Für Margot Honecker war der Bau der Berliner Mauer der Beginn einer Entspannungspolitik. Die Alternative wäre ein Krieg zwischen West und Ost gewesen. Was hat aber die momentane NATO-Ausdehnung zu bedeuten?

Von Redaktion/dts

Margot Honecker, ehemalige DDR-Ministerin für Volksbildung und Witwe von Erich Honecker, dem langjährigen SED-Generalsekretär und DDR-Staatsratsvorsitzenden, hat den Bau der Mauer mit einem drohenden Krieg gerechtfertigt: "Der Bau der Mauer war notwendig, sonst hätte es Krieg gegeben", sagte Honecker in einem Interview, das die Tageszeitung "Junge Welt" in ihrer Mittwochausgabe veröffentlicht.

Mit Blick auf den heutigen Konfrontationskurs westlicher Staaten gegenüber Russland heißt es in dem Interview: "Die Schaffung klarer Verhältnisse an der Frontlinie von NATO und Warschauer Pakt ermöglichte die dann beginnende Entspannungspolitik. Sie führte zur Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, deren Schlussakte 1975 in Helsinki unterzeichnet wurde. Auch von der DDR.

Es war der Versuch, auf dem Kontinent ein System kollektiver Sicherheit zu schaffen. Wie wir jedoch heute sehen, ist mit dem Untergang der Sowjetunion und mit der von der USA forcierten Ostausdehnung der NATO diese Sicherheitsstruktur zerstört worden."

Margot Honecker, die seit 1992 in Chile lebt, hatte sich in den vergangenen Jahren nur selten öffentlich zu Wort gemeldet. Dabei geriet sie mit Aussagen zu ihrer Rolle in der DDR und ihrer Funktion als "Ministerin für Volksbildung" immer wieder in die Schlagzeilen. Umstritten sind unter anderem ihre Äußerungen zum Staatsbürgerkunde-Unterricht in der DDR und zu den Bildungsverboten gegen Andersdenkende. Es sei nicht das Ziel gewesen, die Kinder und Jugendlichen "zu Gegnern des Sozialismus zu erziehen, sondern zu aktiven Mitstreitern und Gestaltern, so Honecker gegenüber RP Online im Jahr 2012.

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3 thoughts on “Margot Honecker: Drohender Krieg machte Mauerbau notwendig”

  1. M. Honecker, eine ehemalige Bildungsministerin ohne richtigen Schulabschluss rückt sich im Alter ihre Vergangenheit zurecht und damit ins „positive“ Licht. Sie glaubt offenbar nun selbst an die Geschichte vom antifaschistischen/antikapitalistischen Schutzwall, dessen Minenfelder und Selbstschussanlagen nach ihrer jetzigen Auffassung nach „Westen“ und nicht nach „Osten“ zeigten!
    Sie, die damalige „Mutter der Nation“, verdreht die Geschichte und versucht ihre Hände in Unschuld zu waschen… wir vergessen nichts!!! Soll die alte Dame doch glauben was sie will…sie lebte schon zu DDR Zeiten in einer Phantasiewelt!

    1. aber es muss ihnen schon irgendwie auffallen, von wem konkret –  seitdem die mauer mitsamt warschauer pakt weg ist – gefahr für den kompletten planeten ausgeht. ich bin, weiss Gott, kein befürworter geschlossener regime, würde mit dem "ossi" auch nicht rückwirkend tauschen wollen – noch nicht mal theoretisch, sehe die DDR heute jedoch mit anderen augen und muss konstatieren – ganz unrecht hat die dame nicht!

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