Xis Staatsbesuch in London: China will die Beziehungen zu Europa stärken

Der anstehende Besuch von Chinas Staatspräsident Xi Jinping in Großbritannien ist Teil der Agenda, die Beziehungen zwischen Peking und den europäischen Ländern nachhaltig zu verbessern. Dies belegen auch einige Kernaussagen des chinesischen Staatschefs.

Von Marco Maier

Die chinesische Parteizeitung "People's Daily" sammelte die zehn wichtigesten Aussagen des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping über die chinesisch-europäischen Beziehungen, wie die CIIC berichtet. Sie zeigen auf, dass Peking an einer Stärkung der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit interessiert ist. Vor allem wird dadurch deutlich, dass die chinesische Staatsführung eine außenwirtschaftliche Diversifizierung anstrebt, um so die wirtschaftliche Verflechtung mit den USA ein wenig abzuschwächen.

1. Die Stabilität Europas entspricht den chinesischen Interessen

"China legt großen Wert auf die Stellung und den Einfluss Europas. Die Prosperität und Stabilität in Europa entsprechen den chinesischen Interessen. China unterstützt nach wie vor die europäische Integrität und verstärkt die praktische Zusammenarbeit mit Europa."

2. Zwei Großmächte, zwei Großmärkte, zwei Großzivilisationen

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"Als das größte Entwicklungsland und die größte Gemeinschaft von entwickelten Ländern sind China und Europa zwei Großmächte, die den Weltfrieden schützen. Als zwei wichtige Volkswirtschaften sind China und Europa zwei Großmärkte. Als Quellen der östlichen und westlichen Kulturen sind China und Europa zwei Großzivilisationen, die den Fortschritt der Menschheit vorantreiben."

3. Zuversicht im Hinblick auf Europa

"China legt großen Wert auf Europa, unterstützt die europäische Integrität und ist optimistisch im Hinblick auf die Perspektive Europas. Wir sind in Bezug auf Europa voller Zuversicht, auch wenn es dort Schwierigkeiten gibt."

4. Die chinesisch-europäische Kooperation ist multilateral

"Die Handelsbeziehungen zwischen China und Europa zählen zu den größten und lebhaftesten Handelsbeziehungen der Welt. Die Kooperation zwischen dem größten Entwicklungsland und der größten Gemeinschaft von entwickelten Ländern ist multilateral und gewinnt an globaler Bedeutung."

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5. Der größte gemeinsame Teiler der Interessen beider Seiten

"China und Europa sollen die Kommunikation und den Austausch verstärken und nach dem größten gemeinsamen Teiler suchen. Beide Seiten sollen die Chancen teilen und den Herausforderungen gemeinsam begegnen."

6. Die Flammen der Prosperität anfachen

"China und Europa sollen die Probleme in Wirtschaft und Handel durch faire Gespräche und Verhandlungen unter Kontrolle bringen und die Flammen der Prosperität anfachen."

7. Die zusammengesetzten Beziehungen

"Nach einer Entwicklung von 40 Jahren sind die chinesisch-europäischen Beziehungen heutzutage zusammengesetzte Beziehungen. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung von China und Europa, sondern sie haben auch Einfluss auf die globale Politik und Wirtschaft."

8. Die vier Brücken Frieden, Wachstum, Reform und Zivilisation

"Wir sollen die Brücke des Friedens aufbauen, um die zwei Großmächte China und Europa zu verbinden. Wir sollen die Brücke des Wachstums aufbauen, um die chinesischen und europäischen Märkte zu verbinden. Wir sollen die Brücke der Reform aufbauen, um die Reformprozesse der beiden Seiten zu verbinden. Wir sollen die Brücke der Zivilisation aufbauen, um die chinesischen und europäischen Zivilisationen zu verbinden."

9. Eine der wichtigsten bilateralen Beziehungen der Welt

"Die chinesisch-europäische Zusammenarbeit hat sich beständig vertieft und ausgeweitet. Die strategische Bedeutung der bilateralen Beziehungen wird hervorgehoben. Sie ist eine der wichtigsten bilateralen Beziehungen der Welt geworden."

10. Die vier wichtigen Partnerschaften zwischen China und Europa

"China und Europa setzen gemeinsam die strategische Planung zur Kooperation 2020 um und fördern die Entwicklung der vier wichtigen Partnerschaften in den Bereichen Frieden, Wachstum, Reform und Zivilisation."

