaft als deutsches, auch österreichisches Phänomen angesehen. Das heißt, es wurde eine Kollektivschuld bescheinigt und wird es heute noch für diese Generationen so gehandhabt. Folglich gilt das auch für die USA und ihre Bevölkerung! Die Amerikaner wählen sie, und obwohl die USA angeblich eine Demokratie ist, gibt es keinen Aufstand gegen die Verbrecher an der Spitze. Immerhin profitieren die Amerikaner sehr gut von den Raubzügen ihrer politischen Elite. keiner ist gezwungen, zu dieser verbrecherichen Armee zu gehen. Und trotzdem finden sich genug Menschen, dieser beizutreten. Die Amerikaner haben noch genug Waffen zu Hause, die Deutschen hatten damals höchstens als Bauer eine Flinte im Schrank. Nein, sie sind immer noch in der Mehrheit von diesem Räuberstaat überzeugt. Diesbezüglich konnte ich mich wiederum persönlich in nicht wenigen Gesprächen mit Amerikanern überzeugen. Sie hängen durch kollektive Dummheit geschlagen an einem Bild der USA, daß vielleicht Anfang 1950 oder vorher gegolten hat. Sie sind im Denken und Analysieren zu langsam, um die rasante Mutation ihres Staatsgebildes hin zu einem hegemonialen Verbrecherimperiums zu erkennen. Ihre Identifikation mit ihrem Staat basiert auf einem mehr pubertierendem Niveau. Gerade mal 4 ehemalige Drohnenpiloten haben ihr Hirn benutzt und Zivilcourage gezeigt, denn sie machten auf die Verbrechen durch Drohnenangriffe aufmerksam. Mit allen unangenehmen Folgen. Allerdings wäre jetzt auch die große Mehrheit der Deutschen aufgerufen, solange Druck auszuüben, bis Ramstein geschlossen wird. Es sind abgewirtschaftete Hedonisten, die bis auf eine kleine Minderheit diesen Staat auch noch beschützen würden. Die Kraft und Motivation hierfür bekommen sie aus der Erinnerung, die überschattet wird von politischen Gangstertum und Turbokapitalismus, der sie hoffen läßt, an alte Zeiten des Wohlstandes anknüpfen zu können.

      • ."..immerhin leben die Amerikaner recht gut von den Raubzügen ihrer…." Welch wahres Wort. Es gibt wohl kein Volk auf diesem Planeten, das mehr über "seine Verhältnisse lebt" als die USA. –  Den Drohnenpiloten drohen jetzt Verfahren für ihr couragiertes Verhalten, sie finden jedoch offensichtlich einigen Rechtsbeistand, der Willens ist, eine Debatte in der Öffentlichkeit loszutreten.

  4. Drah di net um, der Zwangsbefreier der geht um,…

     

    Freiheit ist eben daß, was die Eroberer der USA sagen, was frei ist. Das haben sie schon den Ureinwohnern Amerikas, klar gemacht. Dies ist ein freies Land, haben sie gesagt, und das gehört jetzt uns.

     

    Und dabei sind sie geblieben, denn was einmal geklappt hat,… Never change a running system.

  5. Wer aufgestellt wie Rom geht auch den Weg wie Rom. Seit 2008 ist das auch den Römer selbst klar, könnt ich mir denken.

    Kennedy jedenfalls war sich darüber völlig im klaren.

  6. Ich würde es sogar noch drastischer und direkter formulieren: „Der ‚Terror gegen den Terror‘ ist er selbst“. Sie schaffen erst das, gegen was sie später antreten und dann auch noch dabei Hilfe verlangen (Unterstützung, Wiederaufbau durch Dritte) – selbst Schattenboxen ist konstruktiver.

  7. was der Ami heute anzettelt wird 5 Milliarden Menschen das Leben kosten, damit sie endlich die Welt alleine beherrschen können, gell?

  8. Wenn die ganze Welt nur noch aus Lügen Besteht, ist der letzte große Knall ein Holocaust.

    Schuld ist unsere Systeme , die wir unterstützen 

    Die Scheinwelt in der wir leben, erzieht uns zu rücksichtlosen Ignoranten, Materialisten 

    Du bist was du hast … einfach nur wiederlich !

    Unsere Systeme sind Krank, von Krebs befallen .

     

     

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here