Kampfhandlungen in Donezk. Bild: Youtube

Der Verteidigungsminister der selbsternannten Volksrepublik Donezk wirft der Kiewer Regierung vor, in den letzten 24 Stunden mindestens 20 mal gegen die vereinbarte Waffenruhe verstoßen zu haben. Die Zivilbevölkerung wurde von der Kiewer Truppen mit schweren Waffen und Raketen beschossen. Videos dokumentieren die Verwüstungen.

Von Christian Saarländer

In Berlin ist man nach offiziellen Angaben bemüht, zusammen mit Frankreich und den Konfliktparteien Russland und der Ukraine eine friedliche Lösung zu finden. Vertreter aus den Reihen der Rebellen sind nicht am Tisch. Diese bekommen allerdings aus sicherer Nähe mit, wie sich die pro-westliche Regierung in Kiew an Vereinbarungen hält. Sehr westlich, nämlich gar nicht.

Nachdem man eine Waffenruhe und den Abzug schwerer Waffen vereinbarte, beklagt Verteidigungsminister Eduard Basurin, dass die Kiewer Truppen Donezk weiter mit schweren Waffen und Raketenwerfern terrorisieren. In einer Videobotschaft wendet er sich an die Außenminister der Minsker Runde. Immer wieder wird der Kiewer Regierung vorgeworfen die Waffenruhe im Osten des Landes zu brechen.

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Die russische Nachrichtenagentur News Front zeigt die Wirkungen der schweren Waffen. Ganze Wohnungen wurden komplett verwüstet. Die Kiewer Regierung setzte unter anderem den sowjetischen Mehrfachraketenwerfer BM-21 gegen die Zivilbevölkerung ein. Diese Raketenwerfer können von einer Entfernung von 40 Kilometern aus abgefeuert werden und erinnern an die gefürchtete Stalinorgel. Kiew verwendet immer wieder solche Geschosse gegen die Zivilbevölkerung, um in der abtrünnigen Region ein westliches Werte- und Demokratieverständnis zu erzwingen.

Der freie Journalist Graham Phillips aus England sprach mit Bewohnern aus Donezk, die sich bereits in einem Schutzbunker gegen die Bomben der Kiewer Regierung schützten. Die neusten Videos auf seinem YouTube-Kanal sind allerdings vor allem in russischer Sprache. Sie werden aber nach und nach ins Englische und Deutsche übersetzt.

Bereits vorgestern berichtete News Front von einem erneuten Beschuss der Millionen-Stadt, nachdem die Rebellen ihrerseits ihre schweren Waffen abgezogen haben. Immer wieder wird von Plünderungen durch die ukrainische Armee in der Krisenregion berichtet. Aktuell hat man es im Hinblick auf den kommenden Winter auf das Brennholz in der Region abgesehen, welches man der Bevölkerung „zum Verkauf“ anbiete.

Kaum ein Tag nach seiner Wahl bombardierte Präsident Petro Poroschenko den Osten seines Landes. Nachdem man im vergangenen Februar in den Minsker Gesprächen sich immer wieder auf eine Waffenruhe einigte, kam es danach ständig zu Brüchen seitens der Kiewer Regierungstruppen. Vor etwa einem Jahr wurde der Journalist Graham Phillips bei einem Granatbeschuss schwer verletzt.

Vor allem die Kiewer Regierung, die selbst nach Poroschenkos Auffassung verfassungswidrig ist, scheint kein Interesse an einem Kompromiss zu haben. Die faschistischen Bataillone und Privatarmeen der Oligarchen verlangen von der Putsch-Regierung die Rückeroberung von Krim und Donbass. Russland will die Bewohner der Region über diese Frage selbst abstimmen lassen und bringt neue Wahlen ins Spiel.

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