Mohammad bin Salman lässt sich von den Armeeführern über den Jemen-Krieg informieren. Bild: PressTV

Die bisherige Strategie der Saudis wird nicht mehr lange funktionieren. Im Ausland wird der Krieg finanziert und im Inland müssen die jungen Saudis bei Laune gehalten werden. Doch das Geld wird aufgrund des niedrigen Ölpreises trotz immenser Finanzreserven immer knapper.

Von Marco Maier

Bislang funktionierte die Strategie der Saudis recht gut: Unsummen werden ins Ausland transferiert um dort entweder Moscheen und Imame oder eben auch Kriege und Terroristen zu finanzieren. Je nachdem, was in einem Land gerade opportun erscheint, fließen die Petrodollars in die entsprechenden "Projekte". So lange die sprudelnden Ölquellen genug Geld abwarfen, war dies niemals ein Problem und auch heute noch erwarten die bisherigen Empfänger weiterhin eine finanzielle Unterstützung.

Im Inland jedoch muss die eigene Bevölkerung, die zu rund 25 Prozent in Armut lebt, ruhig gestellt werden. Während 2011 in weiten Teilen der arabischen Welt der "Arabische Frühling" ausbrach, pumpten die Saudis einfach mal so 130 Milliarden Dollar in die eigene Wirtschaft um Löhne zu erhöhen und Jobs für die rasant wachsende Bevölkerung zu schaffen. Dazu kommt die harte Hand der wahhabitischen Diktatur, die äußerst scharf gegen Regimekritiker vorgeht.

Doch die Frage ist, wie lange Riad dieses Spiel überhaupt noch treiben kann. Die Kriege, die Finanzierung unzähliger Moscheen und Vereine und die monetären Beruhigungspillen für die eigene Bevölkerung kosten Unsummen. Das ist Geld, welches angesichts der extrem niedrigen Ölpreise nicht mehr mit den laufenden Einnahmen zu decken ist. Da müssen nun Reserven aufgelöst werden.

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Wenn die Reserven zur Neige gehen, steht das fragile Saudi-Imperium jedoch mit dem Rücken zur Wand. Einerseits durch die verarmte Jugend, deren Zahl immer schneller wächst, andererseits auch durch die schiitische Minderheit im Land, die teils massiven Repressionen ausgesetzt ist. Hinzu kommen die Oppositionellen, die das wahhabitische Terrorregime ablehnen und einen Systemwechsen hin zu einem offeneren und liberaleren Land vollziehen möchten.

Auf jeden Fall ist klar: Auch wenn Saudi-Arabien derzeit noch über immense Vermögenswerte besitzt und damit durchaus eine längere "Trockenperiode" überstehen kann, so wird es für das Regime immer enger. Dass der Ölpreis in absehbarer Zeit wieder steigt ist nämlich äußerst unwahrscheinlich, da die Weltwirtschaft noch einige Zeit schwächeln wird und der Iran schon im nächsten Jahr wieder auf die globale Wirtschaftsbühne zurückkehrt. Damit wird die Luft für die wahhabitische Riege immer dünner. Der endgültige Zusammenbruch der Saudi-Diktatur ist also faktisch nur noch eine Frage der Zeit.

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6 KOMMENTARE

  1. Die krypto-jüdischen  Saudis finanzieren neben US-real massiv die IS-Terroristen und helfen damit ..ja wem wohl ….den Israelis.

    Sollte IS weiter erfolgreich sein, dann wird sich der 'islamische Staat' irgendwann verselbständigen und vermutlich das fragile, korrupte Regime in Riad, die selbsternannten 'Hüter und Wächter des Islam' als erstes stürzen.

    Politisch informierte wissen, dass es unter der Oberfläche in Saudi Arabien schon seit langen gärt. Es fehlt nur noch der berühmte 'Stein des Anstoßes'.

    IS oder ISIS könnte der Stein des Anstoßes sein.

    Damit richtig eingeschätzt werden kann, wie die Stimmung auf der arabischen Halbinsel ist:

    81 Prozent alle Muslime, die Al-Jazeera befragt hatte (mehr als 60.00 Probanten) feierten die Siege von IS bzw. ISIS.

    Face Reality – Many Muslims support ISIS

    http://www.meforum.org/5331/many-muslims-support-isis

  2. Die Saudis sind  bald platt. Können ihr Öl saufen. Bekommen von uns Wasser für 5 Dollar/Lliter Wasser. Können auch ihr Öl zum löschen von Bränden nehmen in Saudi/Arabien und in den Golfstaaten.

  3. Die Saudis sind doch selbst einer der Hauptakteure des Ölpreiskartells. Absolut unrealistisch ist also die Ansicht des Autors. Die Saudis haben immer noch ein vitales Interesse an einem niedrigen Ölpreis, denn sie glauben doch, dass sie damit den Iran und gleichzeitig auch die USA mit ihrem Frackingöl in die Schranken weisen können.

    Nun hat sich aber der niedrige Ölpreis längst am Markt als globaler Standardwert etabliert und ist überall eingepreist.

    Die Saudis sind zwischenzeitlich nicht mehr das Zünglein an der Waage, aber diesen Umstand kann man nicht als Indiz auf einen baldigen Exetus dieses skurrilen Staates ansehen. – Bislang wird da jeder Widerstand konsquent mit Kopfabhacken geregelt. 
     

  4. Die Geburtenrate der Saudis ist pro Frau von über 6 noch in den 90er Jahren

    auf ca. 2,7 in 2012 gefallen und ist vermutlich schon darunter.

    Wenn sie eine Chance in der Zukunft haben wollen sollten sie als Bevölkerung schrumpfen

    und die sinnlose Finanzierung einer islam Weltrevolution  aufgeben.

    Mit einem etwas weniger glamourösen Lebensstil könnten sie auch bei bescheideneren

    Öleinnahmen von ihren zahlreichen Beteiligungen leben, zumindest für einen längeren Zeitraum.

    Den Glaubenskrieg gewinnt onehin der welcher das entsprechende know und die Technologie hat und das sind die modernen Industrieländer.

    Die öffentliche Schlachtung von Dissidenten bringt dem Königshaus auch nur

    steigenden Hass und Ekel entgegen und verstärkt den Widerstand

    gegen das Regime nur.

    Etwas Öffnung und Freiheit wäre nicht verkehrt

    Es müssen ja nicht gleich Gendertoiletten, Grüne, Merkels oder sonstige Westscherze sein.

     

  5. Wer Dietrich von Bern ist? Vermutlich ein Ossi der einen Job als Busfahrer in der Schweiz gefunden hat und von einer jüdischen Verschwörung träumt, weil sein beschränkter Horizont den Faktor Mensch ausblendet.

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