Kriegsverbrecher unterstützen Kriegsverbrecher: Die US-Regierung gab grünes Licht für die Lieferung von vier hochmodernen Kriegsschiffen an Saudi-Arabien. Die Saudis hatten erst kürzlich zwei Schiffe ihrer Kriegsmarine vor Jemen verloren.

Von Marco Maier

Zwar hat der US-Kongress noch 30 Tage Zeit den Deal zu stoppen, doch die Lieferung von vier Kriegsschiffen der Littoral-Klasse des Rüstungskonzerns Lockheed Martin im Wert von 11,25 Milliarden Dollar an Saudi-Arabien wird wohl problemlos über die Bühne gehen. Diese in Trimoran-Bauweise gefertigten Schiffe sind speziell zur Kriegsführung in küstennahen Gebieten ausgelegt und erreichen trotz ihrer Länge von über 120 Metern eine Geschwindigkeit von 45 Knoten (über 80km/h). Sie sind mit Lenkwaffensystemen und einem Geschütz ausgestattet, welches 220 Schuss pro Minute über eine Entfernung von 16 Kilometer feuern kann.

Saudi-Arabien, welches derzeit im jemenitischen Bürgerkrieg mitmischt und dort die die gestürzte sunnitische Regierung unterstützt, hatte erst in den letzten Wochen zwei ihrer Kriegsschiffe durch den Beschuss der Houthi-Milizen verloren. Die offizielle Diktion lautet jedoch, dass die Saudis ihre Kriegsflotte modernisieren wollen. Ein US-Regierungsvertreter sagte, dass die USA mit der Lieferung ihr ungebrochenes Bemühen um Sicherheitskooperationen mit Partnern in der Golfregion unterstreichen wollen.

Dass der "Partner Saudi-Arabien" im Jemen an unzähligen Kriegsverbrechen beteiligt ist und die Saudi-Scheichs immer wieder mit der Finanzierung islamistischer Terrororganisationen in Verbindung stehen, scheint hierbei nebensächlich zu sein. Die USA sorgen mit dieser Lieferung, die auch technische Ausrüstung, Munition und Ausbildungsangebote umfasst, für eine weitere Destabilisierung der Region. Vor allem könnten die Saudis so im Falle eines US-Krieges gegen den Iran, der immer noch von einigen US-Kräften angestrebt wird, auch auf maritimer Ebene Unterstützung leisten. Der schiitische Iran gilt den wahhabitischen Saudis als Erzfeind.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Loading...

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

11 thoughts on “USA: Vier neue Kriegsschiffe für Saudi-Arabien”

    1. Danke für die Buchempfehlung

      Ich möchte Ihnen auch ein Buch empfehlen:
      Ich lasse mich nicht verbiegen (Sabine Babette, 2013)

      Ich schätze, das kennen Sie.
      Das kennt jeder, der in Ihren Kreisen kurvt.

  1. @sehr geachteter Marco Maier, jetzt mal speziell eine Frage:

    Gegen WEN kämpft eigentlich Saudi Arabien im Jemen?

    Um den Jemen kümmere ich mich relativ selten.

    Die Huthi-Rebellen kämpfen meines bescheidenen Wissens nach gegen Saudi Arabien (, USA), Al Qaida und seit kurzem auch gegen sudanesische Milizen, die von den Saudis zu Hilfe (?) gerufen worden sind.

    Haben die Huthi-Rebellen eine Glückssträne, oder was ist da los?

    Ich werde langsam neugierig, was ich davon halten soll.
    Im Detail:
    WARUM haben die Saudis gegen die unterlegenen Huthis zwei Kriegsschiffe verloren?
    Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen
    ODER: Über einen Artikel noch viel mehr
    danke.

    1. Die Saudis kämpfen gegen die Houthi-Rebellen, ja. Diese werden ja vom Iran unterstützt. Die beiden verlorenen Kriegsschiffe haben sie verloren, als die Houthis auf deren Schiffe an der jemenitischen Küste schossen (PressTV hat u.A. darüber berichtet). Die neuen US-Schiffe (die ja auch speziell zum Küstenkampf entwickelt wurden) sollen da wohl als Ersatz dienen.

      1. Die Armee von Saudiarabien ist ca. 125.000 Mann stark. Schneidig sehen sie aus wenn sie paradieren oder irgendwo Wache stehen. Alles Leute, denen es gut geht. Für den Haushalt haben sie Frauen aus Bangladesch und wenn die Fehler machen, bekommen sie die Hand oder den Arm abgehackt. Für die Arbeit kaufen sie sich andere Sklaven. Und jetzt zogen sie in den Krieg. Alles, was im Nahen Osten passiert, geschieht im Interesse der Hauptopponenten Iran und Saudiarabien. Der Jemen ist Iran, d.h., die Saudis mußten angreifen. Nur eins wußten sie da noch nicht: Sie wußten nicht, dass sich die USA raushalten würden und nur Aufklärungsergebnisse beisteuern. Ägypten zog auch wieder von dannen. Also mußte Handelspartner Sudan mit Milizen zu Hilfe kommen. So elendig stecken die Saudis in der Scheiße. Das mit den Fliegern hat ja noch geklappt. Über 4000 Angriffe hatten zur Folge, dass die infrastruktur bis zum Trafohäuschen zerkloppt wurde,. Dann begann der Landangriff und blieb genau so schnell im Widerstand stecken wie er begann. Die verlausten Houthis, die verdammt an die Taliban in Afghanistan erinnern, haben die Saudis locker gestoppt. Verbündet sind sie mit großen Teilen der jemenitischen Armee.

