Die Ermittlungen zum Absturz der russischen A321 laufen auf Hochtouren. Sämtliche Trümmerteile wurden beschlagnahmt und die Flugschreiber werden ausgewertet. Bislang schließt man einen Terroranschlag noch aus. Ein Experte glaubt nun, dass das Flugzeug in der Luft „zerbrochen“ sei. In St. Petersburg fand eine riesige Lichterkette zum Gedenken an die Opfer statt.

Von Christian Saarländer

Ganz Russland trauert seit Samstag wegen dem Absturz der Maschine auf der Halbinsel Sinai in Ägypten. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am Samstag ein entsprechendes Dekret. Sankt Petersburg erweiterte die Staatstrauer bis zum 03. November. In der russischen Botschaft ist vom 02. bis zum 03. November ein Kondolenzbuch zum Absturz des Flugzeugs A 321 von „Kogolovmavia“ ausgelegt, wie die Russische Botschaft zu Berlin auf ihrer Webseite bekannt gibt.

Die Unglücksursache ist derweil noch unklar, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Ein internationales Komitee soll nun die Unglücksursache aufklären. Ein möglicher Terrorakt wurde bislang dementiert. Contra Magazin berichtete gestern über ein angebliches „Bekenner-Video“ der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ – kurz auch ISIS oder ISIL.

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Russlands Vertreter Viktor Soroschenko geht nach Angaben der Agenturen RIA Novosti und Agence France Presse (AFP) davon aus, dass das Flugzeug schon vor dem Crash in der Luft „zerbrochen“ sei. Diese Aussage lässt freilich Spielraum für Interpretationen und Spekulationen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi bat indes um Geduld bei der Aufklärung der Unglücksursache.

Flugzeugabstürze wie dieser oder der Abschuss der MH17 in der Ostukraine im vergangenen Juni bieten immer wieder Nährboden für Verschwörungstheorien und Provokationen. Die ersten Falschmeldungen traten bereits auf, nachdem man lediglich meldete, dass die Passagiermaschine vom Radar verschwunden sei.  

Das Informationsportal für Flugradarmeldungen FlightRadar24 hielt sich mit seiner ersten Twitter-Meldung zurück und dementierte zunächst den Absturz. Wenige Minuten später wurde dann die Bestätigung über den Flugzeugabsturz ziemlich rasant verbreitet. Das obere Bild auf Twitter mit dem Kind, das auf die Flugzeuge schaut wurde Sinnbild der Tragödie.

In der Ukraine wurde zum Teil mit Hohn und Spott auf den Flugzeugabsturz reagiert. Kommentare wie lasst uns die „neue Welt“ mit 220 Russen weniger zu feiern, sprechen für sich. Der ukrainische Außenminister Pavel Klimkin sprach wie sein Amtskollege aus Österreich Sebastian Kurz via Twitter sein Mitgefühl aus.

Die Flugzeugkatastrophe sorgte weltweit für Trauer und Entsetzen. In Sankt Petersburg fand eine riesige Lichterkette zum Andenken an die Opfer des Absturzes statt. Am Flughafen in St. Petersburg kam es zu insgesamt 24 Krankenwageneinsätze, nachdem Angehörige der Opfer zusammengebrochen waren.

https://twitter.com/AndrisUdo/status/660895701304524800

Der Absturz wird Politik und Medien sicherlich noch die nächsten Wochen beschäftigen. Ob es sich tatsächlich um einen Racheakt von ISIS – um menschliches oder technisches Versagen handelt, oder ob es einfach nur ein tragischer Unglücksfall war, wird man hoffentlich herausfinden. Voreilige Schlüsse sollte man schon deswegen vermeiden, weil es oftmals Jahre dauert bis solche Fälle zweifelsfrei aufgeklärt werden können.