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11 Kommentare

  1. „Frieden, Wachstum, Reform und Zivilisation“ sind auch die Basis der Zusammenarbeit in der SOZ und in BRICS. Für China ist die Zusammenarbeit mit Europa elementar. Sonst funktioniert das Seidenstraßenprojekt nicht. Und gerade mit Großbritannien gibt es zu dem Thema viel zu besprechen.

    1. kannste mal sehen – das totalitäre und bis auf's knochen mark kommunistische china macht es der sogenannten freien und demokratischen westlichen welt vor, wie progressive politik geht. 

      1. China kommunistisch? Wer sagt das denn? Wäre es wirklich kommunistisch, dann dürfte es kein Privateigentum an Produktionsmitteln geben, die würden allen gehören (communis). In dem Zusammenhang zeigt es sich ganz deutlich wie schädlich es ist, Floskeln zu verwenden. Zentralgesteuerter Kapitalismus (ich hoffe, es hält keiner die KP Chinas für kommunistisch) trifft es wohl eher. Die Entwicklung in dem Land ist noch lange nicht abgeschlossen, seien wir froh, wenn da jemand den Deckel draufhält.

  2. Der außenpolitische Vorstoß der VR China dürfte strategische Gründe haben.
    Indem man die maroden EU-Staaten mit den Vorteilen eines noch umfassenderen
    Handelsaustausches, mit Investionen in Unternehmen und Infrastuktur und eventuell
    Notkrediten lockt, wird zugleich die von den USA angestrebte Einheitsfront geschwächt.
    Angesichts der aktuell sich verschärfenden Spannungen im südchinesichen Meer und zahlreicher
    weiterer, auf eine geostrategische Einkreisung Chinas abzielender Maßnahmen der USA sowie des kürzlich abgeschlossenen Freihandelsabkommens mit Pazifik-Anrainern könnte sich leicht ein Szenario ergeben,in denen der große transatlantische Bruder auch Sanktionen gegen China fordert. Was das bedeutet, kann Peking bei seinem Nachbarn der RF beobachtenn. Wahrscheinlich will man mit den laufenden Verhandlungen den USA um einen Zug voraus sein. Die Chinesen denken nicht nur langfristig, sondern auch in globalen Zusammenhängen.

  3. Die Chinesen sind auch nur Teil der Agenda, sie sind nur wichtige Figuren auf dem Schachbrett. In Wirklichkeit sitzen sie alle im gleichen Boot. Mao Tse Tung war Mitglied der Grand Orient Loge. Kissinger und David Rockefeller sind bei den Chinesen unter Freunden. Da sagt der David R. zum Chinesen, höre mal, ich will mein Volk in ein Chaos stürzen und die Industrie auslagern, und eine riesige Arbeitslosigkeit schaffen, wir nennen das dann Globalisierung, spielst du mit? Sagt der Chinese kein Problem. Es ist alles Teile und Herrsche – These – Antithese. Die BRICS-Staaten, alles ist Inszenierung, es werden Blöcke gebildet, die dann aufeinander gehetzt werden, das Ziel ist die Minimierung der Bevölkerung. Auch die Chinesische Führung verrät ihr Volk, die Führungen sind weltweit ausgesucht, es wird nichts dem Zufall überlassen. Sollte einmal das Volk einen Führer ihrer Wahl an die Macht bringen, dann läuft es ab, wie es John Perkins: Bekenntnisse eines Economic Hit Man beschrieben hat, erst versucht man ihn zu bestechen, wenn er sich nicht bestechen lässt, dann bekommt er eine Bombe ins Flugzeug gepackt und er ist ausgeschaltet. 

  4. erstaunlich, wie schnell sich dieses "es sitzen alle in einem boot"-virus verbreitet und dabei selbst vor leuten, die mental wesentlich weiter als "HJS5%club" sind keinen halt macht. sässen alle tatsächlich in einem boot, wäre ein so enormer aufwand und so viel zeit, um die erdbevölkerung zu reduzieren nicht nötig.