        Jetzt starten die Houthi fast täglich Überfälle auf Sauditerritorium (da wohnen Stammesbrüder) und fügen den Saudis Schäden zu. Zunehmend bedrohliche. Und sie bewegen sich Richtung saudisches Rückenmark, zu den Ölquellen. Es wird echt grenzwertig. Waffen haben die Houthi ohne Ende, einige spezielle erhalten sie immer mal vom Iran. Die Schiffe hat die Armee versenkt. Ehe die neuen amerikanischen Schiffe übergeben werden, ist der Krieg vorbei. Die Saudis werden Friedensverhandlungen führen müssen und glücklich sein, wenn sie das überstehen. Wenn ich Iran wäre, würden die Houthi nicht nachgeben und herzliche Grüße an die Nachsendeadressen via Übersee schicken. 50.000 tote Sowjetsoldaten und 1 Mio tote Afghanen bringen 10 Jahre Krieg bei vergleichbaren Bedingungen. Die Salonkrieger sind nicht in der Lage, diese Wüstensöhne zu schlagen. Also alles eine Frage der Zeit.

    2. Danke die Herren.

      Es steht also jetzt wirklich und tatsächlich im Raum, dass die „Wüstensöhne“, denen die komplette Infrastruktur bis zum Trafohäuschen zerbombt worden ist, den Untergang zweiter von den USA gelieferter Schlachtschiffe verursacht hat.

      So richtig vorstellen kann ich mir das ja nicht. Schon aus dem Grund nicht, weil für jeden Micro-Cent in jemenitischer Tasche umgerechnet eine Billion Euro in saudischer Tasche klimpern dürften. Dafür kann man sich ein ganzes Land kaufen, mit komplettem und ausgebildeten Militär; bzw. analog: 10 oder 100.000 gut ausgebildete Blackwater & Co Söldner monatelang beschäftigen.

      Es will mir irgendwie nicht einleuchten, dass die Saudis so dumm sein sollen, dass sie nicht auf die selbe Idee kommen, wie der kleine, weil vergleichsweise arme Herr Jeh ^^

      🙂

  2. Die USA würden bestimmt lieber 4 Tarnkappen-Zerstörer an Aserbaidschan liefern, damit die den russischen Flugzeugträgern im Kaspischen Meer was entgegen zu setzen haben. Menno!

    Hallo Tagessau, wo bleibt die Meldung des Tages?

    1. Menno,

      die Nach-Richter-Tussy hat sich da nur blöd verquatscht. Es waren keine russischen Flugzeugträger. Es waren genaugenommen russische Stealth-Untersee-Flugdeckkreuzer im Landeanflug zum Gebirgseinsatz (illegal, da ja der Kau-kau-sus auf der anderen Seite). Aber so sind die Russen. Von den unsichtbaren Untersee-Flugdeckkreuzern können die Schweden ganze Arien singen…. Und dann störn die auch noch immer dabei die ziville Fliegerschafft… ….nee auch

      ARD und ZDF – Rundfunkstaatsvertrag ohne Staat. Massenpropaganda mit dem Selbstverarschungstrick. Der Ort, wo man sich überaus ernstnehmende Gossen-Agitäter sich peinlichst entblöden sehen kann. Geschnitten, gefälscht und selbst-komprimittiert. Wenn sie nicht so tödlich wären, eine Lachnummer (Kabarett war gestern – heute Realsatire auf ALLEN Kanälen).

      Ich habe folgenden Verdacht. Die müssen Propaganda senden und kämpfen dagegen, indem sie sich heimlich selbst parodieren – aber nicht weitersagen!

  3. Jemanden ein Kriegsschiff mit Trimaran-Rumpfform zu verhökern ist schon eine aquisitorische Glanznummer, im Sinne von Verarschung.
    Bisher gibt es nur eine Supemotoryacht, die „Adastra“ , in dieser Bauform. Das ist etwas für Angeber. Ansonsten macht diese Bauform eigentlich nur bei Segelyachten einen Sinn.

    Den saudischen Wüstenschiff-Kapitänen ging es offenbar mehr um den optischen Effekt, und weniger um taktische Gesichtspunkte.

    Schöner Spaß für 11,25 Mrd. $ oder auch nice to have.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.