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11 thoughts on “Experte: Russisches Flugzeug „zerbrach“ in der Luft”

  1. Zwei Dinge beschäftigen mich in Zusammenhang mit dem Unglück:
    1. Es gibt in der Ukraine wirklich entsetzlich dumme Menschen. Wohin werden die gehen, wenn im nächsten Jahr das Land wieder Bruderland wird?
    2. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ein Airbus (und wenn er getrost schon einige Jahre geflogen ist) ohne Einwirkung in zwei Teile gebrochen ist. Ich freue mich auf Erklärungen von Experten…

  2. Dies ist nicht die Turbine der kürzlich abgestürzten russischen Maschine, sondern jene der MH17, welche in der Ukraine abgeschossen wurde. (Bilder Turbine MH17 bei Google) Bilder zu zeigen die nicht zum Kontext passen, ist manipulativ! Bitte machen Sie sich nicht mit der lügenden Journaille gemein, welche nur zur Lüge, Fehlinformation und Manipulation geschaffen wurde und existiert.

    Mein herzlichstes Beileid gilt den Hinterbliebenen der Menschen, jener „abgestürzten“ russischen Maschine. Mögen Sie die Kraft haben, den Schmerz zu meistern und Gottes Segen empfangen.

    1. UPDATE:

      1. Ich habe wieder Zeit verschwendet und mir diesen Blödsinn eins höher angesehen. Ganz billig zusammen geschriebener Mist unter Verwendung der bekannten Bösewichte. Und übrigens: Man spricht von einem Abschuß einer Militärmaschine über Syrien. Zeitverschwendung.

      2. Nochmal Zeitverschwendung. Pressekonferenz des Chefs der Fluglinie. Ich sehe einen total gesteressten Manager. Er sagt: Maschine o.k., Besatzung o.k., Absturz nur durch Einwirkung von außen möglich. So rational ist er immerhin noch unterwegs. Er traut sich nicht von Abschuß zu sprechen. War er an Bord? Nein. War er wenigstens vor Ort? Nein. Gehört er zu Untersuchungsbehörde? Wieder nein. Also ein Schutzreflex.

      Ist denn ein Abschuß möglich? Klares nein. Es gibt keine Möglichkeit, eine Fla-Raketen-Abschußrampe dahin zu bringen, ohne dass das bekannt geworden wäre. Und bei 9600 m Flughöhe können Ein-Mann-Fla-raketen nicht mithalten. Für die ist auf halber Höhe Feierabend. Gerade diese Nordsinaistadt ist unter Beobachtung der Ägyptischen Dienste.

      Es gibt Theorien, die Lockerbie aufrufen. Das wäre immerhin möglich. Sprengstoff im Frachtraum könnte das Flugzeug in großer Höhe zerstören.

      Andere Stimmen erinnern an einen Zwischenfall, bei dem der Flieger am Boden einen Zusammenstoß hatte und die Haut repariert werden mußte. Geröntgt hat man wohl nicht, kann sein, da wurde was übersehen. Plötzlicher Druckabfall hat Sinkflug zur Folge….. Die Leichen saßen in der Masse angeschnallt und äußerlich unverletzt in ihren Sitzen.

      Alle Informationen stammen aus russischen Blogs. Wetten würde ich nicht drauf. Ich warete jetzt auf das Untersuchungsergebnis.

      Fakt ist aber, dass die Russen stinksauer sind. Im Resultat vermzutet man die Handschrift der üblichen Verdächtigen. Beispielhaft schreibt eine Bloggerin:

      "Der Juli 2014. Der Krieg auf dem Donbass und die Katastrophe mit der Boeing – 777.Der Oktober 2015. Der Krieg in Syrien und die Katastrophe des Airbus-321.

      Die Analogie springt sofort in die Augen, wie ein heller Lichtstrahl. Und doch ist die auffallende Summe der Umstände des Absturzes der Linienmaschine A-321 damit noch nicht zu Ende und sieht bisher etwa so aus:

      1. Die größte Katastrophe in der Geschichte der russischen Luftfahrt geschieht gerade jetzt, während alle Beteiligten darüber triumphieren, wie sich die Kriegsoperationen, die Bombardierungen der Kosmischen und Fliegerkräfte der Russischen Föderation in Syrien, entwickelt haben.

      2. Sie ist nicht in Kamerun und nicht in Portugal geschehen, sondern im uns freundlich gesonnenen Ägypten, dass noch vor kurzem wie durch ein Wunder den nächsten farbigen Umsturz durch bis jetzt reichlich vorhandene Reste von Terroristengruppen vermied (einschließlich IS). Das ist auch ein Grund für die bedingungslose Unterstützung der ägyptischen Behörden der Handlungen Russlands gegen den Islamischen Staat.

