Eine Ankurbelung des Binnenkonsums soll das Resultat der neuen Familienpolitik Chinas sein. Dieser Kurswechsel ist somit auch ein Konjunkturprogramm für die Volksrepublik, die mit einer sinkenden Erwerbsbevölkerung zu kämpfen hat.

Von Marco Maier

Wie das CIIC mitteilt, erwartet man in Peking mit der neuen Familienpolitik auch eine Stärkung der Binnenkonjunktur. Mit immer 2,5 Millionen Neugeborenen pro Jahr rechnet Liang Jianzhang, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Peking Universität. Bei zusätzlichen jährlichen Ausgaben von 30.000 Yuan (4.300 Euro) pro Kind sollen so jährlich 75 Milliarden Yuan (11 Milliarden Euro) in den Konsum fließen.

Hinzu kommen entsprechende Infrastrukturausgaben des Staates. Demnach sollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren jährlich rund 225 Milliarden Yuan (32 Milliarden Euro) in diesen Bereich fließen. Sollte nun gar ein "Baby-Boom" – immerhin können so rund 90 Millionen Paare ein weiteres Kind bekommen – erfolgen, wären die entsprechenden Auswirkungen noch größer.

China kämpft angesichts der nun schon mehr als 30 Jahre andauernden alten Familienplanungspolitik der Ein-Kind-Familie mit einem rapiden Rückgang der Erwerbsbevölkerung und einer zunehmenden Vergreisung. Die familienpolitische Lockerung soll nun dazu beitragen, diesen Effekt abzumildern und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes für die Zukunft zu sichern. Dennoch geht das qualitative Wachstum immer noch vor dem quantitativen Wachstum.

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5 thoughts on “China erwartet durch Zwei-Kinder-Politik mehr Wachstum”

  1. Wachstum durch viele Neugeborene. Dolle Idee. Die Ein-Kind-Politik war in China 1979 eingeführt worden, um dem explosionsartigen Bevölkerungswachstum entgegenzuwirken, und hatte zu zahlreichen sozialen Problemen geführt. Über 400 Millionen ungeborene Babys wurden getötet, unzählige Mütter erlitten qualvolle Zwangsabtreibungen, sogar in der Spätschwangerschaft. http://www.epochtimes.de/china/politik/ein-kind-politik-china-aendert-ein-kind-politik-in-zwei-kinder-regelung-um-a1280033.html
    Auch führte die Ein-Kind-Politik in Verbindung mit dem konfuzianischen Wunsch, die männliche Erblinie zu erhalten, zum Ungleichgewicht zwischen Jungen und Mädchen, weshalb Chinas jungen Männern heute zu wenig Frauen gegenüberstehen. Mädchen wurden häufiger abgetrieben oder in Waisenhäusern abgegeben. Übertriebene Verhätschelung einerseits und extremer Leistungsdruck andererseits sind schließlich die Probleme, mit denen Chinas Einzelkinder kämpfen.
    Die Änderung der Ein-Kind-Politik wurde maßgeblich von Chinas Staatschef Xi Jinping lanciert, der seit seinem Amtsantritt verschiedene Schritte unternahm, um China menschenfreundlicher und gerechter zu machen. Xi betonte parteiintern öfter, China solle mehr Wert auf die Familie, zwischenmenschliche Beziehungen und eine gute Erziehung legen. Von Wachstum ist da weniger die Rede. Die „höflichen Menschen“ auf der Krim müssen ihn aber inspiriert haben.
    Warum kommen eigentlich Millionen Migranten (nicht Flüchtlinge) in unser Kackland und reisen nicht in die Zukunft, in die Wirtschaftsmacht Nr.1, das höfliche Land?

    1. Das ist eine gute Frage?

      Wenn’s nach Höflichkeit geht, ist China sicher die erste Wahl. Deutschland würde ich auch eher im unteren Drittel ansiedeln.
      Die Türken (Islamische Zeutung) haben sich auch schon beschwert, daß ihre Familien hier zerrüttet werden und sie unter die Räder kommen.

      Was den Migranten gar nicht behagt, daß sie als Migranten bezeichnet werden und nicht als Ausländer. Die finden, das klinge, als haben sie einen Schatten auf dem Buckel?
      Na ja, warum soll es denen besser gehen als uns..

  2. china kämpft eigentlich weniger aufgrund der ein-kind-politk mit dem rückgang bzw. der überalterung der bevölkerung sondern weil die chinesen sich eine fortführung ihres stammbaums wünschen und mädchen aus diesem hintergrund heraus abgetrieben werden.

  3. Vielleicht sollte man in dem Zusammenhang auch einmal einen Blick auf die Situation der Wanderarbeiter werfen.
    Es sei denn, denen sollen Familiengründung samt Fortpflanzung weiterhin massiv behindert werden.
    Chinesen haben dank des Hausbuchsystems nur am Geburtsort Recht auf Wohnraum, Gesundheitssystem, Schulbesuch, Kindergarten, Wahlteilnahme.
    Und da tut sich nichts.
    Vermutlich auch, weil das „proxy voting“ für die KP recht komfortabel ist.

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