Catarina Martins, Vorsitzende des Bloco Esquerda (BE) Portugals. Bild: Youtube

Weil sich die beiden Linksparteien BE und PCP stets kritisch gegenüber der NATO äußerten, fürchten sich die USA nun vor einer durch beide Parteien gestützten PS-Regierung. Washington hat Angst davor, dass Portugal aus dem Militärbündnis ausscheiden könnte.

Von Marco Maier

In einem Interview mit dem portugiesischen Radiosender "Renascenca" äußerte der US-Botschafter in Lissabon, Robert Sherman, Bedenken über eine mögliche Linksregierung in dem westeuropäischen Land. Die Kommunistische Partei Portugals (PCP) und der Linksblock (BE) würden unverhohlen ihre Ablehnung gegen die NATO proklamieren, so der Botschafter. Dass beide Linksparteien trotz ihrer Kritik am transatlantischen Militärbündnis stets betonten, auch im Zuge der Unterstützung einer vom den Sozialisten (PS) geführten Minderheitsregierung nicht auf einen NATO-Austritt zu pochen, ist ihm offenbar entgangen.

Sherman versuchte in dem Interview offen Stimmung gegen die Linksregierung zu machen, obwohl PS-Generalsektretär Antonio Costa betonte, dass man alle internationalen Verpflichtungen respektieren würde. Sherman jedoch meinte, dass es die Hauptsache sei "was getan wird, nicht was gesagt wurde". Es würde Fragen aufwerfen, ob "Portugal weiterhin ein williges Mitglied" der Koalitionen gegen den Terrorismus sei. Er forderte Portugal damit quasi dazu auf, sich bedingungslos den Wünschen Washingtons unterzuordnen.

Geht es nach den Amerikanern, würde man eine konservative Regierung wohl bevorzugen, zumal die meisten dieser Mitte-Rechts-Parteien grundsätzlich eher transatlantisch ausgerichtet sind und sich auch in Fragen bezüglich militärischer "Lösungen" deutlich offener zeigen. Für die "Demokratiebringer" zählen in solchen Angelegenheiten nicht irgendwelche demokratischen Mehrheitsverhältnisse, sondern lediglich die Bündnistreue. Ob sich Sherman mit seinen Aussagen und Forderungen in diesem Interview wirklich viele Freunde in Portugal gemacht hat, ist jedoch eine andere Frage.

Loading...

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

6 KOMMENTARE

  1. "Weil sich die beiden Linksparteien BE und PCP stets kritisch gegenüber der NATO äußerten, fürchten sich die USA nun vor einer durch beide Parteien gestützten PS-Regierung."

    ———

    Die USA fürchten sich nur vor Einem, einer die nationalen Interessen vertretenden 'Rechts' Regierung.

    Links sind sie selber und das Puppet der Wall-Street hat eine belegbare kommunistisch-terroristische Vergangenheit (u.a. enge Verbindung zu den terroristischen Weathermen mit dem Obermacker Bill Ayers). 

    Merke: Staatskapitalismus und Raubtierkapitalismus a la Soros, Rothschild und Konsorten sind die beiden Seiten EINER  Medaille.

    Der ..ähäm…Kanadier Maurice Strong, der Majordomus der Rockefellers, vereinigt beide Aspekte sogar in einer Person, er ist sowohl x-facher Milliardär als auch Sozialist, und er drückte das folgendermaßen aus:

    “communist in ideology – capitalist in methodology”

    was nichts anderes heißt als: Wir nutzen den Kapitalismus, um das viele Geld zu machen, das wir für die Propagierung des Sozialismus brauchen.

    Das hilft auch die Vorgänge in Griechenland mit dem linken Volksverräter Tsipras besser zu verstehen. 

  2. die Hauptsache sei "was getan wird, nicht was gesagt wurde". Es würde Fragen aufwerfen, ob "Portugal weiterhin ein williges Mitglied" der Koalitionen gegen den Terrorismus sei.

    __________________

     

    es würde die frage aufwerfen, ob portugal darum betteln würde, doch bitte das halsband behalten und den nato-terror weiter mitfinanzieren zu dürfen, wenn man dem staats androhen würde, es abzunehmen.

  3. Genauso gut ist es auch möglich das man sich vor zusätzlicher verkomplizierung und Verworrenheit fürchtet und damit schlussendlich vor Krieg in Europa?!

    Bündnispartner dürfen sich nunmal nicht untereinander in die Fresse hauen. Man könnt also, wenn man so will, hier auch eine gewisse Einsicht in die Notwendigkeit hineininterpretieren. Oder ist das völlig falsch?

  4. Es bedarf aber keiner "Links"-Mitgliedschaft bzw. Anhängerschaft, um gegen die NATO-Mitgliedschaft des Landes zu sein. Diese Einstellung erinnert schon ein bisschen an die Zeit der Salazar-Diktatur, wo all dienigen, die sich gegen das Regime gestemmt haben, gleich als "Kommunisten" abgestempelt wurden. Jener Salazar, deren Regierung NATO-Mitbegründerin Jahrgang 1949 sein dürfte.

  5. Naja "Angst vor der Linksregierung"

    Fällt schwer zu glauben nachdem wir gesehen haben, wie sie den Tsipras umgedreht haben. Das war genau das WE, als er sich mit den ganzen Oberbonzen in Brüssel traf – vorher war er ein kämpferischer Linker, danach ein braves Schoßhündchen der Finanzterroristen.
    Jeder hat Familie… vllt. haben sie ihn auch an das Schicksal von JFK oder Olof Palme erinnert…

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here