  5. Um China zu verstehen, denke ich, ist der politische Ansatz völlig irreführend. Genau so irreführend wie es der religiöse ist, wenn man den Islam verstehen will. Kultur ist das Entscheidende. Absichtlich wurden wir dazu gebracht, uns nicht mehr über Kultur zu identifizieren. Kulturell betrachtet, geht eine Kinderlose Kanzlerin, aus der DDR, genau so wenig wie ein, österreichischer Gefreiter, der unverheiratet und Kinderlos ist. Wie kann uns jemand führen, der nicht eine halbwegs heile Welt hinterlassen möchte, schlicht um seine Kinder und Kindeskinder in Sicherheit zu wissen? Wer keine Verbindungen zum deutschen Stamm hat, sollte den auch nicht Führen. Obama in Übersee, ist deshalb genau so fraglich.
    Jedenfalls, um halbwegs beim Thema zu bleiben, sprach ich mit einem Chinesen, der seit einigen Jahren in D. lebt. Wir waren uns beide einig, das Mao ein Teufel war. Kulturrevolution sagt es schon. Der „Westen“ hat es seinerzeit verstanden, das Herzland mit seinen Ideologien zu besetzen, und so über Jahrzehnte zu schwächen. In seiner Hybris, dachte er, damit hätte er Land und Leute dauerhaft in der Tasche. Der Chinese antwortete mir auf meine Fragen, das die Kultur in China aber weitergelebt hat.
    Mao konnte die Objekte zerschlagen, und die Subjekte zermürben, aber dasjenige, welches sich in den Menschen, von Herz zu Herz weiter trug, konnte er nicht zerstören. Kennen wir doch auch, Marmor Stein und Eisen bricht…warum Amerika jetzt große Guckerchen macht, ist weil sie, quasi über Nacht, mit zwei Kulturvölkern konfrontiert sind.Was auch immer man über Putin denken mag, oder zu wissen glaubt, seine Wurzeln sind im russischem Stamm. Keiner weiß besser, als die Chinesen selbst, welch Kreäfte des reinen Bösen, sie im eigenem Land walten haben. Und wer die Verräter in den eigenen Reihen sind.
    Xi Jinping gehört zu diesem Aufräumprozess, und ist erst der Anfang. Ich möchte jeden Freund oder Feind Chinas an eines erinnern, das nämlich die chinesische Kultur, in sich, hyperintelligent ist. Wir verstehen die extrem subtilen Mechanismen schlicht nicht, die dort wirken. Es kann morgen schon alles anders aussehen, als es jetzt scheint. Jedenfalls klar ist, dass im Online Zeitalter, die Inder und Chinesen, über kurz oder lang, mit uns den Boden wischen werden.

  6. ob sie (zumindest die chinesen) mit euch (oder keinetwegen auch mit uns) den boden (tatsächlich) wischen werden – das muss man mal abwarten. aber sonst, mit ausnahme dieses letzten schlussatzes meine vollumfängliche zustimmung.

    1. Danke dafür,ich meine die Zustimmung.Ich bin nur ein Laie, aber erkläre mir meine Behauptung, hingehend der IT Domäne so: Rein quantitativ, haben Indien und China, mehr User, werden es zumindest haben. Wenn also wir 1 Millionen "Cyberagenten", auf ein bestimmtes Ziel ansetzen, schalten China und Indien minestens 10 Millionen ein. Weswegen es auch das Spiel der USA war, Indien als Bremsklotz und Gegengewicht zu China einzubinden, was wohl nichts war.Qualititiv hingegen, werden die Hardware und Software, des Ostens, immer besser und uns in nichts nachstehen. einige Experten auf dem Gebiet behauptensogar, die chinesische Software sei jetzt schon besser. Und warum wollte Deutschland unbedingt Indische Programmierer eindeutschen, die das aber selber überhaupt nicht atraktiv fanden? Aber nichts genaues weiß ich nicht, und mich stört das auch nicht die Bohne. solange China militärisch seine Grenzen nicht überschreitet, und wirtschaftlich kein Blutsauger ist, kann der Han Chinese doch gerne die dominante Rasse der Erde abgeben. Mal was anderes als der J.Angelsachse, kann kaum schaden.

  7. Durch das Internet seit 1994 fällt das Lügengebäude der USA wie ein Kartenhaus zusammen. Immer mehr Länder wenden sich immer beherzter vom US-Dollar ab.

    Es entsteht eine neue Achse, die von Peking über Moskau und Berlin nach London reicht. Warum? Die City of London möchte die Fäden in der Hand behalten. Ob ihr das gelingen kann? Sie ist die Zentrale der Lüge, die ihre Kraken nach Amerika ausstreckte.
    http://www.dzig.de/Die-Achse-China-Russland-Deutschland

    Künstler haben es gut. Sie dürfen über das hinausgehen, was politisch korrekt ist. Sie dürfen sich sogar über vorgelogene Geschichte hinwegsetzen. Eines steht fest: Alle Staaten sind wie Zecken, die ihre Wirte aussaugen. Kein Mensch weiß, warum es Zecken überhaupt gibt.

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

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