Syrien-Konflikt: Verbindungsmann Hollande

Die Anschläge in Paris haben offenbar alles verändert. Aus den Hardlinern im Élysée-Palast werden nun Vermittler zwischen Washington und Moskau. Präsident Hollande versucht sich als Verbindungsmann im Kampf gegen den "Islamischen Staat".

Von Marco Maier

Da können offenbar auch die Milliarden aus Saudi-Arabien nichts mehr ausrichten, welche in den vergangenen Monaten zu einem deutlich schärferen Kurs der Pariser Administration gegenüber der syrischen Regierung und dem Iran führte. Die Anschlagswelle in Paris, offenbar von Vertretern des "Islamischen Staates" durchgeführt, bewegte die Franzosen zum Umdenken.

Übte man zuvor noch Kritik am russischen Vorgehen in Syrien, so präsentiert sich Frankreichs Präsident Francois Hollande nun als Vermittler zwischen Washington und Moskau. Neben Besuchen von David Cameron und Angela Merkel stehen Reisen nach Washington und Moskau auf dem präsidentiellen Stundenplan. Die Administration Hollandes hat Blut geleckt und will nun so viele Länder wie nur möglich für den gemeinsamen Kampf gegen den "Islamischen Staat" gewinnen.

Erst heute verdreifachte Frankreich die Kapazitäten der Luftwaffe. Gestern verkündete Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, dass der im östlichen Mittelmeer eingetroffene Flugzeugträger Charles de Gaulle mit 24 Kampfjets den Kampfbetrieb aufnehmen werde. Bislang gab es nur jeweils einen Stützpunkt in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo jeweils sechs Kampfflugzeuge stationiert sind.

Nun wird es sich zeigen, ob das diplomatische Geschick der Franzosen ausreichen wird, um die Amerikaner zu einer engeren Zusammenarbeit mit den äußerst erfolgreichen Russen zu bewegen. Mehrere andere EU-Politiker äußerten sich schon in der Vergangenheit positiv dazu, zumal Moskaus Fliegerstaffeln in nur wenigen Wochen deutlich effektiver im Kampf gegen die IS-Milizen waren als die gesamte US-geführte "Anti-IS-Koalition" während der vergangenen Monate.

Loading...

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 Kommentare

  1. An W.Putin stelle,wuerde ich kein abkommen mit Hollande trefen-er ist genau wie alle NATO pfeifen ein vasalle der USA.Egal was Putin macht -es kann nie dem Westen gut genug sein-schon grundsaetzlich.Und die Deutsche polemik?

  2. die dreckigen und verlogenen amerikaner, die jetzt mehr oder weniger dazu gezwungen sind in vom IS kontrollierten gebieten keinen nachschub an waffen mehr abzuwerfen sondern diese tatsächlich zu bombardieren… warnen den IS davor, indem sie kurz vor dem angriff mit flugblättern darauf aufmerksam machen – "bringt euch in sicherheit, wir greifen gleich an". 

    VVP ist sich sicher, den franzosen nicht nur formal sondern auch faktisch auf seine seite zu bekommen. was mich betrifft, so bin ich mir dessen nicht sicher, für moglich halte ich es in falle frankreich allerdings schon. 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.