      3. Die Opfer dieser Tragödie wurden die Passagiere des Fluges, der nach Sankt Petersburg flog – der Heimatstadt des russischen Präsidenten und vieler seiner Kampfgenossen. Die Mehrheit der Verunglückten – sind Bewohner der Nordhauptstadt. (Wir stimmen zu: wenn das Flugzeug aus Tokio nach Wladiwostok geflogen wäre, könnte man auf eine solche Präzisierung verzichten.)

      4. Und der Familienname des ersten Piloten, Walerij Nemzow, ruft der nicht standfeste Assoziationen herbei?

      5. Der Tag des Absturzes der Linienmaschine – ist das einmonatliche  Jubiläum der russischen Militäroperation in Syrien und gleichzeitig Helloween – der Feiertag der Kräfte der Finsternis, der 31. Oktober.

      6. Die Katastrophe an Bord der А-321 fällt zusammen mit den neuen Angriffen der ukrainischen Armee auf dem leidgeprüften Donbass, einschließlich des Beschusses von Donezk (http://rusplt .ru/news/dnr-nastaivaet-na-ekstrennoy-videokonferentsii-izza-poslednih-obstrelov-donetska-464020.html) und der Besetzung einer Siedlung durch den IS in der syrischen Provinz Homs.

      Schon ein verdächtiges Zusammenfallen in so einer unheimlichen Tragödie sollte einen hellhörig machen, jetzt waren es ganze sechs!"   Julia Braschnikowa, Musikerin in Altana

       

       

       

  3. Die Spekulationen haben momentan Hochkonjunktur. Selbst die Airbus Ingenieure liefern bull sheet ab. Sie behaupten, dass die Maschine innerhalb von 3 Minuten aus 9100 m am Boden war. Das wäre mehr als doppelt so schnell, wie das im freien Fall möglich gewesen wäre – danach hätte es dann mindestens 7 Minuten gedauert.

    So eine A 321 ist doch kein Sturzkampfbomber – es sei denn, der „uninterruptible Autopilot“ hätte die Maschine zu einem derartigen unabdinglichen Sturzflug gebracht.

    Abwarten, was der Flugschreiber und Stimmenrekorder offenbaren.

  4. Vielen Dank, Jungs, für die sachlichen und informativen Kommentare. Und, Thomas, jedenfalls diesmal einschließlich der Ihrigen. [ 😉 Die Recherche in den meisten anderen „alternativen Medien“ gestaltet sich leider oft weniger sinnvoll, insofern sei auch der Redaktion gedankt – trotz des Bildfehlers ganz oben.

  5. @Eckart: als Fallschirmspringer kann ich dir sagen, dass dies durchaus möglich ist. Vom Absprung aus 4500m bis zum Öffnen des Schirmes in ca. 1500m vergeht üblicherweise weniger als 1 Minute freier Fall, meist so um die 50 Sekunden. Mit entsprechender Körperposition gehts sogar noch schneller. Wenn also 3000m freier Fall in 50 Sekunden üblich sind, warum sollten dann 9100m nicht in 180 Sekunden möglich sein?
    Nur mal so rein informativ bemerkt 😉

    1. @ maschnik , ich stimme dir zu . Ich streue Asche auf mein Haupt. 3 Minuten sind plausibel. Ich hatte in meiner Berechnung zuviel für den Luftwiderstand angesetzt.
       

  6. Bei aller technischer und physikalischer Auseinandersetzung um diesen Flugzeugabsturz, wäre es doch angebracht gewesen, dies nach klassischer Diplomatie, dass die Amerikaner den Russen kondolieren um den Verlust der Menschenleben in ihrem Flugzeug. Nichts dergleichen, was auch schon viel sagt.

  7. CNN berichtet von einem „Hitzeblitz“, den ein US-Satellit zum Zeitpunkt des „Unfalls“ am Himmel über der Sinai-Halbinsel registriert hat. – Das dieses Flugzeug aufgrund von Defekten oder „Materialermüdung“ vom Himmel stürzte, erscheint immer unwahrscheinlicher.

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